Aktuelles

Alle Häuser bleiben!

 

Kaum ist die Wahl vorbei, will RWE in Lützerath wieder Fakten schaffen: Seit einigen Tagen

trifft RWE massiv Vorbereitungen zum Abriss von Häusern, verbunden meit entsprechenden Rodungen. Die Aktivistis in Lützerath bereiten sich derzeit auf Abrissarbeiten ab dem 1.10. vor.

Kommt nach Lützerath, beteiligt euch an den Protesten!

Menschen von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" werden am Freitag in Lützerath sein (ab ca. 10 h, Treffpunkt an der Eibenkapelle). Auch in den nächsten Tagen und Wochen werden wir regelmäßig vor Ort sein, informiert euch über unseren Twitter oder - am aktuellsten - über Lützi lebt.

Fest stehen bereits zwei Termine:

Gottesdienst am 9.10.21, 15 h, Lützerath; anschließend (ca. 17 h) Plenum, danach Liederabend!

Gottesdienst am 23.10.21, 15 h, Lützerath


Ach ja: Und Donnerstag 10:30 h Gottesdienst vor dem Amtsgericht Erkelenz...

 

Freitag, 1. Oktober 2021, ab 11 Uhr

"Platz nehmen" an der Eibenkapelle

27.9.21

Auch "Die Kirche(n) im Dorf lassen" beteiligt sich an der Aktion "Platz nehmen" von "Alle Dörfer bleiben" am Freitag, den 1. Oktober - also pünktlich zum Beginn der Rodungssaison. Es verdichten sich die Anzeichen, daß RWE bereits früh mit Rodungen und Abrissen beginnen wird. Deshalb laden wir alle ein, sich uns an der Eibenkapelle anzuschließen - bringt (wenn möglich gelbe!) Sitzgelegenheiten und ein Picknick mit!

KiDl-Gottesdienst in der Kirche von Kuckum!

alle Fotos: H. Perscke
27.9.21
Unsere Prozession am Sonntag von der verschlossenen Kirche in Keyenberg zur geöffneten in Kuckum war sehr beeindruckend. Überhaupt war es das erste Mal, dass einer unserer Gottesdienste In einer Kirche stattfinden konnte. Besonderes Highlight war die Beteiligung der Zapatistas! Ein Video vom Keyenberger Teil des Gottesdienstes gibt es hier.

Überraschungsbesuch in Lützerath

Greta in Lützerath: "Ein Ort voller Traurigkeit"

25.9.21

 

Prominente Unterstützung erhielt der in diesem Herbst anstehende Kampf um Lützerath: Greta Thunberg besuchte Lützerath und stellte sich so an die Seite der Menschen, die den Ort gegen die drohende Zerstörung durch RWE verteigen: An die Seite von Bauer Eckart Heukamp, dem im November die Räumung droht, der Menschen von "Alle Dörfer bleiben" und der Aktivist*innen vor Ort, die die Verteidigung mit Hochdruck vorbereiten: Schon am kommenden Mittwoch, zum Beginn der Rodungssaison, startet die Aktionswoche "Alle Bäume bleiben". Gretas Rede gibt es u.a. hier.

 

Ein Überblick über die geplanten Aktionen rund um die Verteidigung Lützeraths:

29.09.- 06.10. Anti-Rodungs-Skillshare „Alle Bäume bleiben“
01.10. Beginn der Rodungssaison mit „Platznehmen“Aktion von Alle Dörfer bleiben (11-13 h)
10.10. Dorfspaziergang
29.10.-05.11. Anti-Abriss-Skillshare und Unräumbar-Festival mit Protestcamp
01.11. voraussichtlicher Räumungsbeginn

Immer Aktuelles auf Lützi lebt!

 

Auch "Die Kirche(n) im Dorf lassen" wird sich mit kurzfristig angesetzten Gottesdiensten an den Protesten beteiligen: Haltet euch bereit, schaut auf unseren Twitter-Account. Den Auftakt machen wir schon am Donnerstag vor dem Amtsgericht Erkelenz (10:30 h, Einladung s.u.)!

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

Lass Gerechtigkeit regnen!

Donnerstag, 30. 9. 21, 10:30 h, vor dem Amtsgericht Erkelenz

 

Diesmal liegt die Kante in Erkelenz, am Amtsgericht: Dort findet der erste Prozeß wegen angeblichen "Hausfriedensbruchs" im Zusammenhang mit unserer Prozession auf die L277 am Tag der Rodung der Alleebäume statt. Es sind drei (der insgesamt 24) Teilnehmenden angeklagt, den Anfang macht Conni Senne von "Die Kirche(n) im Dorf lassen". 

Vor dem Gerichtstermin (12 h) feiern wir gemeinsam Gottesdienst: Wir werden darin die immer wieder versuchte Kriminalisierung - auch der christlichen - Klimagerechtigkeitsbewegung beklagen, uns aber vor allem in Gemeinschaft und Solidarität für die Verhandlung stärken.

Wir zählen auf eure Solidarität!

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

Klage und Trauer um die Kirchen in Keyenberg und Kuckum

Sonntag, 26.9. 21, 15 Uhr an der Kirche in Keyenberg, mit Prozession zur Kirche in Kuckum

 

Und Gott sprach: „Ich habe dein Gebet und dein Bitten, das du vor mich gebracht hast, gehört. Ich habe dieses Haus, das du gebaut hast, geheiligt, um dort meinen Namen für immer niederzulegen. Meine Augen und mein Herz werden alle Zeit dort sein." (1 Kön 9,3)

Gott hat Wohnung in seinem Haus, dem Tempel, inmitten seines Volkes. Und noch immer sind Kirchen besondere, geheiligte Ort, in denen Menschen zusammenkommen, um so mehr, wenn um sie herum alles zusammenbricht. Und (nur) in der Gemeinschaft der Menschen ist Gott anwesend.

Den Menschen in Kuckum und Keyenberg wird dieser Ort jetzt genommen. Die Amtskirche selbst verbannt Gott aus seinem Haus, indem sie die Kirchen zunächst verschlossen hat und jetzt entwidmen will. Sie macht sich damit zum Erfüllungsgehilfen von RWE. Anstatt ein deutliches Zeichen gegen die weitere Zerstörung der Schöpfung - des Klimas - zu setzen, geben sie die Kirchen und Dörfer an der Tagebaukante zum Abriss frei.

In unserem Gottesdienst wollen wir der Orte - Kirchen und Dörfer - gedenken, uns gegenseitig zu stärken und zu ermutigen in unserem Widerstand gegen die Zerstörung - alle Kirchen und Dörfer bleiben! Wir wollen gemeinsam klagen und Zeugnis ablegen und diese Stimme soll nicht mehr verstummen.

Bischof Dieser beschließt Entwidmung der Kirchen in Keyenberg und Kuckum

Die in dieser Woche bekannt gegebene Entscheidung des Aachener Bischofs Dieser, die Kirchen in Keyenberg und Kuckum trotz vielfacher Einsprüche zu entwidmen, kommentiert "Die Kirche(n) im Dorf lassen" in einer Pressemitteilung: Sie sei bedrückend, und enttäuschend, nicht nur für die Menschen in den bedrohten Dörfern, ein darüber mit RWE geschlossener Vertrag nach aktueller Rechtsprechung und kirchlicher Lehre (Laudato si) sittenwidrig. Die ganze Erklärung findet ihr hier.

4. September 2021

Presserklärung der Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“

 

Abtransport der historischen Glocken von Heilig-Kreuz Keyenberg und zur Erklärung der Pressestelle des Bistums Aachen

 

Die Initiative DIE KIRCHE(N) IM DORF LASSEN sieht die Wegführung der drei Glocken aus der Keyenberger Kirche am 3.9.2021 mit großer und wachsender Sorge. Unter den am Ort verbliebenen BewohnerInnen ist eine übermächtige und ohnmächtige Enttäuschung festzustellen, welche sich nun nicht mehr nur auf den Erkelenzer Pfarrer und die ihn umgebende kleine Gruppe bezieht, sondern nach der heutigen Pressemitteilung der Pressestelle des Bistums auch auf die Amtskirche an sich übergreift. Grundsätzlich begrüßt die Initiative, dass heute nicht auch die Fenster geplündert worden sind. In den Glockenstuhl der kleinen Kapelle im Umsiedlungskarrée Erkelenz-Keyenberg-Neu aber hätten sich problemlos kleine neue Glocken einfügen lassen, zumal Pfarrer Rombach oft den völligen Neubeginn gepredigt hat und nach dem Verkauf der Keyenberger Liegenschaften an die RWE AG Geld nun nicht das Problem eines Neuanfangs bei den Glocken sein kann. Besonders enttäuschend ist auch, dass man zunächst durch die Polizei mitteilen ließ, die Glocken kämen „zur Überarbeitung“. Diese Lügen sind angesichts der Bedrängnis der in Keyenberg verbleibenden verunsicherten EinwohnerInnen und Gemeindemitglieder „schäbig“ und eines Seelsorgers ausgesprochen unwürdig. Die gesamte Kommunikation, die nun bemerkenswerterweise von der Pressestelle des Bistums verbreitet wird, wirkt widersprüchlich 1.
Es drängt sich die Vermutung auf, dass trotz entgegengesetzter Aussagen des Bischofs Keyenberg durch die Amtskirche für die Übernahme durch den Tagebau vorbereitet werden soll.

 

So ist die Wegführung der Glocken der erste Schritt einer stückweisen Zerstörung der Kirche, welche ihren Ursprung in dem Wunsch einer weiteren preisgünstigen Kohleverstromung hat. Die philosemitische Bedeutung von Heilig-Kreuz Keyenberg werde bestenfalls ignoriert, ein Hindernis für die Kohleverstromung auch im Sinne eines der Kanzlerkandidaten des laufenden Bundestagswahlkampfes zügig beseitigt, so Dr. Anselm Meyer-Antz, einer der Sprecher der Initiative. Der Erkelenzer Pfarrer wolle sich eines Problems schnell entledigen, welches der Gesamtkirche die Chance böte, das Ruder herumzureißen und am 1,5-Grad-Ziel der gesamten Menschheitsfamilie mitzuarbeiten. Dieses autoritäre Verhalten der Verantwortlichen in Erkelenz und in Aachen steht einem geschwisterlichen und solidarischen Kirchenverständnis entgegen. Stärker, als dies der Erkelenzer Kirchenvorstand getan hat, kann nicht gegen die 10 Thesen zum Klimaschutz der deutschen Bischofskonferenz gehandelt werden 2.

 

Ein namentlich nicht genannter Sohn des Ortes Keyenberg: „Meine Vorfahren, die vor etwa 300 Jahren in Keyenberg gelebt haben, haben für Glocken für die Hl. Kreuz Kirche in Keyenberg gespendet. Nicht für diesen Kubus auf dem Acker, am Herrather Weg‘ in Erkelenz.“

 

Die Initiative DIE KIRCHEN IM DORF LASSEN fordert vor diesem Hintergrund die Verantwortlichen auf, die drei Glocken wieder an ihren eigentlichen Ort zurückzubringen. Sie warnt eindringlich vor dem sonst für die Kirche und für den Bischof entstehenden Schaden.

Dr. Anselm Meyer-Antz: „Die Diözese Aachen und vor allem die dort für die Kommunikation Verantwortlichen haben hier der Kirche an sich und ohne Not wieder ein massives Glaubwürdigkeitsproblem eingefahren, auch über den Raum Erkelenz hinaus und auch bei ihren eigenen Leuten. Dies verwundert insbesondere angesichts der massiven Glaubwürdigkeitsprobleme, welche die Kirche angesichts krimineller oder forensisch kranker Menschen unter ihren Priestern ohnehin schon hat.“

 

Keyenberg 4.9.2021

Kontakt Anselm Meyer-Antz +49 172 9674245 anselmomz@gmx.de

 

1 Vgl. https://www.bistum-aachen.de/aktuell/nachrichten/nachricht/Vertrauter-Klang-schafft-ein-Gefuehl-von-Heimat-und-Gemeinschaft/.

2 Vgl. https://www.dbk-shop.de/de/zehn-thesen-klimaschutz-ein-diskussionsbeitrag.html#files.

 

31. August 2021

Offener Brief an Bischof Dr. Dieser und Generalvikar Dr. Frick

Keine Entwidmung der Kirchen in Keyenberg, Kuckum und Berverath!

Im folgenden offenen Brief fordert Die Kirche(n) im Dorf lassen ein "deutliches Zeichen der Hoffnung und Zuversicht" und bietet das Gespräch an.

 


Seite 2


15. August 2021

Dorfspaziergang und Lebenslaute

Im Rahmen des Kulturprogramms „Kultur ohne Kohle – eine rheinische Landpartie!", das noch bis zum 22. August 2021 auf großen und kleinen Bühnen, Wiesen und Straßen, in Höfen und Wäldern der Dörfer in der Rheinischen Braunkohle-Region stattfindet, gab es am 15. August einen Dorfspaziergang mit anschließendem Konzert des Aktionsorchesters Lebenslaute.

Weitere Info auf der Webseite von Alle Dörfer Bleiben!

Ein Video der Rede der Klimaaktivistin Luisa Neubauer findet sich hier.

Auch die WDR Lokalzeit hat die Aktion in einem sehr kurzen Bericht erwähnt (ab Minute 14:26)

13. August 2021

Aachener Friedenskreuz an der Abbruchkante

Pax christi-Mitglieder waren sich einig: "Das Aachener Friedenskreuz muss dabei sein, wenn die Pilgerinnen und Pilger empfangen werden."

Während der Begrüßungszeremonie wurde immer wieder bekräftigt, dass für die Vernichtung dieses letzten Landstriches keine Notwendigkeit besteht, dass vielmehr die klimaschädigende Energiegewinnung aus Braunkohle so schnell wie möglich eingestellt werden muss.

Der gesamte Artikel von pax christi Aachen findet sich auf der Webseite von pax christi und auch hier.

Die Ansprache von Pfarrer Manfred Esmajor kann hier nachgelesen werden.

 

1. August 2021

26. Etappe des Kreuzwegs für die Schöpfung: Von Glehn über Keyenberg nach Lützerath

Triumphale Ankunft

Alle Bilder: Kreuzweg-Gorleben-Garzweiler.de

 

Der Kreuzweg für die Schöpfung ist in Lützerath angekommen. Mehr Info und viele Bilder dieser Etappe der denkwürdigen Pilgerreise finden sich hier.

 

Es gibt auch ein Video!

24. Juli 2021

Abendgebet vor der Sommernacht. Die mahnende Wacht am Wendehammer.

Meine Seele wartet auf den Herrn, mehr als der Wächter auf das Morgenrot…

Seit über einem Jahr gibt es unsere Mahnwache am Wendehammer in Lützerath. Angemeldet, nachdem die Landstraße zwischen Lützerath und Keyenberg zerstört wurde und dieser Ort hier zu einem Ort wurde an dem die Welt, wie wir sie hier kannten, zu enden schien.

 

Das vollständige Abendgebet findet sich hier.

 

Update zur Eibenkapelle

Ehemaliges Kapellengrundstück in Immerath

Dieses Schreiben, das eine Mitglieder von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" als Antwort vom Bistum Aachen erhalten hat, hört sich beim ersten Lesen sehr gut an. Wenn man es aber aufmerksam ein zweites Mal liest, und sich fragt, was genau denn wirklich verbindlich zugesagt wird, dann kommt es schon deutlich schlechter weg.

 

Sehr geehrte Frau […],

herzlichen Dank für Ihre Anfrage bezüglich des Grundstückes Gemarkung Immerath, Flur 12, Flurstück 15.

Eigentümer des von Ihnen benannten Grundstücks in Erkelenz-Lützerath ist die Pfarrei Christkönig Erkelenz, nicht das Bistum Aachen. Der Kirchenvorstand Christkönig Erkelenz hat Ihren Antrag ebenso erhalten. Er hat mit Blick auf die Leitentscheidung der NRW-Landesregierung vom März diesen Jahres entschieden, dass Grundstück nicht zu verkaufen. Da, so der Kirchenvorstand Christkönig in seiner Einschätzung, mit der neuen Leitentscheidung davon auszugehen ist, dass die Dörfer bestehen bleiben, ist die Kirchengemeinde daran interessiert, die Fläche zu erhalten.

Eine endgültige Entscheidung ist allerdings mit der Leitentscheidung erst einmal vertagt. Bischof Dr. Helmut Dieser sieht dies mit tiefer pastoraler Sorge mit Blick auf die Situation der Menschen in Erkelenz und Umgebung. Er fordert eine wesentlich frühere Entscheidung für den Erhalt der bedrohten Orte und für einen breit angelegten Prozess der Neugestaltung. Zugleich wird das Bistum aber weiterhin auch die Umsiedler beim Aufbau der neuen Orte und bei der Gestaltung des

Miteinanders unterstützen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Marliese Kalthoff

 

Die Kirche wäre hier in der Pflicht, verläßliche und eindeutige Aussagen zu machen, um den Menschen in den Dörfen Sicherheit zu geben.

Ankündigung

„Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt, aber wir sind eingeladen“ (Ernesto Cardenal)

Einladung zum „Gottesdienst an der Kante“ am Sonntag, 01.08.2021 zur Ankunft des„Kreuzwegs für die Schöpfung“ vom Wendland ins Rheinland

 

Am Sonntag, den 1. August wird der 500 km weite „Kreuzwegs für die Schöpfung“ vom Atommülllager Gorleben im Wendland nach Lützerath im Rheinland an der Garzweiler

Tagebaukante ankommen. Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ empfängt den Kreuzweg gemeinsam mit vielen anderen unter Koordination der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ (ADB) an der unmittelbar von der Entwidmung bedrohten Kirche Heilig Kreuz in Keyenberg. „Die Kirchen im Dorf lassen“ geht die letzte Strecke bis Lützerath mit. Dort wird auf dem Grundstück einer einstigen Kapelle und eines späteren Wegkreuzes das Pilgerkreuz feierlich aufgestellt werden.

Der Gottesdienst wird, wie bei Pilgerkreuzwegen üblich, an mehreren Stationen aufgeteilt stattfinden:

  • 15:00 Uhr Empfang in Keyenberg vor der Kirche mit Grußadressen unterstützender Organisationen (Koordination durch ADB), anschließend
  • Prozession nach Lützerath (Strecke: 3,5 km;)
  • 17:00 Uhr Mahnwache Lützerath,
  • 18:00 Uhr Kapellengrundstück Lützerath.

Links

Infos zum „Kreuzwegs für die Schöpfung“.

Beitrag des Domradios zum Start des Kreuzweges.

Aktualisierte Infos zum Ablauf der Veranstaltung auf Twitter.

 

Bei Teilnahme bitte auf Abstand achten, FFP2- oder medizinische Masken verwenden,

Coronaschutzverordnung des Landes befolgen und auf aktuelle Hinweise zur Coronastufe im

Land achten.

 

Gottesdienst am 24. Juli 2021:

Ein Jahr Mahnwache, ein Jahr MahnwächterInnen in Lützerath an der L277

Meine Seele wartet auf den Herrn, mehr als der Wächter auf das Morgenrot…

Die Initiative „die Kirchen im Dorf lassen“ beging in einem kleinen Gottesdienst am Wendehammer in Lützerath den Gedenktag der Begründung der Lützerather Mahnwache.

Neben HirtInnen sind WächterInnen ein wiederkehrendes Bild der Bibel. Die Sehnsüchte der WächterInnen werden im Psalm 130 zum Inbegriff des kurzfristig unerreichbar Scheinenden, das dann gleich dem Morgenrot irgendwann doch mit Gewissheit kommt/eintritt. „Und er (Gott) wird Israel erlösen aus all seinen Sünden“. So wie die nächtlichen Wächter in Israel müssen auch die WächterInnen von Lützerath gegen ihren eigentlichen Rhythmus wachsam sein, abhängig davon wann und wie die Bagger kommen. Doch wir hoffen mit ihnen auf die Verheißung einer Erlösung von der Klimakrise … und sind ihnen und allen, die in Lützerath für den Heimatplaneten wachsam sind, dankbar.

Vom Gottesdienst gibt es ein Video, der beeindruckende Redebeitrag der Mahnwache ist hier nachzulesen.

 

 

20. Etappe des Kreuzwegs für die Schöpfung: Beckum nach Hamm, 23.7.21

... und wieder Polizei

Polizeieinsatz Schloss Oberwerries bei Hamm: Mitglied von “Christians for Future Aachen” erlitt Kopfverletzung.

 

Es sollte eine ruhige und gemütliche Etappe durch die Natur werden...

...aber der Weg von friedlich zu gewalttätig war nicht lang.

 

 

Die schnell eingetroffene Polizei erklärte, dass die Andacht auf dem Kreuzweg keine religiöse Veranstaltung sei. Sie sei eine nicht angemeldete, und daher illegale, Demonstration. Sie drohte mit "Abräumung", falls die Pilger ihren Marsch fortsetzten. Zitat der Polizei: “Dann holen wir eben eine Hundertschaft und räumen Sie hier ab.”

Negen Jansen von “Die Kirche(n) im Dorf lassen” hielt die Andacht zum diesjährigen Hungertuch von Misereor und Brot für die Welt, das künstlerisch verfremdet den von der Polizei gebrochenen Fuß eines chilenischen Schuljungen zeigt, der dafür demonstrierte, in in die Schule gehen zu können.

Während der Andacht verlangte die Polizei die Personalien von Jonas, dem “Kreuzträger”. Als dieser sich nach längerer Diskussion umwendet, um seinen Personalausweis zu holen, wurde er von Poizisten umringt und in Gewahrsam genommen. Einer der Polizisten sagte: “Den separieren wir!”

Alle Bilder: Kreuzweg-Gorleben-Garzweiler.de

 

Die Polizei beanstandete unter anderem sowohl das Misereor Hungertuch als auch das Zitat von Papst Franziskus, “Diese Wirtschaft tötet”, als eindeutig politisch und keinesfalls religiös und sofort zu entfernen. Und zwar auch, nachdem sie auf den Aufdruck “Misereor – Brot für die Welt” auf dem Hungertuch und die Quelle des Zitates, Papst Franziskus, hingewiesen wurden.

Der bekannte Waldpädagoge Michael Zobel versuchte erfolglos, mit der Polizei zu verhandeln und wurde stattdessen in Handschellen zur Personalienfeststellung abgeführt. Nach einigem Hin und Her führte die Polizei unter ausdrücklicher Androhung des Einsatzes von Pfefferspray einen “Zugriff” durch.

Bei diesem Zugriff wurden ein Rentnerpaar von “Christians for Future Aachen” so heftig auf den Asphalt gestoßen, dass eine Frau ein Loch im Kopf davon trug, das später in Hamm ärztlich aufgenommen wurde. Ihr Ehemann erlitt einen Schock. Die Bitte der Pilger an die Polizei, einen Sanitäter für die bewußtlos am Boden liegende Rentnerin zu besorgen, wurde barsch abgelehnt. Die Polizei weigerte sich ausdrücklich, erste Hilfe zu leisten.

Erst als der herbeitelefonierte Pfarrer Ludger Schlotmann aus Beckum eintraf, entspannte sich die Lage. Nach viel zu langer Zeit erkundigte sich auch die Polizei bei dem Rentnerpaar von “Christians for Future Aachen”, ob ein Sanitäter gebraucht würde, was diese aber ablehnten, weil sie Pfarrer Schlotmanns Angebot, sie nach Hamm zu fahren, angenommen hatten.

Dem Rest der Pilgergruppe wurde schließlich erlaubt, ihren Kreuzweg weiter zu gehen. Das Mitführen und Zeigen von politischen Fahnen und Transparenten wurde jedoch ausdrücklich verboten (auch das Misereor Hungertuch und das Papst Franziskus Zitat). Die Polizei beschlagnahmte dann noch ein Handy ohne Beschlagnahmeprotokoll.
Am Ende machten sich die Pilger als geschlossene Gruppe nach Hamm auf, während die Fahrzeuge wegen der beschlagnahmten Fahrzeugschlüssel an Ort und stelle bleiben mussten.
Während die Gruppe unterwegs ist, wird Kreuzträger Jonas aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Eine entsprechende Pressemitteilung kann hier nachgelesen werden. Den Offenen Brief des Pilgers Jürgen Blüer an den Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Marc Herter, findet sich hier.

Polizei stoppt Kreuzweg in Hamm

Auf ihrem Weg zum heutigen Etappenziel Hamm wurde die Pilgergruppe des Kreuzwegs für die Schöpfung von Gorleben nach Garzweiler von der Polizei brutal gestoppt. Die Kirche(n) im Dorf lassen hat dazu eine PM versendet, ihr findet sie hier.

17. Etappe des Kreuzwegs für die Schöpfung: Stromberg nach Beckum, 22.7.21

Gottesdienst in Stromberg

Pater Davis und Pfarrerin Melanie Erben hielten gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst in der Stromberger Wallfahrtskirche. Anschließend begleiteten die beiden die Pilgergruppe auf der Etappe nach Beckum.

 

Von diesem Gottesdienst gibt es auch ein Video.

16. Etappe des Kreuzwegs für die Schöpfung: Gütersloh nach Rheda-Wiedenbrück, 20.7.21

Andacht vor der Tönnies Massenschlachterei

Mit nur 10 km ist die Etappe von Gütersloh nach Rheda-Wiedenbrück die kürzeste des gesamten Kreuzwegs für die Schöpfung. Doch dieser Spaziergang durch die grüne Natur konnte niemanden auf das vorbereiten, was die Pilger an seinem Ende erwartete: Tönnies – die größte Schlachterei Europas. Ein Ort an dem man die Gewalt regelrecht körperlich spüren kann.

Es gibt dort keinen öffentlichen Grund, darauf zu stehen und seine Grundrechte auf Demonstration oder Andacht auszuüben. Recht schnell war auch die Polizei da und machte klar: Aller Parkplatz gehört Tönnies und ist nicht zu betreten. Der Radweg hat freizubleiben. Die Autos auf der Straße dürfen nicht oder irritiert werden.

Als ihnen klar wurde, dass sie die Pilger schon festnehmen und das Kreuz beschlagnahmen müssen, um das durchzsetzen, ließ sich die Polizei auf einen Kompromiß ein: Die Autos kommen weg, die Fahnen und Plakate werden zurückgenommen. Dafür darf auf dem Grünstreifen gepicknickt werden.

Abschließend betonte ein Polizist noch, dass dies aber nur so lange gälte, wie die Öffentlichkeit sich nicht beschwere. Die Nachfrage, ob man “Öffentlichkeit” in diesem Fall mit “Tönnies” übersetzen dürfe, bejahte er.

Die Andacht gestalteten die Pilger gemeinsam mit Animal-Save-Movement, IG WerkFAIRträge, Bündnis gegen Tönnies-Erweiterung, Parents for Future Rheda-Wiedebrück und der Linken. Die örtlichen Aktivist*innen vermuteten, dass es den Kirchen in Rheda-Wiedenbrück zu heikel war, öffentlich gegen den reichsten und einflußreichsten Mann der Stadt aufzutreten.

Interessant waren die Reaktionen der bei Tönnies Arbeitenden: Die Rumän*innen und Bulgar*innen, die hier mit Werksverträgen ausgebeutet werden, bis sie erschöpft sind und durch neue ersetzt werden, reagierten durchweg positiv. Einzelne fragten um Hilfe und juristischen Beistand. Die gutbezalhten deutschen Führungkräfte dagegen gestikulierten wild empört hinter den Steuerrädern ihrer SUVs und BMWs.

 

Das Wort von Papst Franziskus: “Diese Wirtschaft tötet” wirkt an wenigen Orten so stark, wie hier.

Einige Menschen beschwerten sich, dass die Schweine-Performance ihre Kinder traumatisieren würde. Dabei ist sie nur der Versuch, annähernd sichtbar zu machen, was hier passiert:

Jeden Tag werden hier 30.400 Tiere getötet. Das sind über 1.250 in der Stunde. In der Zeit, in der die Pilger vor Tönnies waren, sind dort über 6.000 Tiere umgebracht worden. Und über 1.000 weiter haben den Schlachthof erst gar nicht lebend erreicht.

 

Stichwort Klimagerechtigkeit: Selbst wenn einem Tierwohl, großflächige Landschaftszerstörung durch Futtermittelanbau und (un)faire Arbeitsbedingungen egal sind:

Etwa 25% unseres CO-2-äquivalents verursachen wir durch unsere fleischlastigen Essgewohnheiten. Wirksamer Klimaschutz ist ohne eine Ernährungswende unmöglich.

Mensch kann also auch aus reinem Egoismus, oder liebe zu den eigenen Kindern gegen dieses Schweinesystem sein.

Ein Jahr Mahnwache, ein Jahr MahnwächterInnen in Lützerath an der L277

Meine Seele wartet auf den Herrn, mehr als der Wächter auf das Morgenrot…

Einladung zum Gottesdienst am 24. Juli 2021

Die Initiative „die Kirchen im Dorf lassen“ begeht in einem kleinen Gottesdienst am 24.7.2021 um 17 Uhr am Wendehammer in Lützerath den Gedenktag der Begründung der Lützerather Mahnwache. Neben HirtInnen sind WächterInnen ein wiederkehrendes Bild der Bibel. Die Sehnsüchte der WächterInnen werden im Psalm 130 zum Inbegriff des kurzfristig unerreichbar Scheinenden, das dann gleich dem Morgenrot irgendwann doch mit Gewissheit kommt/eintritt. „Und er (Gott) wird Israel erlösen aus all seinen Sünden“. So wie die nächtlichen Wächter in Israel müssen auch die WächterInnen von Lützerath gegen ihren eigentlichen Rhythmus wachsam sein, abhängig davon wann und wie die Bagger kommen. Doch wir hoffen mit ihnen auf die Verheißung einer Erlösung von der Klimakrise … und sind ihnen und allen, die in Lützerath für den Heimatplaneten wachsam sind, dankbar. Dies wollen wir in einem kleinen Gottesdienstfest feiern.

 

Trotz aller Lockerungen bitten wir: Tragt im engeren Kontakt mit anderen BesucherInnen eine Alltagsmaske, bildet Fahrgemeinschaften nur innerhalb Eurer Hausgemeinschaft und tragt Euch in die Nachverfolgungslisten ein!

 

12. Etappe von Bad Pyrmont nach Lemgo, 16. Juli 2021

Kreuzweg für die Schöpfung wird fortgesetzt: Jetzt erst Recht!

Trotz - oder gerade wegen - der Flutkatastrophe wird der Kreuzweg für die Schöpfung fortgesetzt. In der WDR-Sendung Lokalzeit OWL (Ostwestfalen-Lippe) brachte es Michael Friedrich auf den Punkt: "Ich hoffe, dass das der Fukushima-Moment der Anti-Braunkohlebewegung ist. Dass so, wie Fukushima das Ende der Atomkraft war, dieses Unwetter das Ende der Braunkohle sein wird."

 

11. Etappe des Kreuzwegs für die Schöpfung - Grohnde nach Bad Pyrmont, 15. Juli 2021

“Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.” [Psalm 23:5]

 

 

 

 

 

 

 

Frühstück mit Blick auf das AKW Grohnde und seine Kühltürme

======  Pressemitteilung, 15. Juli 2021 =======

 

Kreuzweg für die Schöpfung von Gorleben nach Garzweiler:

Polizei unterbricht Gottesdienst am AKW Grohnde

Initiative widerspricht Darstellung der Polizei Hameln

 

Gestern gegen 17 Uhr feierte der „Kreuzweg für die Schöpfung von Gorleben nach Garzweiler“ einen Gottesdienst vor dem Atomkraftwerk Grohnde. Thema war die Geschichte des Kraftwerks, die bundesweiten Proteste der 70er Jahre gegen die Atomtechnologie und vor allem die Gewalt, mit der diesen Protesten begegnet wurde.

Ausgerechnet an dieser Stelle wurde der Gottesdienst von einer Polizeistreife unterbrochen. Sie bemängelten, daß einige wenige Teilnehmer Radweg und Grünstreifen verlassen und die Straße betreten hatten – was umgehend korrigiert wurde.

Trotzdem verlangten die Beamten die Personalien der Theologin Cornelia Senne, die den Gottesdienst anleitete, da sie Versammlungsleiterin sei. Auf ihren Einwand, dass dies ein Gottesdienst sei, keine Versammlung, erwiderte einer der Beamten: „Das ist kein Gottesdienst, die haben doch Fahnen.“ Er verlangte weiterhin Personalien: „Sonst geht es hier nicht weiter!“ Nach längerer Diskussion und nur unter Protest gab Cornelia Senne ihre Personalien ab, um die Fortführung des Gottesdienstes zu sichern.

Die Organisator*innen protestieren gegen diese Einschränkung der Religionsfreiheit und die Delegitmierung ihrer Gottesdienste. Cornelia Senne: „Was ein Gottesdienst ist, liegt nicht im Ermessen der Polizei.“

Die Darstellung der Polizei Hameln, die Gottesdienstbesucher hätten sich „direkt vor dem Tor des AKW mit Plakaten versammelt“ (Twitter Polizei Hameln) ist falsch. Niemand hat sich dem Tor auch nur auf 30 m genähert. Auch erfolgte die Aufnahme der Personalien nicht einvernehmlich, wie die Polizei schreibt.

Von Springe nach Hameln, 13. Juli 2021

9. Etappe des Kreuzwegs für die Schöpfung

Andacht bei der Marktkirche St. Nikolai in Hameln, gehalten vom Pilgerbeauftragten der katholischen Kirche. Er erinnerte daran, dass die Bewahrung der Schöpfung für Christen eine Pflicht ist. (Ob Herr Dieser, der Bischof von Aachen, das auch weiß?)

 

Hier findet Ihr ein Video mit Begleitlied Nr. 2 zum Kreuzweg, gesungen von Anselm Meyer Antz. Und weils so schön ist, hier nochmal das vor ein paar Tagen schon erwähnte Video "von oben".

Das gelbe Kreuz „übernachtete“ in der Marktkirche St. Nikolai.

Hannover, 11. Juli 2021

“Ruhetag” auf dem Kreuzweg für die Schöpfung

Öffentliches Picknick am Gorlebenstein, einem großen Findling am Raschplatz hinter dem Bahnhof, der beim legendären Gorlebentreck 1979 hier abgeladen wurde.

"Dörfer zu verteidigen ist Handarbeit"

(Waltraud Kieferndorf)

Während der Kreuzweg für die Schöpfung bereits sein 6. Etappenziel in Burgdorf erreicht hat, geht am Braunkohletagebau die Zerstörung weiter. Hier der Link zur neuen Kurzdokumentation 300m – Tagebau Garzweiler II

 

Von Lüchow nach Clenze, 5. Juli 2021tter.com/Kreuzweg2021/status/1411851840845717507?s=20

https://twitter.com/Kreuzweg2021/status/1411851840845717507?s=20https://twitter.com/Kreuzweg2021/status/1411851840845717507?s=20

2. Etappe auf dem Kreuzweg für die Schöpfung

Kleine Kundgebung auf dem Marktplatz von Lüchow.

 

Und hier gibts ein schönes Video vom Tag.

Sonntag, 4. Juli, Gorleben:

Kreuzweg für die Schöpfung in Gorleben gestartet

Einer der "alten" Kreuzträger von 1988 und der "neue" von 2021 legen gemeinsam das Kreuz vor Pastor Kruse ab, der es segnen wird - ein sehr beeindruckender Moment!

 

Unter großer Beteiligung aus Gemeinden, den Kreisen des Anti-Atom-Widerstands der Region und auch der Presse startete am Sonntag der "Kreuzweg für die Schöpung" in Gorleben, am Ort des Gorlebener Gebetes, das dort seit 30 Jahren jeden Sonntag gehalten wird. Über Lüchow und Clenze ging es weiter - immer unter großem Zuspruch der Menschen am Weg. Die Grundidee des Kreuzwegs - die Verbindung zwischen den verschiedenen Kämpfen und den jeweiligen Aktueren zu stärken - wird überall spontan verstanden und gut aufgenommen. Gerade die Gespräche zwischen "alten" Gorleben-Aktivist*innen und den "jüngeren" von der Kante sind spannend und ergiebig.

Vertreter*innen von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" sind mit der Pilgergruppe unterwegs und laden alle ein: Kommt dazu, lauft ein Stück des Weges mit! Auf kreuzweg-gorleben-garzweiler.de gibt es täglich aktuelle Informationen über den Weg, die Veranstaltungen am Weg.

 

Ein Video zum Kreuzweg gibt es hier. Und hier findet Ihr ein Video mit einem ersten Begleitlied zum Kreuzweg, gesungen von Anselm Meyer Antz.

4. Juli 2021: 87. Sonntagsspaziergang im Hambacher Wald

Ab Morschenich geht der monatliche Sonntagsspaziergang in den nord-westlichen Teil des Hambacher Waldes, zur HambiOase und zur Rodungskante.

 

Ein Video findet ihr hier.

Überraschende Entwicklung in Lützerath

Ehemaliges Kapellengrundstück noch im Besitz der Kirchengemeinde Immerath

„Die Kirche(n) im Dorf lassen“ macht Kaufangebot an Rechtsnachfolger

Wir haben aus zwar inoffizieller, aber zuverlässiger Quelle erfahren, daß das Grundstück der früheren Kapelle in Lützerath weder Eckhard Heukamp noch RWE gehört, sondern immer noch Eigentum der (lange aufgehobenen) Kirchengemeinde Immerath bzw. deren Rechtsnachfolgerin ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies die Pfarrei Christkönig/Erkelenz, vielleicht auch das Bistum Aachen.

Wir haben beiden umgehend ein Kaufangebot für dieses Grundstück gemacht, um dort ein kleines Denkmal zu errichten, das an die vor Zeiten dort errichtete Kapelle erinnert, einen Gedenkort gegen die in unmittelbarer Nähe stattfindende Zerstörung von Gottes Schöpfung. Bereits heute werden wir an diesem Ort in einem Gottesdienst ein Kreuz aufrichten.

Keinesfalls darf das Grundstück – wie in der Vergangenheit so oft! – an der Öffentlichkeit vorbei, kritik- und verantwortungslos an RWE verschachert werden! Der Aachener Bischof Dieser hat öffentlich und selbstkritisch darauf hingewiesen, daß der verfrühte Verkauf der Kirchen in den bedrohten Dörfern an RWE ein Fehler war, daß diese Politik überdacht werden muß.

Wir appellieren an ihn: Hier bietet sich Ihnen die Chance, fragwürdig gewordenen Prozesse aufzuhalten und mit diesem kleinen, aber äußerst symbolischen Stückchen Land Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Hier können Sie ein Zeichen setzen – nicht nur für die Bewohner*innen der bedrohten Dörfer sondern grundsätzlicher für die dringende Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und so das Leben auf diesem Planeten zu schützen.“

Hier zu unserer heutigen Pressemitteilung.

 Fotos: © Barbara Schnell

Gottesdienst an der Kante am 27. Juni 2021

Es war einmal … eine Kapelle in Lützerath

Es stand einmal eine Kapelle in Lützerath, eine Wegekapelle direkt an der Einmündung der heutigen L277 in den Ort. Vermutlich gebaut und gestiftet von früheren Besitzern des Heukamp'schen Hofes. Von dieser Kapelle sind heute nur noch die Grundmauern zu sehen, von Gestrüpp überwachsen. Und trotzdem zeugt dieses Fleckchen Erde auch heute noch davon, daß Menschen andere, ihnen wichtigere Überzeugungen hatten als die Fragen des täglichen (Über)lebens, nach Grundbesitz und Ernteertrag.

Dieser Menschen wollen wir gedenken, uns mit ihnen verbinden, indem wir hier, an diesem von ihnen vor Zeiten gewählten Ort erneut ein Zeichen setzen. Ein Zeichen der Hoffnung, der Versöhnung, des Ausgleichs – mit allem Menschen dieser Erde, mit der Schöpfung selbst. Ein Zeichen gegen die gedankenlose, nur an Profit orientierte Zerstörung, die wenige hundert Meter von hier täglich weitergeht.

Drei Männer besuchen Sarah und Abraham und verkehren das hoffnungslos Irreale ins hoffnungsvoll Reale. Es war einmal… So fangen Märchen an. Laßt uns endlich anfangen, an Märchen zu glauben!

 

Mehr Information und die Predigt finden sich hier, und das Video zum Gottesdienst an der Kante ist hier.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

Drei Männer besuchen Sarah und Abraham und verkehren das hoffnungslos Irreale ins hoffnungsvoll Reale

 Sonntag, den 27.06.2021, 17 Uhr, Lützerath


In einer der ältesten und fernsten Erzählungen der Bibel kommen drei Männer zu Sarah und Abraham, einem kinderlosen alten Paar - bei Sarah hatte der weibliche Zyklus schon lange aufgehört. Einer von ihnen sagte:
„Ich komme ganz sicher zu dir zurück – zur Zeit, die das Leben braucht. Und siehe, dann hat Sara, deine Frau, einen Sohn." (...) Da jauchzte Sara innerlich und dachte: »Nachdem ich verbraucht bin, soll ich Liebeslust bekommen?" (aus Gen 18,10-12)

Mit dieser Erzählung wollen wir uns aufrichten angesichts von Zerstörung und Hoffnungslosigkeit durch den nahenden Bagger und die zugemauerten Häuser. Dazu spüren wir der Frage nach, wie Saras Jauchzen, ihre hoffnungsvolle Freude, ihr späteres Zurückweichen und die abschließende Bestärkung ihrer Hoffnung zusammen gedacht werden können.

Coronahinweis:
Trotz aller Lockerungen bitten wir: Tragt im engeren Kontakt mit anderen BesucherInnen eine Alltagsmaske, bildet Fahrgemeinschaften nur innerhalb Eurer Hausgemeinschaft und tragt Euch in die Nachverfolgungslisten ein!

Im Anschluss an Gottesdienst gibt es an der Mahnwache Lützerath die Möglichkeit zum Austausch.

 

Immer wieder Zerstörung von Kreuzen: Anfrage an RWE

"Warum tun die das?"

Die immer und immer wieder zerstörten Kreuze in Lützerath und Immerath haben zu zahlreichen  Mutmaßungen darüber geführt, wer dies zu verantworten hat. Deshalb hat sich "Die Kirche(n) im Dorf lassen" an RWE gewandt und nachgefragt, ob sie etwas darüber wissen. Den Wortlaut des Briefes und eine begleitende Pressemitteilung findet ihr hier.

Kirche(n) im Dorf lassen unterstützt neues Projekt der Klimagerechtigkeitsbewegung

Kreuzweg für die Schöpfung von Gorleben nach Garzweiler

Ein breites Bündnis aus Klima- und Umweltinitiativen, christlichen Gruppen und kirchlichen Institutionen ruft zu einem „Kreuzweg für die Schöpfung" auf. Ein Kreuz aus Gorleben wird in 26 Etappen (ca. 470 km) nach Lützerath, einem akut bedrohten Dorf an der Tagebaukante Garzweiler getragen. Der Weg führt vorbei am AKW Grohnde, dem neuen Kohlekraftwerk Datteln 4, der RWE-Zentrale in Essen und der Landesregierung in Düsseldorf – und es wird dort nicht nur Andachten geben, sondern auch Aktionen!

Dieser Kreuzweg stellt sich in die Tradition der langjährigen Proteste der Anti-AKW-Bewegung: Schon 1988 trugen Aktivist*innen aus Wackersdorf ein Kreuz in einem „Kreuzweg für die Schöpfung" an den neuen Brennpunkt Gorleben. Damit drückten sie den inneren Zusammenhang der Proteste ebenso aus wie die Solidarität der Umweltaktivist*innen an den verschiedenen Schauplätzen.

Hier knüpfen wir an: Auch heute geht es darum, die unterschiedlichen Aspekte des gemeinsamen Aufstehens für das Klima und die verschiedenen Akteure zusammen zu führen, ob im Widerstand gegen Braun- oder Blutkohle, Gas, Atom – oder gegen neue Autobahnen! Mit dem Kreuzweg wollen wir auch der vielen Menschen gedenken, die in Folge der globalen Klimaerhitzung ihre Heimat oder gar ihr Leben verloren haben - und zugleich deutlich machen, dass wir eine Wirtschaftsweise nicht mehr akzeptieren, die solche Opfer als scheinbar unausweichlich hinnimmt.

Der Kreuzweg ist offen für alle, für Klima-Initiativen und -aktivist*innen, für christliche Gruppen und Kirchengemeinden, für alle, die sich in unterschiedlicher Weise beteiligen möchten: Es gibt die Möglichkeit mitzulaufen – ob eine Stunde, einen Tag, eine Woche – spontan, ganz ohne Anmeldung. Es können auch Etappen von Menschen „adoptiert" werden, die sich vor Ort um Infrastruktur kümmern, Infostände einrichten, Aktionen vorbereiten, Konzerte oder Andachten halten, den Kreuzweg in der Region bekannt machen.

Auf diese Unterstützung am Weg setzen wir: „Ohne Euch geht es nicht – die Streckenführung steht, die Gestaltung liegt bei Euch."

Zum vollständigen Aufruf mit Unterstützern und zur Streckenführung geht es hier.

Weitere Infos auf www.kreuzweg-gorleben-garzweiler.de oder auf Twitter.

Sonntag, 6. Juni 2021:

Zwischen gestörter Totenruhe und entwendeter Zukunft

Das wieder errichtete Kreuz in Immerath als apokalyptischer Fingerzeig

 

Der Abriss der Friedhofsmauer von Immerath, die wieder und wieder zerstörten Kreuze - beides war Anlass für diesen Gottesdienst, in dessen Verlauf wir - natürlich! - wieder ein Kreuz aufrichteten!

Alle Fotos: © UPA

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

Zwischen gestörter Totenruhe und entwendeter Zukunft

Das wieder errichtete Kreuz in Immerath als apokalyptischer Fingerzeig

 

Sonntag, den 6.6.2021 in Immerath ca. 15 h (im Anschluss an den Dorfspaziergang und an das Konzert von „Lebenslaute“ in Lützerath)

 

Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ (KIDL) errichtet „an der Kante“ an den Orten religiöser Erinnerung immer wieder Kreuze, seit dem Oktober 2020 vier Mal in Immerath am Ort des zerstörten Doms und drei Mal auf einer verwüsteten Fläche gleich am Ortseingang von Lützerath. Diese Kreuze werden immer wieder entfernt, obwohl es sich um religiöse Symbole handelt, und obwohl die Initiative KIDL mit diesen Symbolen der absoluten Erniedrigung Gottes nichts anderes tun will als vor der Zerstörung von Gottes Schöpfung warnen.

Im Mai 2021 ist nun auch der Friedhof von Immerath eingeebnet worden, kein Gedenken mehr soll es auf der Fläche des Dorfes geben. Trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes mit seiner Rüge der herrschenden Klimapolitik wird den Toten sogar ihre Ruhe genommen und damit vor allem das Gedenken der Lebenden zerstört, um die Zukunft der noch kommenden Menschen mit dem vielleicht nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandel mindestens massiv zu gefährden.

In einem der schwierigsten Bücher der Bibel, der geheimen Offenbarung des Johannes, wird die Endzeit in den Blick genommen. Mit der gebotenen Demut wollen wir die globalen Gefahren, die von einer Zerstörung Immeraths für die Kohleextrahierung ausgehen, in der Perspektive der Apokalypse in einem kurzen ökumenischen Gottesdienst in den Blick nehmen. Einmal mehr wird die Initiative KIDL am 6. 6. am Ort des zerstörten Doms von Immerath ein Kreuz aufrichten.

 

Corona: Bitte tragt euch in die Kontaktlisten ein, haltet Abstand, tragt FFP2 Masken und reist einzeln oder mit Menschen eures Hausstands an.

Trotz Regen und Hagel:

Eine schöne Wachszins-Wallfahrt!

Alle Fotos: © UPA

 

Und schon wieder gibt es ein neues Arnold-Lied, diesmal mit "überregionalem" Refrain:

Auf, denn es gibt Widerstand

Die Menschen stehen auf im Land

Auf, das ist kein Weg für uns

In Lützerath geht es rund!

Hier geht es zum Video!

Schon wieder: Kreuze in Lützerath  abgerissen

Nicht nur das am 24. April 2021 aufgestellte Kreuz (Video vom Kreuzbau), sondern auch das "Jubiläumskreuz" vom 16. Mai sind inzwischen wieder abgerissen worden.

Natürlich ist das Grundstück – nicht die Kreuze! – "Eigentum" von RWE. Trotzdem und immer wieder stehen wir fassungslos vor dieser völlig sinnlosen Zerstörung eines Symbols der Hoffnung auf eine bessere Welt, auf Versöhnung und Frieden.


Ältere Meldungen finden Sie hier!