Pressemitteilungen


26. März 2021


Deutsche Übersetzung weiter unten.

 

PRESS RELEASE

26.3.2021, Erkelenz- Keyenberg, North Rhine Westphalia, Germany.

Local initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ (keep the church(es) in the villages) blames multinational power company, RWE, for insensitive and ahistorical behaviour.

Germany based energy provider RWE plans destruction of a unique Jewish-friendly Catholic church. At the same time, it celebrates the reburial of the remains of a Waffen-SS corporal and careful relocation of his tombstone.

The windows of the neo-gothic Catholic Holy-Cross-Church of Keyenberg narrate the history of Jews in a friendly and affectionate manner – much like John Paul II‘s story of the “elder siblings” and their contribution to salvation. At the time of the church’s consecration on the eve of World War I, this was highly unusual.

Nevertheless, the church’s location has been a sacred place for Christians for more than 1,300 years. The tolerant and peaceful coexistence of Christian farming families and Jews trading in livestock and agricultural goods might have been the base of the uncommon acceptance and appreciation for the often persecuted Jews. The Star of David often appears in church ornaments as well as in a chapel close by.

This exceptional church is in danger of being demolished by the largest European power company, RWE AG, who already bought the church. However, climate change and new developments in energy production are making the use of the coal below the church highly improbable.

Deconsecration as an act of preemptive obedience towards the corporate giant by a local vicar was stopped in January by the Catholic Bishop of Aachen only at the very last moment.

Villagers will have to leave their hometown before the coal company destroys Keyenberg for opencast mining - even though the use of its lignite coal for energy production will probably violate the Paris Climate Agreement. Ironically, the grave of an SS-Corporal will be treated with much more kindness: The grave of the NAZI fighter who was not even a local will be transferred with RWE's financial and technical support to a new cemetery in a new settlement.

Locals are horrified and citizens’ movements against the coal mine are gaining momentum. Local civil engineer Christian Wiltsch holds a PhD in Heritage Buildings in and around Keyenberg and expresses deep concern about RWE‘s behaviour: “It is unbearable that RWE wants to eliminate Jewish symbols - symbols even the Nazis couldn't abolish. And just a few steps away from the church, an SS-memorial will be transferred to a safe place under protection of the law."

Prime-minister of the federal state of North Rhine Westphalia is Armin Laschet. He is also the new chairman of the German Christian Democrats Party and prospective candidate for the succession of chancellor Angela Merkel. Yesterday, the state government of North Rhine Westphalia adopted a guiding decision in favour of the destruction of the church and the protection of the SS-tombstone. The decision makes no mention of five villages, cruelly keeping them in the dark about their future. The - unnecessary - destruction of a further two villages will go ahead as planned.

Recently, Armin Laschet had spoken in favour of carbon reduction, at the same time favouring an extended period of the use of lignite coal for RWE. A spokesperson for the initiative “Die Kirchen im Dorf Lassen” calls Laschet’s political position, “political rhetoric in favour of a coalition with the Green Party, and political action in favour of safeguarding dirty energy profits of multinational corporations.” This stance casts doubt on the ambitious politician's sensitivity for the historical significance of the church and his respect for the Paris Climate Agreement.

 

ends

________________________________

 

For further information email die-kirchen-im-dorf-lassen@t-online.de and anselmomz@gmx.de,

 

see also https://www.kirchen-im-dorf-lassen.de/

 

Photographs of the interior of the church, for example of the philosemitic windows - in particular one with a Menorah - can be made available on request.

 

Scientific and popular documentation about the church in German can also be made available on request.

 

 

 


26. März 2021


Übersetzung der englischsprachigen Pressemitteilung:
26. 3. 2021, Erkelenz- Keyenberg, NRW, Deutschland

Die Initiative “Die Kirche(n) im Dorf lassen” wirft dem Energiekonzern RWE unsensibles und ahistorisches Verhalten vor.

Das deutsche Energieversorgungsunternehmen RWE plant die Vernichtung einer einzigartigen Kirche mit einer sehr alttestamentarischen und judenfreundlichen Innenausstattung. Zur selben Zeit wird die ehrenvolle Umbettung der sterblichen Überreste eines SS-Rottenführers und die Wiedererrichtung seines Grabsteins geplant.

 

Die Fenster der neogotischen Heilig-Kreuz-Kirche von Keyenberg erzählen die Geschichte des jüdischen Volkes in einer zugewendeten und zugeneigten Art und Weise – so wie sie von Johannes Paul II. als “ältere Geschwister” bezeichnet worden sind. Der Ort der Kirche war der Ort verschiedener Vorläufergotteshäuser seit mehr als 1.300 Jahren. Das tolerante und friedvolle Zusammenleben christlicher Bauersfamilien mit jüdischen Vieh- und Landhändlern mag die Grundlage gewesen sein für diese seinerzeit ungewöhnliche Akzeptanz der sonst oft diskriminierten Juden und Jüdinnen. So findet man den Davidstern vielfach in der Ornamentik der Kirche und in einer nahegelegenen Kapelle.


Diese außergewöhnliche Kirche befindet sich in Gefahr zerstört zu werden, zerstört zu werden durch Europas größten Energiekonzern RWE. RWE hat die Kirche bereits gekauft. Derzeit machen jedoch der Klimawandel und neuere Entwicklungen auf den Energiemärkten es hochgradig unwahrscheinlich, dass die Braunkohle unter der Kirche jemals für Energieproduktion gebraucht
werden wird. Die Entwidmung der Kirche als ein Akt vorauseilenden Gehorsams gegenüber dem Konzern durch den lokalen Pfarrer wurde im Januar vom katholischen Aachener Bischof im letzten Moment gestoppt.


Die Dorfbewohner müssen ihren Ort verlassen, bevor sich die Kohlegesellschaft daran begibt, die Häuser für den Tagebau zu zerstören – obwohl der Gebrauch der Kohle dazu führen könnte, dass das Pariser Klimaabkommen verletzt wird. Dem gegenüber wird das Grab eines Rottenführers
der SS sehr viel freundlicher behandelt. Die letzte Ruhestätte des NAZI-Kriegers, der nicht mal aus der Gegend stammt, wird mit finanzieller und technischer Unterstützung von RWE zum neuen Friedhof in einer neuen Ansiedlung transferiert.


Die Menschen in der Gegend sind entsetzt und die Soziale Bewegung gegen den Tagebau gewinnt an Bedeutung. Der ortsansässige Bauingenieur Dr. Christian Wiltsch hat über Denkmäler in und um Keyenberg promoviert und drückt seine Betroffenheit über das Verhalten des Energiekonzerns so aus: „Es ist unerträglich, das RWE jüdische Symbole vernichtet, jüdische Symbole, die
nicht mal die NAZIS schänden konnten. Und gerade mal ein paar Schritte weiter wird ein SS-Erinnerungsgegenstand unter dem Schutz des Gesetzes an einen sicheren Ort verbracht.“


Ministerpräsident des Bundeslandes NRW ist Armin Laschet. Er ist auch der neue Vorsitzende der christdemokratischen Partei Deutschlands und könnte der Nachfolger Angela Merkels werden. Gestern verabschiedete die Landesregierung eine Leitentscheidung, welche die Zerstörung der Kirche zulässt und den genannten Schutz des Grabsteins sicherstellt. In der Entscheidung werden die 5 von Umsiedelung bedrohten Dörfer in unmenschlicher Weise in Unsicherheit über ihre Zukunft gehalten. Die unnötige Zerstörung zweier anderer Dörfer wird wie geplant fortgesetzt.


Letzthin hatte Armin Laschet sich für CO2-Reduktion ausgesprochen, gleichzeitig aber eine verlängerte Periode der Braunkohlenutzung befürwortet. Ein Sprecher/eine Sprecherin der Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen” bezeichnet Laschets politische Position wie folgt: “Es handelt sich um politische Rhetorik zugunsten einer möglichen Koalition mit den Grünen und politische Praxis zugunsten einer Rettung der Profite multinationaler Konzerne aus dreckiger Energiegewinnung." Diese Haltung wirft Fragen auf bezüglich der Sensibilität des ehrgeizigen Politikers gegenüber
der historischen Bedeutung der Kirche und dem Pariser Klimaabkommen.

++++++++
________________________________
Weitere Informationen unter email die-kirchen-im-dorf-lassen@t-online.de und
anselmomz@gmx.de,
Vgl.  https://www.kirchen-im-dorf-lassen.de/
Fotografien des Innenraums der Kirche, z.B. der philosemitischen Fenster – vor allem eines der Menorah – können auf Nachfrage zur Verfügung gestellt werden.
Deutschsprachige Veröffentlichungen wissenschaftlichen und populären Charakters können ebenfalls vorgelegt werden.


21. Februar 2021


Pressemitteilung von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" und „Alle Dörfer bleiben“

Bedrohtes Dorf Keyenberg:

Kirche soll vorzeitig entwidmet werden + Anwohnende entsetzt über Vorgehen der Pfarrei

Keyenberg/Erkelenz. Die Heilig-Kreuz-Kirche im von der Abbaggerung bedrohten Dorf Keyenberg soll nach Plänen der Pfarrei Christkönig Erkelenz bereits am 21. März 2021 entwidmet werden. Die Glocken der Kirche sollen laut einem Schreiben der Pfarrei „in naher Zukunft“ herabgelassen und in der Petruskapelle in Keyenberg-Neu aufgehängt werden. Der zuständige Bischof Helmut Dieser hatte eine Nutzung bis Ende des Jahres zugesagt. Anwohnende aus Keyenberg und kirchliche Initiativen üben scharfe Kritik am Vorgehen der Pfarrei. Sie sehen in der vorgezogenen Entwidmung den Versuch, noch vor der neuen Leitentscheidung zur Braunkohle im April Tatsachen zu schaffen.

„Pfarrer Rombach und der selbsternannte Ortsausschuss entscheiden im Alleingang gegen den Willen von uns Keyenbergern. Anstatt wie vielfach gefordert erstmal abzuwarten, soll unsere Kirche nun mitten in der Corona-Pandemie entwidmet werden. Vor allem älteren Dorfbewohnern wird damit ohne jede Not die Möglichkeit genommen, sich angemessen von ihrer Kirche zu verabschieden. Wir sind fassunglos, dass die Pfarrei Christkönig sich auf dieses Trauerspiel mit RWE einlässt“, sagt Helmut Kehrmann aus Keyenberg.

Im Dezember 2020 war öffentlich geworden, dass Wirtschaftsminister Altmaier über ein Jahr lang die Herausgabe einer Studie verweigerte, die belegt, dass Keyenberg sowie vier weitere Dörfer am Tagebau Garzweiler II mit den Beschlüssen der Kohlekommission erhalten werden könnten.

„Keyenberg kann bleiben, das ist spätestens durch das verheimlichte Gutachten der Bundesregierung klar geworden. Das weiß auch Pfarrer Rombach. Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, dass er unsere Kirche nun möglichst schnell entwidmen will, um noch vor der ausstehenden Leitentscheidung unumkehrbare Fakten zu schaffen“, so die ehemalige Küsterin der Keyenberger Kirche, Hedwig Drabig.

„Wir möchten Bischof Dieser daran erinnern, dass er zugesagt hat, die Entwidmung zu überdenken. Halten Sie ihr Wort und setzen Sie als Christ ein starkes Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung“, so der Theologe Jan Niklas Collet von der ökumenischen Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“. „Die kulturgeschichtlich bedeutsame Dorfkirche Heilig Kreuz muss weiterhin dem Gottedienst gewidmet bleiben und darf nicht der Profitlogik von RWE geopfert werden. In diesen schweren Zeiten brauchen wir Orte, die Landmarken der Hoffnung sind.“

Unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen lädt die Initiative „Kirche(n) im Dorf lassen“ am Sonntag den 24.01.2021 um 12.00 Uhr zu einem Gottesdienst vor der Keyenberger Kirche ein. Mit dem Psalmwort "Mit meiner Stimme schreie ich zum Herrn; mit meiner Stimme flehe ich zum Herrn“ soll dort ein Zeichen gegen die Entwidmung gesetzt werden.

 

Kontakt:

Helmut Kehrmann: 01578 2440330

Jan Niklas Collet: 01523 4330377

presse@alle-doerfer-bleiben.de

www.alle-doerfer-bleiben.de

www.kirchen-im-dorf-lassen.de/


5. Februar 2021


Pressemittteilung von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“

Erleichterung über das Entwidmungsmoratorium für die Heilig Kreuz-Kirche in Keyenberg von Bischof Helmut Dieser und Diözesanpriesterrat des Bistums Aachen

Mit Pressemitteilung vom 29.01.2021 hatten der Bischof und der Diözesanpriesterrat des Bistums Aachen mitgeteilt, dass die Entscheidung über den Kirchenentwidmungsantrag der Pfarrei Erkelenz jetzt nicht gefällt wird. Große Erleichterung äußerten VertreterInnen der christlichen Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ jetzt über dieses Moratorium: „Uns ist nach den furchtbaren Bildern der Zerstörung aus Lützerath ein Stein vom Herzen gefallen. Wir sind froh und dankbar, dass der Aachener Bischof und der Diözesanpriesterrat Ruhe in die Verwüstung im Keyenberger Land hineingetragen haben,“ so Negen Jansen von der Initiative.

„Mit seiner Stellungnahme hat der Bischof weise daran erinnert, dass die Zukunft der vom Tagebau bedrohten Dörfer angesichts der noch offenen Leitentscheidung, des voranschreitenden Klimawandels und der Veränderungen am Strommarkt keineswegs besiegelt ist.“ sagte Dr. Henry Risse, der die technische Entwicklung am Tagebau für die Initiative schon seit geraumer Zeit beobachtet.

Wichtig sind für die „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ auch die Hinweise Bischof Diesers zur Begründung des Aufschubs: Die Debatte um den Erhalt der Dörfer sei nach dem nun vorliegenden Gutachten grundsätzlich offen und wieder möglich. Der Bischof verwiese auf die aus den Pariser Klimazielen resultierende Notwendigkeit einer weiteren CO2-Reduktion und damit einer Verringerung des Braunkohletagebaus. So erinnere der Bischof doch die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen in unüberhörbarer Weise an drängende Fragen.

Insgesamt sind die Mitglieder der Initiative beruhigt darüber, dass durch das Moratorium des Aachener Bistums die Kluft zwischen kirchlichem und gesellschaftlichem Handeln einerseits und des Papstes Sendschreiben Laudato Sí andererseits erheblich verringert wurde. „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ erinnerte jedoch gleichzeitig wieder an die schwierige Situation der Menschen in den vom Tagebau bedrohten Dörfern (besonders in Lützerath) und an die schwierige Lage in der Pfarrei in Erkelenz, die nun einen Zustand von Zerissenheit überwinden muss.

Die christliche ökumenische Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ ruft regelmäßig zu "Gottesdiensten an der Kante“ des Tagebaus im Rheinland auf. Ihre Mitglieder setzen sich bewusst und aktiv mit religiösen Gesängen, Symbolen und Gebeten für die Bewahrung der Schöpfung angesichts einer als zukunftslos empfundenen Energiepolitik ein.


18. Januar 2021


Gottesdienst in Lützerath am Tagebau Garzweiler durch massiven Polizeieinsatz behindert

Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei Aachen

 

Erkelenz-Lützerath. Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ feierte heute mit ca. 80 Menschen in Lützerath am Tagebau Garzweiler einen Gottesdienst, während die RWE power AG Gebäude in dem noch bewohnten Dorf abreißen ließ. Die Abrissarbeiten wurden begleitet durch ein Großaufgebot von Werkschutz und einer Einsatzhundertschaft der Polizei.

„Als sich eine Gruppe überwiegend junger KlimaaktivistInnen diesem Gottesdienst, die von uns ausdrücklich eingeladen waren, mit vorgetragenem Transparent anschlossen, drangen PolizistInnen von zwei Seiten in die Gottesdienstgemeinde ein. Wir sind bestürzt über diesen Verlauf des heutigen Gottesdienstes,“ berichtet Dr. Anselm Meyer-Antz von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“.

Die Theologin Cornelia Senne wurde kurz nach ihrer Predigt von Polizisten umringt, gestoßen und wiederholt auf den Rücken geschlagen. Anderen TeilnehmerInnen erging es ähnlich, sie konnten sich nur mit Mühe auf den Beinen halten. Die Gottesdienstgemeinde wurde schließlich durch eine doppelte Polizeikette getrennt. Die Initiative forderte mehrfach erfolglos eine Erklärung des Einsatzleiters für diese Maßnahme und den Abzug der Polizeikette. Erst nach einer knappen halben Stunde konnte der Gottesdienst fortgesetzt werden.

„Wir protestieren entschieden gegen einen solchen polizeilichen Eingriff in einen Gottesdienst. Der verantwortliche Polizeidirektor Hoff des Polizeipräsidiums Aachen muss diesen Verstoß gegen die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Religionsausübung umgehend erklären", so Renate Jansen von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“.

Dr. Anselm Meyer-Antz betonte: „Die Zerstörung des Ortes Lützerath durch von RWE power beauftragte Firmen ist die Fortsetzung einer zukunftslosen und gefährlichen Klimapolitik, wogegen wir als christliche ökumenische Initiative regelmäßig zu Gottesdiensten vor Ort aufrufen, um uns so bewusst und aktiv mit religiösen Gesängen, Symbolen und Gebeten für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.“

Angesichts der Sinnlosigkeit der Dörferzerstörung, die zuletzt wieder durch das vom Bundeswirtschaftsministerium unter Verschluss gehaltene Gutachten belegt wurde, ist die massive polizeiliche Repression und das Vorgehen gegen den Gottesdienst unverständlich.

 

Kontakt: die-kirchen-im-dorf-lassen@t-online.de

 

Twitter: @Kirche_an_Kante (dort auch Bild- und Videomaterial abrufbar)

Weitere Infos: www.kirchen-im-dorf-lassen.de

 

Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ kämpft für den Erhalt der bedrohten Kirchen im Rheinischen Braunkohlerevier und betrachtet diesen Einsatz als untrennbar verbunden mit dem Kampf für globale Klimagerechtigkeit.

 

Pressespiegel zu „Die Kirche(n) im Dorf lassen“:

03.11.2020:
https://www.katholisch.de/artikel/27477-mitglieder-von-die-kirchen-im-dorf-lassen-in-polizeigewahrsam
26.09.2020:
https://www.sueddeutsche.de/politik/klimawandel-protest-garzweiler-ende-gelaende-1.5045873

15.09.2020: https://www.domradio.de/themen/bistuemer/2020-09-15/gesetz-ueberpruefen-aachener-bischof-dieser-zum-kohleausstieg

02.08.2020: https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-08-02/christliche-initiative-feiert-gottesdienste-am-tagebau-garzweiler

25.07.2020: https://www.evangelisch.de/inhalte/172987/25-07-2020/proteste-gegen-braunkohletagebau-garzweiler-gehen-weiter

19.07.2020: https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-07-19/friedlicher-protest-mit-gottesdienst-und-nachtwache-gegen-tagebau-garzweiler

17.07.2020: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/protest-spaziergang-erkelenz-100.html

14.07.2020: https://rp-online.de/nrw/staedte/kreis-heinsberg/tagebau-garzweiler-dioezesanrat-setzt-sich-fuer-doerfer-erhalt-im-erkelenzer-land-ein_aid-52143915

08.07.2020: https://www.domradio.de/themen/sch%C3%B6pfung/2020-07-08/fehlsteuerung-fuer-klima-und-menschen-aachener-katholiken-gremium-pocht-auf-schnelleren-kohle

24.06.2020: https://www.katholisch.de/artikel/25950-initiative-startet-petition-gegen-abriss-von-kirchen-und-doerfern

17.05.2020: https://rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/oekumenischer-gottesdienst-bei-keyenberg-protest-an-der-tagebaukante_aid-51184665

20.10.2019: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/klimasynode-rheinland-braunkohle-100.html

18.09.2019: https://rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/erkelenz-buendnis-alle-doerfer-bleiben-will-vatikan-bitten-kirchenverkauf-fuer-tagebau-zu-stoppen_aid-45884701

 


4. Januar 2021


Pressemitteilung der Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen" vom 4. Januar 2021

Der Zerstörung der Dörfer am Tagebau Garzweiler in 2021 ein Ende setzen

+++ ABRISS IN LÜTZERATH STEHT BEVOR +++ DRITTER JAHRESTAG DES ABRISSES DES
IMMERATHER DOMES +++ STERNSINGERAKTION MIT HÄUSERSEGNUNG IN LÜTZERATH +++

Die christliche Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen" kritisiert, dass der Energiekonzern RWE power weiterhin am Abriss von Wohnhäusern im Dorf Lützerath am Tagebau Garzweiler festhält. Die Abrissarbeiten könnten nun jeder Zeit beginnen. Bereits heute Morgen hat RWE mit
großem Aufgebot von Security-MitarbeiterInnen erste Abriss-Vorbereitungen getroffen.
Erst im Dezember war öffentlich bekannt geworden, dass ein wissenschaftliches Gutachten im Vorhinein zum Kohleausstiegsgesetz unterschlagen wurde, das den Bestand der Dörfer empfohlen hatte. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Stellungnahme von Mitgliedern
des Aachener Diözesanrates und einiger ev. Superintendenten
(https://dioezesanrat-aachen.de/aktuelles/nachrichten/a-blog/Oeffentliche-Erklaerung-zum-Bekanntwerden-eines-Gutachtens-zu-den-Folgekosten-des-Kohleausstiegs-00001/)
[14]
"Der Abriss erzeugt natürlich einen unerträglichen Druck auf die Menschen, die immer noch in Lützerath wohnen. RWE power möchte die Lage eskalieren und Fakten schaffen: erst wird die Straße abgebaggert, dann werden alle Bäume im Dorf gerodet und nun sollen die Häuser
abgerissen werden. Ab jetzt droht ein Leben zwischen Trümmern und Schutt", so Dr. Katharina Kaspers-Siebert von der Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen", die sich für den Erhalt der Dörfer und Klimagerechtigkeit einsetzt. "Bilder des zerstörten Nachbarortes Immerath, dessen imposanter Dom vor drei Jahren am 9. Januar 2018 abgerissen wurde werden nun wieder gegenwärtig. Wir setzen uns ein für eine Perspektive für die Region und die Menschen, die um den Tagebau
herum leben, jenseits des zerstörerischen Braunkohleabbaus. Daher verurteilen wir entschieden das Vorgehen von RWE und Landesregierung."
"Die Kirche(n) im Dorf lassen" lädt deshalb ein zu einem Sternsingergottesdienst am 6. Januar um 13:00 Uhr in Lützerath, um Aufmerksamkeit für die Situation vor Ort zu erzeugen. "Wir werden von
Haus zu Haus ziehen, wie es am Dreikönigstag Tradition ist, um die bedrohten Häuser zu segnen. Wir werden damit ein Zeichen setzen gegen sinnlose Zerstörung, gegen dasmenschenverachtende Vorgehen von RWE in Lützerath, gegen Umsiedlung und Vertreibung weltweit und für ein
solidarisches Zusammenleben. Seit Jahren verweisen die Sternsinger mit ihren Aktionen auf das Problem weltweiter Ungerechtigkeiten und sammeln Geld für Menschen in Not. Mit unserer Aktion wollen wir deutlich machen, dass dieser Einsatz für globale Gerechtigkeit, für Umwelt und
Klima bereits vor der eigenen Haustür beginnen muss, also auch etwa ganz konkret am Tagebau Garzweiler."

Weitere Infos unter: https://www.kirchen-im-dorf-lassen.de/ [15]
Mail-Kontakt: die-kirchen-im-dorf-lassen@t-online.de
Twitter: https://twitter.com/Kirche_an_Kante [16]

Über die Initiative:
Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen" wurde nach dem Abriss des Immerather Domes 2018 gegründet und engagiert sich für den Erhalt der bedrohten Kirchen im Rheinischen Braunkohlerevier. Diesen Einsatz versteht die Initiative als untrennbar verbunden mit dem Engagement für globale Klimagerechtigkeit.

Pressespiegel zu „Die Kirche(n) im Dorf lassen":
03.11.2020:
https://www.katholisch.de/artikel/27477-mitglieder-von-die-kirchen-im-dorf-lassen-in-polizeigewahrsam
[1]
26.09.2020:
https://www.sueddeutsche.de/politik/klimawandel-protest-garzweiler-ende-gelaende-1.5045873
[2]
15.09.2020:
https://www.domradio.de/themen/bistuemer/2020-09-15/gesetz-ueberpruefen-aachener-bischof-dieser-zum-kohleausstieg
[3]
02.08.2020:
https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-08-02/christliche-initiative-feiert-gottesdienste-am-tagebau-garzweiler
[4]
25.07.2020:
https://www.evangelisch.de/inhalte/172987/25-07-2020/proteste-gegen-braunkohletagebau-garzweiler-gehen-weiter
[5]
19.07.2020:
https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-07-19/friedlicher-protest-mit-gottesdienst-und-nachtwache-gegen-tagebau-garzweiler
[6]
17.07.2020:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/protest-spaziergang-erkelenz-100.html
[7]
14.07.2020:
https://rp-online.de/nrw/staedte/kreis-heinsberg/tagebau-garzweiler-dioezesanrat-setzt-sich-fuer-doerfer-erhalt-im-erkelenzer-land-ein_aid-52143915
[8]
08.07.2020:
https://www.domradio.de/themen/sch%C3%B6pfung/2020-07-08/fehlsteuerung-fuer-klima-und-menschen-aachener-katholiken-gremium-pocht-auf-schnelleren-kohle
[9]
24.06.2020:
https://www.katholisch.de/artikel/25950-initiative-startet-petition-gegen-abriss-von-kirchen-und-doerfern
[10]
17.05.2020:
https://rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/oekumenischer-gottesdienst-bei-keyenberg-protest-an-der-tagebaukante_aid-51184665
[11]
20.10.2019:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/klimasynode-rheinland-braunkohle-100.html
[12]
18.09.2019:
https://rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/erkelenz-buendnis-alle-doerfer-bleiben-will-vatikan-bitten-kirchenverkauf-fuer-tagebau-zu-stoppen_aid-45884701
[13]

Links
[1] https://www.katholisch.de/artikel/27477-mitglieder-von-die-kirchen-im-dorf-lassen-in-polizeigewahrsam
[2] https://www.sueddeutsche.de/politik/klimawandel-protest-garzweiler-ende-gelaende-1.5045873
[3] https://www.domradio.de/themen/bistuemer/2020-09-15/gesetz-ueberpruefen-aachener-bischof-dieser-zum-kohleausstieg
[4] https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-08-02/christliche-initiative-feiert-gottesdienste-am-tagebau-garzweiler
[5] https://www.evangelisch.de/inhalte/172987/25-07-2020/proteste-gegen-braunkohletagebau-garzweiler-gehen-weiter
[6] https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-07-19/friedlicher-protest-mit-gottesdienst-und-nachtwache-gegen-tagebau-garzweiler
[7] https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/protest-spaziergang-erkelenz-100.html
[8] https://rp-online.de/nrw/staedte/kreis-heinsberg/tagebau-garzweiler-dioezesanrat-setzt-sich-fuer-doerfer-erhalt-im-erkelenzer-land-ein_aid-52143915
[9] https://www.domradio.de/themen/sch%C3%B6pfung/2020-07-08/fehlsteuerung-fuer-klima-und-menschen-aachener-katholiken-gremium-pocht-auf-schnelleren-kohle
[10] https://www.katholisch.de/artikel/25950-initiative-startet-petition-gegen-abriss-von-kirchen-und-doerfern
[11] https://rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/oekumenischer-gottesdienst-bei-keyenberg-protest-an-der-tagebaukante_aid-51184665
[12] https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/klimasynode-rheinland-braunkohle-100.html
[13] https://rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/erkelenz-buendnis-alle-doerfer-bleiben-will-vatikan-bitten-kirchenverkauf-fuer-tagebau-zu-stoppen_aid-45884701
[14] https://dioezesanrat-aachen.de/aktuelles/nachrichten/a-blog/Oeffentliche-Erklaerung-zum-Bekanntwerden-eines-Gutachtens-zu-den-Folgekosten-des-Kohleausstiegs-00001/)
[15] https://www.kirchen-im-dorf-lassen.de/
[16] https://twitter.com/Kirche_an_Kante


4. November 2020


Pressemitteilung von "Die Kirche(n) im Dorf lassen"

Christliche Initiative protestierte gegen die Baumfällungen

Prozession und Gottesdienst auf der L277

Mit Prozession und Gottesdienst auf der zerstörten L277 protestierte am frühen Dienstagmorgen die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ gegen die Baumfällungen durch RWE. Entgegen der Darstellung der Polizei, sie hätten das Verlassen des Ortes und die Angabe ihrer Personalien verweigert, wurde die Prozession mehrfach aktiv an der Rückkehr nach Keyenberg gehindert und ohne Frage nach Personalien in Gewahrsam genommen.

Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ hat am Vorabend der Fällungen an der L277 dort zu einem Gottesdienst eingeladen, zu dem trotz schweren Regens Dutzende Menschen kamen.

„Wir haben den klaren Auftrag, die Schöpfung zu bewahren. Daran hat uns nicht zuletzt Papst Franziskus in der Enzyklika laudato si erinnert,“ so die reformierte Theologin Cornelia Senne.

Am frühen Dienstag morgen ging eine Gruppe von ca. 30 Menschen, eine davon im Rollstuhl, als Prozession mit gelbem Kreuz in Richtung der erwarteten Fällarbeiten. Sie gelangte ohne Schwierigkeiten über Feldwege auf die nicht eingezäunte L277. Begleitet wurde sie aus der Luft von einem Helikopter, vor Ort von je einem Fahrzeug von Polizei und RWE-Security, ohne dass diese eingriffen. Auf der Straße hielt die Prozession Gottesdienst mit Liedern und Lesungen. Ein Mensch aus der Gruppe kletterte auf einen Baum und hängte ein Transparent auf.

Im ersten Tageslicht kamen massive Polizeikräfte, die den Gottesdienst umstellten. Entgegen der Darstellung der Polizei wurden mehrfachen Versuche, den Ort als Prozession wieder zu verlassen, unterbunden. Die Fällarbeiten entlang der Straße hatten inzwischen eingesetzt und näherten sich dem Gottesdienst.

„Wir sangen Hoffnung wider alle Hoffnung. Dabei fielen die Bäume im Minutentakt, wir mußten alles mit ansehen“, berichtet eine Teilnehmerin.

Schließlich nahm die Polizei die Gruppe unter dem Vorwurf des Hausfriedensbruchs in Gewahrsam. Zu diesem Zeitpunkt wurde – entgegen der Darstellung der Polizei – nicht nach Personalien gefragt. An einer improvisierten Sammelstelle wurden dann Personalien erfaßt, die von von den meisten umstandslos abgegeben wurden. Einige allerdings verweigerten ihre ID. Es wurden Platzverweise erteilt sowie Leibesvisitationen vorgenommen – auch an sich ausweisenden Menschen:

„Ich wurde behandelt wie eine Verbrecherin, durchsucht und angefaßt. Es war schrecklich“, berichtet eine ältere Teilnehmerin.

Denjenigen, die ihre Identität verweigerten, wurde der Transport in die Gefangenensammelstelle Aachen angekündigt. Allerdings mußten gegen Mittag alle auf richterliche Anordnung freigelassen werden.

Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ protestiert gegen solche Behandlung von Menschen, die sich aus christlicher Überzeugung gegen die sinnlose Zerstörung der/von Schöpfung stellen. An der alten L277 wurden am Dienstag innerhalb weniger Stunden Hunderte von Bäumen gefällt. Damit hat RWE nach der „Roten Linie“, der L277 auch die „Grüne Linie“, die sich über 3 km hinziehende Doppelreihe der Alleebäume zerstört, die die Menschen der Region noch vor dem Tagebau geschützt hat.

Wir rücksichtslos RWE mit den Menschen vor Ort umgeht, zeigt der – sicher nicht zufällig an diesem Tag vorgenommene – Abriss des „Kreuzes von Immerath“, das am Samstag am Ort des zerstörten Immerather Domes aufgerichtet worden war. Über hundert Menschen haben dort Messe gefeiert und am Vorabend von Allerheiligen der (umgebetteten) Toten gedacht. Die Predigt sprach von der Zerstörung des Tempels und der Hoffnung auf seinen Wiederaufbau:

„Die Zerstörung und Vertreibung hier in Immerath ist Teil der weltweiten Zerstörung, die uns immer weiter in die Klimakatastrophe treibt. Wir sind als Christinnen aufgerufen, uns dem mit allen Kräften entgegenzustellen.“


11. Mai 2020


Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen” lädt zum „Gottesdienst an der Kante”

An der L277/L354 bei Keyenberg*, Samstag, den 16. Mai 2020, 17 Uhr

Der Bagger steht 200 m vor dem Dorfeingang Keyenberg. Während das Land unter Corona still steht und trotz ausstehender Leitentscheidung gräbt RWE weiter – bis an das Dorf heran. Versuche, die ­Öffentlichkeit auf diese Situation aufmerksam zu machen und mit Aktionen wie einer Menschenkette dagegen zu pro­testieren, wurden – unter Verweis auf Corona – verboten.

In dieser Situation akuter Bedrohung lädt die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen” – in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theologie und Politik, Münster, mit Unterstützung des Katholikenrats Düren, dem ev. Kirchenkreis Jülich und dem Bündnis „Alle Dörfer bleiben” – zu einem Gottesdienst ein: „an der Kante”, mit Blick auf den näher rückenden Bagger.

Thema des Gottesdienstes ist der Schutz des Dorfes, seiner Menschen – und nicht zuletzt seiner Kirche. Die für 2023 geplante Zerstörung Keyenbergs ist Teil noch viel größerer, weltweiter Zerstörung. Der Gottesdienst will daher einen explizit christlichen Blick auf die Beziehung von Menschen und “Mitwelt” werfen. Er thematisiert die Schöpfung als Geschenk Gottes – ihre Bewahrung als Aufgabe und Herausforderung für alle Christ*innen,  ihre Zerstörung als Zurückweisung göttlicher Fürsorge, als Bruch des Bundes zwischen Gott und den Menschen. Und nicht zuletzt will er Hoffnung machen: Auf eine Welt, die nach Gerechtigkeit für die ganze Schöpfung strebt, eine Welt, die erste Schritte macht auf dem Weg zum Reich Gottes auf Erden.
Wir laden ausdrücklich alle zu diesem Gottesdienst ein, Christ*innen wie Nicht-Christ*innen, Engagierte für Klimagerechtigkeit wie Skeptiker, denn: „Wir wollen für ein neues Verständnis von Ökumene ein­stehen: die Gemeinschaft all derer, ChristInnen wie Nicht-ChristInnen, die sich dafür einsetzen, dass diese Erde bewohnbar bleibt, die ein gutes Leben für alle erkämpfen wollen. Dafür ist organisierter Widerstand durch Soziale Bewegungen „von unten“ wichtig, im Rheinland, in Europa, weltweit.“ (Abschlußerklärung der „Klimasynode von unten”, Dü­ren 2019)

Die Initiative “Die Kirche(n) im Dorf lassen” entstand aus dem lokalen Widerstand gegen den lebensfeindlichen Tagebau in den bedrohten Dörfern. Überregional wurde sie mit einer Unterschriftenaktion u.a. auf dem Katholikentag 2018 bekannt: Sie forderte die Bischöfe von Köln und Aachen auf, die von den Baggern bedrohten Kirchen nicht an RWE zu verkaufen, sondern sich nur einer gerichtlich verfügten Enteignung zu beugen – und sich so mit den Menschen in den bedrohten Dörfern zu solidarisieren. Die Bischöfe verweigerten die Annahme der knapp viertausend Unterschriften, die Kirchen sind inzwischen alle an RWE verkauft worden.

Über den konkreten Einsatz für die bedrohten Kirchen hinaus versteht sich die Initiative als Teil der weltweiten Bewegung für globale Klimagerechtigkeit. Gleichzeitig sieht sie sich als als Teil einer wachsenden christlichen Klimabewegung: Sie existiert längst, zeigt sich in vielfältigen Aktionen, ob auf lokaler Ebene, in Gemeinden, in- und außerhalb kirchlicher Strukturen, spektakulär mit Gottesdiensten und Sitzblockaden im Hambacher Wald oder eher diskursiv bei der „Klimasynode von unten“. Diese Ansätze wollen die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen” – über regionale Grenzen hinaus – sichtbar machen und mit eigenen Aktionen fortführen und stärken.