Aktuelles

Fahrradwallfahrt nach Arnoldsweiler am Pfingstdienstag

Wachszins für Arnold 2022

Für Pfingstdienstag, den 7. Juni 2022, lädt der Katholikenrat Düren in Zusammenarbeit mit einigen Initiativen („Waldspaziergang Hambacher Wald“, "Kirche(n) im Dorf lassen“, „Alle Dörfer bleiben“) und dem Institut für Theologie und Politik, Münster, zum 3. Mal zur Wachszins-Fahrradwallfahrt ein.

Arnoldus hatte mit einer List von Karl dem Großen den „Bürgewald“ geschenkt bekommen und den armen Gemeinden zur Nutzung überlassen. Erzbischof Gero von Köln verpflichtete die Gemeinden, jedes Jahr zu Pfingsten ein Kerzenopfer zu bringen.

Das Handeln des heiligen Arnold, den Wald den Menschen, die um ihn herum lebten, als Gemeinschaftsgut anzuvertrauen, verweist auch uns als Christen heute darauf, dass der Einsatz für ökologische Fragen von der Diskussion um das gesellschaftliche Zusammenleben und damit auch das Wirtschaften in unserem gemeinsamen Haus, der Erde, nicht zu trennen ist.

Mit dieser Aktion wollen wir auch ein Zeichen für Klimaschutz und Kohleausstieg setzen.

Die Fahrradwallfahrt startet

um 12:00 Uhr in Manheim an der Kirche und

um 11:00 Uhr in Lützerath an der Mahnwache.

Die Fahrradgruppen treffen sich um 14:00 Uhr in Ellen an der Kirche und fahren gemeinsam nach Arnoldsweiler (Ankunft gegen 14:45 Uhr).

Neben Wortbeiträgen und Informationen werden zwei Musikerinnen in der Arnolduskapelle auf alten Instrumenten mittelalterliche Musik spielen, und die mitgebrachten Kerzen werden am Grab des Heiligen Arnoldus gespendet. Das Ende ist gegen 16:00 Uhr vorgesehen.

 

Einladung zum Gottesdienst an der Kante - von der Offenen Gemeinde Heilig Kreuz Neuwied

„Gehe hin und handle Du ebenso“ (Lk 10, 37)

Sonntag, 22.05.22, 15 Uhr, Mahnwache Lützerath

 

Die Geschichte vom barmherzigen Samariter zeigt uns eindrücklich die Botschaft Jesu: im gequälten Geschöpf meine*n Nächtse*n erkennen – mitleiden – und helfen.

Dieser Text steht im Mittelpunkt des Gottesdienstes der Offenen Gemeinde Heilig Kreuz aus Neuwied. Alle sind eingeladen zu einem offenen Austausch, was uns diese Worte in der heutigen Zeit, an diesem besonderen Ort, sagen. Mit diesen Erfahrungen wollen wir dann gemeinsam Brot und Wein teilen: Menschen aus Neuwied, Menschen der Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen", alle, die sich eingeladen fühlen - reichen wir uns die Hände.

Die Menschen aus Neuwied werden um 14 Uhr an der Mahnwache eintreffen, um vor dem Gottesdienst Lützerath zu erkunden. Auch hierzu sind alle, die möchten, herzlich eingeladen.

Das Aachener Friedenskreuz kehrt zurück an die Eibenkapelle

Foto: Christa

Den Impuls zum Friedenskreuz ist hier nachzulesen.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

„Selig sind die, die für den Frieden arbeiten, denn sie werden Töchter und Söhne Gottes genannt.“ (Mt 5,9)

Sonntag, den 15. Mai, 11:30 h, Lützerath

 

Das Aachener Friedenskreuz wird an diesem Sonntag bei uns an der Kante sein - zum zweiten Mal nach dem Empfang des "Kreuzwegs für die Schöpfung" im letzten Jahr. Es wurde vor nunmehr 75 Jahren gestaltet angesichts von Tod und Zerstörung, die von Deutschland ausgegangen waren und auf Deutschland zurückschlugen. In Anbetracht der globalen Zerstörung unserer Umwelt soll es an diesem Sonntag im Gottesdienst auch uns zur nötigen Umkehr mahnen.

Das Friedenskreuz bei der Ankunft des "Kreuzwegs für die Schöpfung"  am 1. August 2021
Das Friedenskreuz bei der Ankunft des "Kreuzwegs für die Schöpfung" am 1. August 2021

Eine Welt in Frieden und Gerechtigkeit für die gesamte Schöpfung – das wünschen sich wohl die meisten Menschen. Beides ist auf das engste miteinander verknüpft, beides ist uns verheißen: "Da wird der Wolf beim Lamm als Flüchtling unterkommen, und der Leopard wird beim Böckchen lagern." (Jes 11,6)

Doch Frieden und Gerechtigkeit fallen nicht "vom Himmel“. Wir müssen uns aktiv dafür einsetzen, müssen uns und den herrschenden Diskurs, die Institutionen immer wieder hinterfragen. So wie es die Menschen getan haben, die das Aachener Friedenskreuz erschufen – und so, wie wir es gemeinsam in jetzt zwei Jahren „Gottesdienst an der Kante“ versuchen: Für den Frieden mit der Schöpfung.

Denn ganz nebenbei feiern wir an diesem Sonntag auch ein Jubiläum: Zwei Jahre Gottesdienste an der Kante. Wer hätte das damals gedacht?

 

Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein (kurzes) KiDl-Plenum statt.

Weiter und immer weiter...

Am 8. Mai stand unser Kreuz noch - am 15. war es erneut von RWE abgerissen worden. Nächste Woche stellen wir es wieder auf...

Gottesdienst "nach dem Urteil"

Wo Recht zu Unrecht wird . . .

"Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber zu Verbrechen."(Leo XIII)

Proteste vor der RWE-Zentrale in Essen

28.4.22

Auch "Die Kirche(n) im Dorf lassen" beteiligte sich an den Protesten anläßlich der Jahreshauptversammlung vor der RWE-Zentrale in Essen. Hier unser Redebeitrag.

Einladung zum Pfadfinde-Gottesdienst an der Kante:

„Und das Licht scheint in der Finsternis …“ (Joh1,5)

Samstag 30. 4. 2022, 17 Uhr in Lützerath

 

In dunklen Zeiten wie diesen ist es schwierig, den richtigen Pfad zu finden, die Orientierung zu behalten. Dann benötigen wir Wegweiser, die uns helfen, unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren – Menschen, Orte, einen Lichtschimmer in der Dunkelheit.

Auch in Lützerath, am Tagebau Garzweiler, ist es im Augenblick dunkel: Die Gerichte haben für die Zerstörung entschieden, Eckhardt Heukamp, der letzte Landwirt, mußte an RWE verkaufen, um der sofortigen Enteignung zu entgehen.

Wie finden wir in solchen Situationen Orientierung, Kraft und Zuversicht? Diesen Gedanken wollen wir Raum geben in unserem Gottesdienst.

Es besucht uns an diesem Tag eine Pfadfindergruppe vom DPSG Stamm Philipp Neri aus Essen- Horst. Juffis, Pfadis, Rover, LeiterInnnen und der Freundeskreis des Stammes laden alle alten und jungen Pfadfinder*innen zum gemeinsamen Gottesdienst an der Kante - und natürlich alle Menschen, die ihren eigenen Pfad suchen!

Grossdemo in Lützerath

Jetzt erst recht: Lützi bleibt!

23.4.22

Die Großdemo in Lützerath hat begonnen!  Trotz weiträumiger Absperrungen durch die Polizei kamen Tausende nach Lützerath, um gegen klimazerstörende Braunkohle und die völlig verfehlte Energiepolitik der Landesregierung zu protestieren.

Hunderte Menschen sind spontan aus der Demo ausgebrochen und protestieren in zivilem Ungehorsam direkt an der Tagebaukante, zum Abschluss der Kundgebung wird ein großes, aus Menschen gestelltes X gebildet.

 

Foto: UPA

Fotos: CreativeCommons BY-NC Christoph Schnüll

Kommt zur Großdemo in Lützerath am 23.4.2022!

  • 12 Uhr Start in Immerath (†) 
  • 13:45 Uhr Beginn Bühnenprogramm in Lützerath. Musik: Horst Wegener
  • 15 Uhr Gemeinsame Aktion
  • Nach der Demo geht es in der Halle weiter mit Musik, also bleibt gerne länger!

 

RWE-Tribunal am 24./25. April in Düsseldorf

Der blaue Planet

Am Wochenende findet nicht nur die Großdemo in Lützerath statt, sondern auch der lange geplante dritte Teil des RWE-Tribunals - diesmal in Düsseldorf, am Sitz der Landesregierung, bei der jetzt die letzten Hoffnungen auf ein Rettung der 1,5°-Grenze liegen! Hier ein Mobilisierungs-Video mit Gerd Schinkel:

"Kirche(n) im Dorf lassen" beim Ostermarsch in Köln

Schwerter zu Pflugscharen . . .

Fotos: UPA

16.3.22

"Eskalationsspirale durchbrechen - Atom- und Hochrüstung stoppen - Klima schützen!" Dies war das Motto des diesjährigen Ostermarsches. Und daher war der Zusammenhang zwischen dem Einsatz für Klimagerechtigkeit und Frieden auch Thema des Redebeitrags von KiDl bei der Auftaktveranstaltung zum Ostermarsch Rhein-Ruhr in Köln, der hier nachgehört werden kann (KiDl-Beitrag ab Minute 8).

 

Fassungslos machte uns das Plakat von Gegendemonstranten, auf dem sie u.a. "eine Kugel für Putin" forderten. Trotz unseres Hinweises, es handele sich dabei um den Aufruf zu einer Straftat, den wir zur Anzeige bringen wollten, schützte die Polizei das "Gegenplakat", unterband die Proteste dagegen - versuchte sogar, das von uns vor das Plakat gehaltene Kreuz wegzuschieben. Die Personalien der Kreuzträgerin wurden aufgenommen und  von einem "Angriff" auf Polizeibeamte (mit dem Kreuz!) gesprochen ...

 Einladung zum Gottesdienst an der Kante

"Wo alles tot zu sein scheint, sprießen wieder überall Anzeichen der Auferstehung hervor." (Papst Franziskus)

Ostermontag, 18.4.22, 15 Uhr in Lützerath, Eibenkapelle

 

"Wo alles tot zu sein scheint, sprießen wieder überall Anzeichen der Auferstehung hervor." (Papst Franziskus) Wir möchten angesichts von allen Dunkelheiten dieser Zeit die Auferstehung feiern: den Aufstand des Lebens gegen den Tod und die Zerstörung des Lebens.

Impressionen vom Oster-Gottesdienst (Fotos: UPA)

Hier geht es zur Predigt.

 

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

"Und in der sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land ..." (Mk 15,33)

Karfreitag, 15.4.22, 15 Uhr in Lützerath, vor Eckardts Hof

 

Finsternis legt sich auf das Land, denn Jesus, der Mensch - und für die Christ*innen auf der Welt Gottes Sohn - stirbt einen qualvollen Tod am Kreuz. Das Licht schwindet aus der Seele von uns Menschen, wenn das Gute, die Gerechtigkeit stirbt – wenn uns die Hoffnung verlässt.
In unserem Gottesdienst wollen wir uns in Gemeinschaft dieser Leere stellen, sie aushalten - und gemeinsam das Licht der Hoffnung suchen.

Eindrücke vom Karfreitags-Gottesdienst (Fotos: UPA)

 

Hier die Predigt. zum Nachlesen und hier hier das Vido:

"Bonhoeffer-Kreuz" steht wieder!

Fotos: B. Schnell

10.4.22

Im Oktober hatten wir im Rahmen eines Gottesdienstes mit dem Titel "Dem Rad in die Speichen fallen" ein Kreuz im Tagebauvorfeld aufgestellt - zwischen Mahnwache und dem Bagger. Am 24. Februar wurde es von RWE-Maitarbeitern abgerissen. Am 20. März haben wir es wieder aufgestellt - es wurde erneut zerstört. Im Rahmen des Lützerather Frühlingsfestes haben wir es gestern wieder aufgerichtet . . . Schaun wir mal!

Kasperlspiel zum Frühlingsfest in Lützerath am 10. April 22

Gretel, Kasperl, Seppel und das schwarze Loch

Ein Kasperlspiel in 5 Akten

 

Der Lebensraum und das Klima im Dorf Lützerath werden von dem bösen Zauberer Markus und seiner Bestie, dem ERWElligator, zerstört. Markus lügt, was das Zeug hält und der Wachtmeister Dirk wird von König Armin und Prinz Hendryck, dem kleinen Münsterländer, daran gehindert, die Lügen aufzuklären und dem Dorf Lützerath zu helfen. Nur Gretel will das nicht hinnehmen, doch auch Kasperl und Seppel haben zunächst keine Lust, sich mit dem bösen Erwelligator anzulegen. Aber schließlich Gretel führt den Widerstand gegen das Untier und gegen die Lügen vom schwarzen Loch an. Am Ende werden König Armin und Prinz Hendryck abgesetzt und Königin Kathrin auf den Thron gesetzt. Ob es jetzt besser wird?

Wir wurden angefragt, ob wir - zum Frühlingsfest - auch mal was anders können als Andachten. Wir haben es jedenfalls mal probiert  . . .  aber seht selbst: Video

 

KiDl ruft auf: Beteiligt Euch an den Ostermärschen

Eskalationsspirale durchbrechen - Atom- und Hochrüstung stoppen - Klima schützen!

 

"Die Kirche(n) im Dorf lassen" wird beim diesjährigen Ostermarsch als Gruppe präsent sein - mit dem gewohnten gelben Kreuz und dem Transparent "Diese Wirtschaft tötet". Schließt Euch gerne an: Samstag, 16. 4. 2022, 11 h, Appellhofplatz, Köln

Oder beteiligt euch an einer der zahlreichen Aktionan an weiteren Orten, hier nur eine Auswahl:

 

Freitag, 15. April,
13:00, Gronau
14:00 bis 16 h, Jülich

Samstag, 16. Apil

10 h, Duisburg
11:00 bis 12:30, Düren

13:30 bis 18:00 Münster

14:00 Bonn

14:30 Düsseldorf
Sonntag, 17. April
10:00 bis 17:00 Essen
Montag, 18. April
13:00 bis 16:00 Dortmund
14:00 bis 16:00 Krefeld

 

Nähere Infos gibt es hier.

 


23. April:  Großdemo in Lützerath

Am Samstag den 23. April laden wir gemeinsam mit vielen weiteren Gruppen zur Großdemonstration nach Lützerath ein!

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat entschieden, dass der Lützerather Landwirt Eckardt Heukamp im Schnellverfahren enteignet werden kann. Dabei ist glasklar, dass es nicht dem Gemeinwohl dient, mitten in der Klimakrise Braunkohle zu verbrennen und dafür Dörfer abzureißen. Die Landesregierung muss eine neue Leitentscheidung erlassen, die alle bedrohten Dörfer erhält und Restkohlemengen festlegt, die mit der 1,5 Grad-Grenze vereinbar sind.

Mitten im Wahlkampf in NRW machen wir klar: Lützerath muss bleiben, der zerstörerische Kohleabbau muss ein Ende haben! Die Klimakatastrophe ist schon jetzt die Hölle für viele Menschen auf der Erde – und wenn weiter Braunkohle verbrannt wird, wird es noch viel schlimmer. Es ist eine Illusion, dass Kohleverbrennung irgendetwas mit „Versorgungssicherheit“ zu tun hat. Eine sichere Welt wird es nur mit 100% Erneuerbaren geben.

Deshalb zeigen wir am 23.4. gemeinsam: Lützerath bleibt! Wir werden das Dorf mit unseren Körpern schützen und den Tagebau aufhalten!

 

Nach dem Versagen der Justiz:

Anrufung einer höheren Gerechtigkeit

3.4.22

Wir haben heute ein großes Kreuz aus Stoff ins Tagebauvorfeld, an die Kante getragen - zwischen das bedrohte Lützerath und die Bagger von RWE.

In unserer Pressemitteilung dazu heißt es: "Von alters her glaubten Menschen, dass der Blick Gottes auf seine Schöpfung vom Himmel herkäme, dass die Perspektive Gottes eine geweitete Perspektive der Vögel sei, so wie sie auf das schwarze Loch des Todes im Garzweiler Tagebau blicken. Wir wollen das Kreuz – als ein sichtbar gewordenes Gebet und als ein Symbol des Widerstandes – mit einer Drohne überfliegen und es zu einem Hilferuf machen, der in die Welt hinaus geht."

 

Hier ein erstes kurzes, hier ein längeres Video der Aktion, hier eins vom ZDF. Die vollständige Pressemitteilung gibt es hier.

 

Im Anschluß an den Dorfspaziergang feierten wir Gottesdienst:  "Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber zum Verbrechen." Zur Predigt.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

"Wo Recht zu Unrecht wird..."

Sonntag, 3.4.22, 15 h in Lützerath

 

Das Urteil ist gesprochen: Lützerath darf abgebaggert, Eckhart vertrieben, das Camp geräumt werden. Unser aller Hoffen auf eine juristische, eine gewaltfreie Lösung wurde enttäuscht. Fassungslos stehen wir vor der Ignoranz der Richter, die immer noch nicht begriffen haben, was das Überschreiten der 1,5°-Grenze bedeutet.

"Wo Recht zu Unrecht wird,

wird Widerstand zur Pflicht,

Gehorsam aber zu Verbrechen."

Papst Leo XIII

Deshalb werden wir Lützerath verteidigen, mit unseren Körpern, mit Gebeten und Liedern, mit dem gelben Kreuz in unserer Mitte. Vor allem die Eibenkapelle werden wir vor dem Zugriff von RWE schützen.

In diesem Gottesdienst wollen wir Klage erheben - und anklagen. Uns gegenseitig trösten und stärken, für das was kommt.

Pressekonferenz in Lützerath zur Lage nach dem Urteil

29.3.22
Heute um 11 Uhr gab es in Lützerath eine Pressekonferenz zur aktuellen Lage (Video hier).

"Ich finde es unerträglich dass die Bälle zwischen Politik und Gerichten immer hin und her geschoben werden„ sagte Eckardt Heukamp nach dem OVG-Urteil.

Gesprochen haben:
Dirk Jansen, BUND
Jona Heidner, Ende Gelände
Eckardt Heukamp
Pauline Brünger, Fridays for Future
sowie Vertreterinnen von #LütziLebt

Grottiges Urteil aus Münster:

Freifahrschein für RWE?

Gottesdienst am kommenden Sonntag, 15 h in Lützerath

28.3.22

Klimaschutz spielte für das OVG Münster offenbar keine Rolle bei der Urteilsfindung: RWE darf Lützerath abbagger, und ab sofort mit Vorbereitungsarbeiten beginnen. Umwelt- und Klimagruppen üben scharfe Kritik und kündigen Protestaktionen an. Wir beteiligen uns mit einem Gottesdienst am Sonntag, 3.4., 15 h in Lützerath.

 

Hier die Pressemitteilung von "Alle Dörfer bleiben":

 

Lützerath: Scharfe Kritik an vorzeitiger Enteignung
Demonstration für bedrohtes Dorf am 23.4.

+ Pressekonferenz Dienstag 29. März 2022 um 11 Uhr in Lützerath +

Das Bündnis Alle Dörfer Bleiben übt scharfe Kritik am Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster, der die vorzeitige Enteignung Eckardt Heukamps für rechtmäßig erklärt. Der Kohlekonzern RWE darf demnach den Hof des letzten Landwirts in Lützerath abbaggern um den Braunkohletagebau Garzweiler II zu erweitern, selbst wenn es für die Versorgungssicherheit nicht nötig sei. Alle Dörfer Bleiben stellt klar, dass der Konflikt damit nicht befriedet sei: die Landesregierung müsse die Kohle unter Lützerath im Boden lassen, um die Erderhitzung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen. Zahlreiche Gruppen laden als Reaktion auf das Urteil ab jetzt jedes Wochenende zu Protestaktionen in Lützerath ein. Am 23. April soll es im Dorf eine Großdemonstration geben.

Der Kläger Eckardt Heukamp bleibt trotz der Entscheidung des Gerichts kämpferisch: „Ich werde doch jetzt nicht meine Kisten packen und gehen! Allen ist klar, dass der Kohleausstieg für den Klimaschutz vorgezogen wird und es deshalb eine neue Leitentscheidung braucht. Warum sollte ich gehen, wenn sich in ein paar Monaten herausstellt, dass mein Dorf bleiben kann? Ich erwarte von der Landesregierung um Ministerpräsident Wüst, dass sie ein Abrissmoratorium für Lützerath beschließt, bis es eine neue Leitentscheidung gibt.“

Das Gericht begründet den Beschluss unter anderem damit, dass es gar nicht darauf ankomme, ob die Stromversorgung des Landes tatsächlich in Gefahr gerate, wenn die Braunkohle aus dem Tagebau Garzweiler fehle. „Für eine Besitzeinweisung reicht es aus, dass die Versorgung des Energiemarktes mit Braunkohle gefährdet ist“, heißt es in der Presseerklärung des Gerichts. Weiterhin argumentiert das Gericht, dass es keine ausreichende klimapolitische Gesetzesgrundlage gibt, um der Klage der Bewohner*innen von Lützerath zu geben. Die Beschwerde enthalte „klimapolitische Forderungen, die im geltenden Recht keine Grundlage haben und an den Gesetzgeber zu richten wären.“

David Dresen von Alle Dörfer bleiben kommentiert die Entscheidung: „Das Urteil ist komplett aus der Zeit gefallen. Klimaschutz hat in der Begründung des Gerichts überhaupt keine Rolle gespielt. Das liegt vor allem daran, dass es keine klaren Vorgaben der Bundesregierung gibt, wie sie die 1,5-Grad-Grenze überhaupt einhalten will." so David Dresen von Alle Dörfer bleiben. "Der Ball liegt also wieder bei der Bundesregierung. Sie muss einen Plan mit konkreten Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaziele vorlegen. Dann fallen die Entscheidungen der Gerichte auch anders aus und Lützerath kann bleiben."

Alle Dörfer Bleiben fordert eine neue Leitentscheidung, die sicherstellt, dass RWE nur noch so viel Kohle verbrennen darf, wie mit der Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze vereinbar ist. Dann werde auch Lützerath erhalten. Zurzeit leben viele Klimaaktivist*innen auf dem Camp in Lützerath; sie haben dort Hütten und Baumhäuser errichtet und sind entschlossen, das Dorf vor dem Abriss zu schützen.

„Auch wenn das Gericht anders entschieden hat: Es ist glasklar, dass es nicht dem Gemeinwohl dient, mitten in der Klimakrise Braunkohle zu verbrennen und dafür Menschen zu enteignen. Wir kämpfen deshalb weiter für den Erhalt von Lützerath!“ so Alexandra Brüne von Alle Dörfer Bleiben.

Die vom Hambacher Forst bekannten Waldführer*innen Eva Töller und Michael Zobel laden am 3. April zu einem Dorfspaziergang nach Lützerath ein, am 10. April wird es eine Radtour durch die Dörfer und ein Frühlingsfest in Lützerath geben. Am 17. April ist ein Wochenende mit buntem Programm im Dorf geplant. Am 23. April rufen dann zahlreiche Gruppen der Klimabewegung zu einer Großdemonstration in Lützerath auf.

Das vollständige Urteil findet ihr hier:

Download
Urteil des OVG Münster zu Lützerath
p220328.pdf
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Immer wieder: Dem Rad in die Speichen fallen

Von RWE abgerissenes Kreuz wieder aufgerichtet

20.3.22

Fünf Monate stand unser gelbes Kreuz in Lützerath – hinter dem Wall, im Tagebauvorfeld. Wer den Blick auf den bedrohlich vorrückenden Bagger richtete, hatte meist auch das Kreuz im Blick: Ein Zeichen der Hoffnung, des Friedens, des Ausgleichs - und des Widerstands.

RWE hat es abgesägt, am 24. Februar, nach dem Polizeieinsatz, nachdem alle gelben Xe und zahlreiche Teddybären vom Wall gerissen und mit dem Bulldozer zusammengeschoben waren.

Nicht die übliche Security, die Leiharbeiter, die hier täglich ihre Schichten schieben, haben es getan. Nein, es waren die „Bessergestellten“, die RWE-Mitarbeiter, offenbar auf besondere Anweisung. Die Polizei stand dabei, schüttelte den Kopf und sprach von „Kindergarten“.

Heute haben wir es wieder aufgerichtet.

 

Den anschließenden Gottesdienst feierten wir auf dem Feld der neuen Lützerather Gruppe "Kollektive Landwirtschaft", zwischen - im Angesicht des Baggers - frisch eingesäten Möhren, Radieschen, Erbsen ...

Hier zum Video, hier zur Predigt.

Eindrücke von Kreuzaufstellung und Gottesdienst                                                  alle Fotos: UPA

Bemerkenswerte Urteile in Mönchengladbach

Drei Prozesse - drei Freisprüche

Sänger*innen von Lebenslaute vor dem Amtsgericht Mönchengladbach
Sänger*innen von Lebenslaute vor dem Amtsgericht Mönchengladbach

14.3.22

 

Alle drei wegen Hausfriedens-bruchs angeklagten Aktivist*innen von Lebenslaute wurde vom Amtsgericht Monchengladbach freigesprochen. In der Begrün-dung des Gerichts heißt es u.a.: Da RWE massiv in das Eigentum anderer eingreife, müssten sie einen kleinen Hausfriedensbruch auch hinnehmen!

 

 

Die vollständige Begründung hier:

 

Download
Urteilsbegründung zu Lebenslaute.pdf
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Einladung zum Gottesdienst an der Kante

„Und sie aßen alle und wurden satt.“ (Mt 15,37)

Sonntag, 20.3.22., 15 Uhr in Lützerath

 

Sieben Brote und wenige kleine Fische – und 4000 Menschen werden satt, ein Wunder der Gemeinschaft. Jeder 10 Mensch auf der Welt hungert (811 Millionen), satt zu werden ist für sie ein Wunschtraum. Die seit langem bestehende extreme Verteilungs-Ungerechtigkeit wird jetzt zusätzlich verschlimmert durch die Folgen des Klimawandels - und des Krieges. Den die Armen dieser Welt leiden unter den Teuerungen am stärksten.

Gleichzeitig leben viele Menschen vor allem der reichen Länder im materiellen Überfluss – und merken, dass sie trotzdem nicht „satt werden“.

Vielleicht gebe es eine Lösung: "Wer zwei Unterkleider hat, gebe dem ab, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso." (Lk 3,11)

 

Corona: Wir bitten um Beachtung der 3G-Regel, halten Abstand. Nachverfolgungslisten (nur für den internen Gebrauch) liegen aus.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst halten wir ein (kurzes) KiDl-Plenum.

Bagger nur noch 119 m vor Lützerath

David gegen Goliath

Foto: B. Schnell

10.3.22

Nach der gestrigen Pressekonferenz, in der es um den von RWE nicht eingehaltenen Mindestabstand von 400 m zur Wohnbebauung ging, liefen zahlreiche Menschen an die Kante, um gegen diesen Skandal zu protestieren. Eigentlich hätte der Bagger stoppen müssen - aber unter Mißachtung aller Sicherheitsvorschriften setze er sein Zerstörungswerk fort. Ein (externes) Video vom laufenden Bagger gibt es hier, die Pressekonferenz ist hier dokumentiert.

alle Fotos: UPA

„Wenn doch endlich mal einer käme ...“

KiDl-Gottesdienst am 6.3.22 an der Manheimer Kirche

Wir haben heute mit

einem Gottesdienst im

Kirchenportal den

Kirchhof in Manheim

"in Anspruch genommen":

Für die Menschen,

den Frieden,

die Schöpfung

und für Jesus Christus.

 

 

 

 

 

Hier zu Video und Predigt.

Andacht der Fassungslosigkeit

27.2.22

Wir sind heute in einer Prozession an den Wall gegangen, um der am vergangenen Montag von RWE - entgegen der Auflagen des OVG Münster - getöteten Mitgeschöpfe zu gedenken. Eine "Abordnung" ging auch über den Wall und legte einen Kranz am Ort der Zerstörung ab.

Hier das Video von Prozessionund Andacht, hier zur Predigt.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

„Wenn doch endlich mal einer käme ...“

Sonntag, den 6.3.22, 15 h (nach dem Waldspaziergang) an der Manheimer Kirche

 

„Wenn doch endlich mal einer käme und mit der Faust auf den Tisch schlüge" - der Ausspruch einer KiDlerin im Gespräch über die Situation in Manheim. Ein Stoßseufzer der Verzweifelung, der Ohnmacht angesichts des Zustandes unserer Welt. Anstatt schnell und konsequent auf die drohende Klimakatastrophe zu reagieren, erleben wir ein „weiter so“ der Gewalt, Zerstörung und immer größerer Ungerechtigkeit.

Wenn doch einer käme, der es richtet: ein frommer Wunsch, ein Ausweichen - oder Besinnung auf Kraftquellen, die uns dazu befähigen, uns weiter einzusetzen für eine andere, bessere Zukunft.

Diesen Gedanken wollen wir gemeinsam nachspüren, Raum geben und ein Zeichen der Hoffnung setzen.

Viel Polizei in Lützerath

Situation unübersichtlich - Camp und Häuser wohl nicht in Gefahr - Bleibt informiert!

24.2.22

Nach einem Zwischenfall an der Kante - es wurden wohl Steine auf den Bagger geworfen - ist im Morgen ein größeres Polizeiaufgebot in Lützerath eingerückt, auch ein Hubschrauber sei vor Ort. Haltet euch informiert über die einschlägigen Twitteraccounts:

Einladung zur Prozession an die Kante

Andacht der Fassungslosigkeit

So 27.2.22, 14 h, Lützerath

 

Schon wieder hat RWE Tatsachen geschaffen: Entgegen der Vorgaben des OVG Münster wurden im Tagebauvorfeld bei Lützerath Bäume gefällt, unsere Mitwesen getötet. Wir werden daher am Sonntag in einer Prozession an diesen Ort der Zerstörung gehen, um dort gemeinsam unsere Trauer, unsere Wut, unsere Fassungslosgkeit auszudrücken und zu teilen.

Ein Kreuz für den Kohle-Kreisel

Fotos: Barbara Schnell

14.2.22

Ein Kreisverkehr begrüßt bei Jackerath die Autofahrer, die von der A61 Richtung Erkelenz fahren: Willkommen in NRWE - zur Verdeutlichung mit Braunkohle "verziert". Seit dem letzten Sonntag wird die Kohle durch ein gelbes Kreuz kontrastiert - eines der Symbole des Widerstands gegen das klimazerstörende Geschäftsmodell von RWE.

Ein weiteres Kreuz wurde am 8. Januar aufgestellt - in Erinnerung an den inzwischen vierten Jahrestag der Zerstörung des Immerather Domes - an der früheren Abzweigung von Lützerath nach Immerath. Der Sturm hatte es umgeworfen - jetzt steht es wieder!

Einladung zum Gottesdienst an der Kante:

Aus dem Leben der vor uns Kämpfenden - ­für ­unser Leben ­als ­Kämpfende

Sonntag, den 13. Februar, ca. 15 h (nach dem Dorspaziergang),
an der Eibenkapelle Lützerath

 

"Selig sind die, die verfolgt werden,
weil sie die Gerechtigkeit
lieben,
denn ihnen gehört
Gottes Welt." (Mt 5,10)

 

Am 12. Februar ging eine Aktivisti am Rande eines von Verwüstung bedrohten Dorfes. Sie war auf dem Weg zu einem Treffen von Bäuer*innen und lokalen Aktivisti … Am 12. Februar 2022 in Lützerath?  Durch Braunkohletageabbau bedroht? Zur Verteidigung der 1,5°-Grenze?

Nein, es war die Ordensschwester und Gemeindearbeiterin Dorothy Stang, die am 12. Februar 2005 am Rande des Amazonasdorfes Anapú im brasilianischen Bundesstaat Pará auf dem Weg zu einem Gemeindetreffen war und dort auf ihren von Großgrundbesitzern gedungenen Mörder traf. Sie war unterwegs, den Regenwald am Amazonas zu schützen und die LandarbeiterInnen vor Ort zu unterstützen.

Der Tod von Schwester Dorothy, einer weißen, us-amerikanischen Frau, hat die Öffentlichkeit erreicht - im Unterschied zu den vielen, für uns namenlosen indigenen Opfern. Im Gedenken an all diese feiern wir diesen Gottesdienst.

Aber gerade aufgrund ihrer Herkunft, kann Irmã (portugiesisch = Schwester) Dorothy für uns ein Beispiel sein, wie weit Solidarität gehen kann. Mit dem Gedenken an sie wollen wir sie ehren, aus ihrer Geschichte wollen wir Kraft schöpfen für unseren eigenen Kampf: für die Bewahrung der Schöpfung, für Klimagerechtigkeit.

 

Corona: Angesichts der steigenden Zahlen halten wir uns bitte an 3G und achten auf Abstände; zudem liegen wieder Listen aus. Bitte beachtet, daß Lützi lebt um Einhaltung von 2G+ bittet.

Hier geht es zum Video, hier zur Predigt über Sr. Dorothy Stang.

Waldspaziergang am Osterholz

6.2.22

Beim ersten Waldspaziergang am Osterholz entstand eine "Gedenkstätte" - hier ein paar Impressionen:

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

 

Nach der Entscheidung des OVG Münster:

Jubel oder Klage? Lützerath bleibt!

Am Sonntag "nach dem Urteil", 15 h, Eibenkapelle Lützerath

 

Während sich die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag für die Rettung der Keyenberger Dörfer stark macht, bleibt das Dokument an anderer Stelle vage. Dort heißt es: „Über Lützerath werden die Gerichte entscheiden.“

Die erste wichtige Gerichtsentscheidung über die Zukunft des letzten Privatgrundes von Lützerath erwarten wir in diesen Tagen. Wie es auch kommen mag: Für den Sonntag nach dem Urteil des OVG Münster laden wir euch ein zu einem Gottesdienst an der Eibenkapelle.

Wir hoffen natürlich alle, dass wir Grund zur Freude haben und zum Dank. Wenn es dennoch anders kommt: Wir wollen unsere Enttäuschung, unsere Trauer in Gemeinschaft ausdrücken. Und uns vorbereiten, auf das was kommt.

Haltet euch informiert.


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