Aktuelles

Pressemitteilung zur gestrigen Aktion #DieKirchenDenMenschen im rheinischen Revier

Mehr als ein voller Erfolg

28.11.21

Mitglieder der Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen" haben gestern im rheinischen Revier gegen die anstehende Entwidmung und Übergabe von drei Kirchen protestiert, sind gepilgert, haben gesungen und gebetet. Schließlich sind Menschen aus den Dörfern gemeinsam mit verschiedenen Aktivist*innen (von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" der Mahnwache in Lützerath, von Alle Dörfer Bleiben, von Lützerath Bleibt ZAD, von Unser Aller Wald, vom Hambi Support Aachen u.a.) zum Ende der angekündigten Öffnungszeiten in den drei Gotteshäusern sitzen geblieben.

Nach anfänglich erregten Wortwechseln und großer Beharrlichkeit von Seiten der Aktivist*innen stellte sich die Pfarrei Erkelenz mit mehreren Vertreter*innen in der Kirche von Kuckum dem Gespräch. Dazu kamen schnell auch Menschen aus den Dörfern. In diesem Gespräch kam es zu ersten vorsichtigen Schritten der Verständigung. Deren Tragfähigkeit muss sich in den kommenden Wochen erweisen. Zugesagt wurden von Pfarrer Rombach u.a. die regelmäßige Öffnung aller drei Kirchen, die Wiederaufnahme von Gottesdiensten sowie die Nutzung von Pfarr- und Gemeinderäumen durch die Dorfgemeinschaften.

Der Pfarrer von Erkelenz äußerte in der Presse seine Hoffnung, dass in den Dörfern am Tagebaurand etwas Neues entsteht. Ein deutliches Zeichen für den Neubeginn: Bewohner*innen von Kuckum und Berverath behielten - entgegen der Ankündigung - die Schlüssel zu ihren Kirchen.

Nach anfänglichen Rangeleien endete auch die Aneignung der Keyenberger Kirche nach einer stabilen und solidarischen Präsenz zahlreicher Menschen nach Mitternacht harmonisch: VertreterInnen der Pfarrei Erkelenz und Aktivist*innen fanden zu einem gemeinsamen Gebet. Vor dem Verlöschen des Ewigen Lichtes um Mitternacht wurden zahlreiche Kerzen an ihm entzündet, so dass die Menschen dieses Zeichen der besonderen Präsenz des Göttlichen mit zu ihren Orten nehmen konnten. Eine Aktivist*in trug das Licht über die Felder ins bedrohte Lützerath, wo es nun in der Eibenkapelle weiter brennt.

„Der überwältigende Symbolgehalt einer solchen Geste macht mich sprachlos“, so Dr. Anselm Meyer-Antz von der Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen". „Niemand hätte am Beginn des Tages einen solchen Ausgang erwartet.“ Die am Samstagmorgen völlig verfahrene, ja absurde Situation - die zukünftige Bundesregierung will die Dörfer retten, die Amtskirche entwidmet die Kirchen -  endet um Mitternacht damit, dass Licht von der Kirche in Keyenberg in die Welt ausstrahlt. Meyer-Antz wertete die KIDL-Aktion als „mehr als ein voller Erfolg“ und dankte allen Beteiligten.

 

Die langfristige Nutzung der drei Kirchen ist offen, ihre Übergabe an RWE "nach der Entwidmung" noch am 26. 11. 21 durch ein Schreiben des Bistums bestätigt. KiDl wird sich für ihre religiöse Nutzung und für ihre Rolle als Mittelpunkt des Dorfes weiterhin mit Entschiedenheit einsetzen. Auch die Kirche von Keyenberg steht wie das Dorf Lützerath für die 1,5°-Grenze des Klimawandels und damit für die Glaubwürdigkeit der päpstlichen Enzyklika Laudato Sí.

Samstag, 27.11.2021

Bilder von der Prozession von Keyenberg über Berverath nach Kuckum

Protest gegen die Entwidmungen der Kirchen in Keyenberg, Kuckum und Berverath

Alle drei Kirchen "besetzt": Die Kirchen den Menschen!

Nach Ende der genehmigten Besuchszeit: Menschen blieben einfach sitzen!

 

27.11.21

Zahlreiche Menschen besuchten heute ein letztes Mal "ihre" Kirchen, die morgen entwidmet werden sollen. Am Ende der von der Gemeinde Christkönig unerwartet zugestandenen "Besuchszeit" von 11 bis 16 h gab es allerdings eine Überraschung: In allen drei Kirchen weigerten sich Menschen, sie jetzt zu verlassen. Sie harren dort aus, singend, betend - und auch frierend. Damit protestieren sie gegen die klammheimliche Entwidmung, zu der noch einmal ein Vertreter von Pfarrei oder Bistum erscheinen will. Sie fordern: "Die Kirchen den Menschen".

Vor der Türen der Kirchen haben sich spontane Solidaritätskundgebungen gebildet. "Wir lassen die Leute in den Kirchen nicht allein", so N.N. aus Berverath. "Es sind Menschen aus den Dörfern, aber auch Leute von außerhalb, die uns seit Jahren im Kampf für den Erhalt der Dörfer und Kirchen unterstützen."

Es ist eine wunderbar solidarische Aktion - gemeinsam stehen die Menschen aus den Dörfern, die Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen" und weiter Aktivist*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung zusammen und schützen die Dorfkirchen!

Hier unsere Pressemitteilung zu den Vorgängen.

Virtuelle Gebetskette der internationalen Organisation "Greenfaith":

Stoppt Entwidmungen für Kohle!

 

Die international arbeitende Organisation Greenfaith hat für den Samstag, dem Tag der letzten Kirchenöffnungen in und um Keyenberg, zu einer "virtuellen Gebetskette" aufgerufen. Teilnehmen kann man über diesen Link, mehr Informationen (leider auf englisch) hier und hier.

Stellungnahme von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" zur Entwidmung der Kirchen am nächsten Sonntag:

Die Kirchen den Menschen!

26.11.21

Die Kirche(n) im Dorf lassen hat heute eine Pressemitteilung zu der klammheimlichen Entwidmung der Kirchen von Keyenberg, Kuckum und Berverath veröffentlicht. Gerade jetzt, wo der Erhalt der Dörfer auch im Koalitionsvertrag genannt wird, die Dörfer endlich eine Perspektive haben - schließt das Bistum die Kirchen und übergibt sie RWE!

Und dies, ohne diesen Kirchen, den Dörfern und ihren Menschen einen letzten Respekt zu erweisen: Gestern haben wir durch aus dem Generalvikariat erfahren, daß am Sonntag kein Vertreter des Bistums vor Ort sein wird - es wird keinerlei rituelle Handlung in den Kirchen vorgenommen, die Entwidmung sei ein "rein formeller Akt", geschieht nur durch Unterschrift, aus der Ferne.

Weiter heißt es in der ebenfalls gestern eingegangenen Antwort des Generalvikariats (auf unseren Offenen Brief vom 31. August): "Nach der Entwidmung werden die Kirchen vertragsgemäß an RWE übergeben. Dazu bietet die Rechtslage auch nach Einschätzung unserer Rechtsabteilung keine Alternative."

Tatsächlich entzieht aber die jetzt auch im Koalitionsvertrag verankerte Rettung der Dörfer vor den Kohlebaggern diesem Vertrag die rechtliche Grundlage!

Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ ruft deshalb für diesen ersten Adventssamstag dazu auf, die Menschen in den Dörfern würdig und leise, aber solidarisch beim Abschied zu begleiten und zu unterstützen.

Einladung zur Prozession zu den Kirchen in Keyenberg, Berverath und Kuckum

"Und wenn ich wandere im finsteren Tal . . ."

Samstag, den 27.11.21, Treffpunkt Kirche Keyenberg, 13 h

 

"Und wenn ich wandere im finsteren Tal,fürchte ich kein Unheil,

denn du bist bei mir,dein Stecken und Stab,sie trösten mich." (Ps. 23,4)

 

Die seit langem befürchtete Entwidmung der Kirchen in Keyenberg und Kuckum und der Kapelle in Berverath soll am kommenden Sonntag vollzogen werden - ohne eine feierlich Messe, unter Ausschluss der Menschen, hinter verschlossenen Türen. Und das ausgerechnet am 1. Advent, wenn sich die gesamte Christenheit für die Ankunft Jesu bereit macht.

Einziger Lichtblick: die Kirchen werden am Samstag in der Zeit von 11-16 h ein letztes Mal geöffnet sein.

Auch wir werden vor Ort sein, um uns zu verabschieden und die Menschen in ihrer Trauer zu begleiten: Mit einem Gang zu den drei Kirchen wollen wir diese drei Orte und ihre Menschen in ihrer Trauer miteinander verbinden.

Alle sind eingeladen, sich anzuschließen, ob für den ganzen Weg oder ein Teilstück, um sich in Gemeinschaft von allen Kirchen zu verabschieden. An den Kirchen wird jeweils Zeit und Raum für den ganz persönlichen Abschied sein.

 

Ungefährer Zeitplan:

13:30 h Start in Keyenberg

14:15 h Ankunft in Berverath

14:45 h Start in Berverath

15:30 h Ankunft in Kuckum

16:00 h Start in Kuckum

16:30 h Ankunft in Keyenberg

Einladung zum Advents-Gottesdienst an der Kante

Magnificat

Sonntag, 28.11.21, 16 h Lützerath

 

Das Thema des Magnificat ist: Gott stellt im Jesusgeschehen radikal alles infrage, was Menschen als gesellschaftliche Struktur entworfen und entwickelt haben. Er macht sich selbst auf den Weg, es in menschlicher Weise zu verbessern. Und begann bis dahin alles mit Männern, beginnt es hier mit einer Frau...

 

Im Anschluß gibt es Glühwein/Punsch an der Mahnwache, organisiert von Alle Dörfer bleiben!

Christkönig gibt Termin für Entwidmung bekannt

Entwidmung "tritt am ersten Adventssonntag in Kraft" - Gelegenheit zum Abschied am Vortag

19.11.21

Die Kirchen von Keyenberg, Kuckum und Berverath werden - ausgerechnet! - am 1. Advent entwidmet. Das geht aus einer "Öffentlichen Bekannmachung der Pfarrei Christkönig Erkelenz" hervor, in der es - in ganz unpassendem Verwaltungsdeutsch - heißt:

"Die förmliche Entwidmung tritt in Kraft am ersten Adventsonntag, mit Datum zum 28. November 2021."

Ein kleiner Trost für die Menschen aus den Dörfern: Sie werden Gelegenheit haben, sich am Vortag von ihren Kirchen zu verabschieden. Denn im Text heißt es weiter::

"Wir haben es darum für gut und wichtig gefunden, dass Sie als Gemeindemitglieder der „alten Standorte“ Gelegenheit nehmen können, sich zu verabschieden von den Ihnen so vertrauten Gotteshäusern:

Am Samstag, 27. November d.J. in der Zeit von 11 Uhr bis 16 Uhr haben Sie Gelegenheit, in den geöffneten Gotteshäusern Ihren je persönlichen Abschied zu nehmen, auch, wenn die Gebäude damit nicht dem Abriss übergeben sind. Für ein stilles Gebet, einen persönlichen Rundgang, für das letzte Entzünden einer Kerze – und für den Eintrag in ein „Gedenkbuch - Gedankenbuch“ werden wir Raum schaffen."

Den vollständigen Text der "Bekanntmachung" gibt es hier.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante:

„Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“(Mt 18,20)

Hl. Messe am Samstag, den 13.11.21, 14:30 h, in Kuckum

Die Kirche blieb verschlossen - berührender Gottesdienst in Kuckum. Alle Fotos: Upa

Hier geht es zum Video.

 

Seit vielen Jahrhunderten prägen Kirchen unsere Landschaft und unser kulturelles Leben. Sie bieten Menschen Schutz, geben Raum für Klage, Besinnung und Freude – kurz: sie sind bis heute Orte menschlicher Gemeinschaft. Es ist diese Feier der Gemeinschaft, die über das alltägliche Leben hinausweist, es in einen größeren – göttlichen – Zusammenhang stellt.

Angesichts der vom Bistum bereits beschlossenen Entwidmung der Kirchen von Keyenberg und Kuckum hätten wir gerne dieser Gemeinschaft - ein letztes Mal? - Raum gegeben: Mit einer Hl. Messe in der Kirche von Kuckum. Leider wurde uns dies nicht gestattet. Daher werden wir diese Messe vor der Kuckumer Kirche feiern.

Alle - und wir meinen wirklich alle! - sind dazu herzlich eingeladen: Dies wird kein "politischer", kein "Kirche(n) im Dorf lassen"-Gottesdienst werden, sondern soll allen Gelegenheit geben, sich in Gemeinschaft und in angestammter Form von "ihrer" Kirche zu verabschieden. Die Messe hält Pfarrer Manfred Esmajor aus Mönchengladbach.

Den Menschen in Keyenberg bieten wir an, gemeinsam in kleiner Prozession nach Kuckum zum Gottesdienst zu gehen. Treffpunkt 13:30 h an der Keyenberger Kirche.

Angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage bitten wir um das Einhalten von Abstandsregeln und das Tragen von medizinischen Masken. Vorsichtshalber werden wir auch wieder Nachverfolgungslisten auslegen.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante:

"Was machst du hier in Lützerath, Mensch?"

Samstag, 6.11.21, 15 h, Eibenkapelle Lützerath

 

Nach Sturm, Beben und Feuer kam ein leises Säuseln, und die Gotteskraft war in diesem leisen Säuseln, und sie fragte den Propheten Elija: »Was machst du hier, Elija?« (nach Kapitel 19 des 1. Buches der Könige)

Nach den hinter uns liegenden aufregenden Wochen wird es an diesem Samstag einen "kleinen", sehr ruhigen Gottesdienst in Lützerath geben: Mit viel Gesang, meditativen Phasen und offenem Gespräch. Die Gestaltung liegt weitgehend bei Euch!

Wir wollen uns so wieder sammeln, in Gemeinschaft den vergangenen Tagen nachspüren, bewußt aus der Zeit hoher Aktivität in eine Phase der Ruhe, des Wartens gehen. Und uns vom leisen Säuseln in uns, um uns und in den letzten Bäumen und Pflanzen vor der Kante fragen lassen: "Was machst du hier in Lützerath, Mensch?"

Tausende Menschen kamen zur Verteidigung Lützeraths

2.11.21

Ein großartiger Wochenende in Lützerath: Greenpeace entfacht Feuerlinie, 5000 Menschen kommen zur Demo - und Ende Gelände stellt den Bagger still. Vielen Dank an alle Beteiligten!

So zeigen wir den Koalitionären in Berlin und auch dem neuen Ministerpräsidenten: RWE muß endlich gestoppt werden und: Lützi bleibt!

Kirche(n) im Dorf lassen beteiligte sich mit einem Gottesdienst am Samstag, der vom Gorlebener Gebet gestaltet wurde, und einer trotz eisigem Wind gut besuchten Taize-Andacht am Montag Abend.

Und wie schon bei unserer allersten Nachtwache, am Abend vor dem Abriss der L277, bekamen wir ein Geschenk: Eine kleine dunkle Madonna, die über 30 Jahre einen Hof im Kreis Düren beschützt hat, aber - so die Schenkenden - "jetzt besser und dringlicher nach Lützerath gehört."

 

alle Fotos: UPA

Aufgeschoben - nicht aufgehoben

Vorzeitige Inbesitznahme durch RWE ausgesetzt

27.10.21

RWE wird bis zur Entscheidung des OVG Münster, spätestens bis zum 7.1.22, von der sogenannten Besitzeinweisung, die dem Bergbaubetreiber Zugriff auf Grundstücke gibt, keinen Gebrauch machen.

Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht - wie in der Presse teilweise berichtet wird - daß alle Abrissarbeiten in Lützerath ausgesetzt sind: Alle Bäume und Häuser, die nicht Eigentum von Eckart Heukamp sind, sollen nach RWE-Plänen noch in diesem Herbst zerstört werden. Und: Die Entscheidung kann des OVG auch vor dem 7.1. fällen, und dann ist auch Eckarts Hof akut bedroht.

Bitte haltet euch also weiter bereit für Tag X!

Einladung zum "Gorlebener Gebet an der Kante"

„Der Frieden Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne...“

Samstag, 30.10.21, 15 Uhr, Lützerath


Bilder können die Gewalt kaum verdeutlichen, die von dem riesigen Loch des Tagebaus Garzweiler ausgeht. Oder von den Baggern, die sich unablässig und gierig in das Land hineinfressen – es zerstören.
Unsere Vernunft sagt uns, dass wir diesem zerstörerischen Handeln und seinen Folgen, der drohenden Klimakatastrophe, hilflos ausgeliefert sind. Doch unsere Überzeugung, unser Glaube rät uns, die Visionen eines anderen Leben jetzt wach und lebendig zu halten und Wege der Umsetzung zu suchen - und zu finden.

KiDl appeliert an Polizei NRW

Leisten Sie "legalen Ungehorsam"

24.10.2021

Es gibt ein Recht auf Dienstverweigerung:
Mit Bezug auf das Gerichtsurteil, das den Polizeieinsatz im Hambi als rechtswidrig erklärte, und das Urteil des Bundesver-
fassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz rufen wir die Polizei NRW dazu auf, von ihrem Recht auf "Remonstration" Gebrauch zu machen: Das ist die ausdrücklich im Dienstrecht vorgesehene Verweigerung eines Einsatzbefehls, wenn dieser dem einzelnen Beamten nicht legal erscheint.

Hier geht es zum vollständigen Aufruf.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

"Bleibet hier und wachet mit mir"

Abendliche Taizé-Andacht an der Eibenkapelle, Montag, 1. November 2021, 18 h, Lützerath

 

Wir alle warten gespannt auf die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster über die "vorzeitige Inbesitznahme" von Eckarts Grundstücken durch RWE. Bei einem negativen Bescheid wird es RWE erlaubt sein, ab dem 2. November auf Eckarts Flächen, die Wohnungen vieler Aktivist*innen, das Camp - kurz: alle Widerstandsstrukturen in Lützerath zuzugreifen.

Wir werden uns daher am Vorabend an der Eibenkapelle treffen, dort gemeinsam singen und beten, uns austauschen und nicht zuletzt: uns Mut machen für die befürchteten Auseinandersetzungen.

Aber vielleicht kommt es ja auch ganz anders - dann werden wir unsere Freude und unseren Dank singen!

Es wird eine Feuerschale und Kerzen geben, bringt bitte auch selbst welche mit, ebenso wie heiße Getränke, warme Kleidung, Decken, evtl. eine bequemen Sitzgelegenheit (Bänke tragen wir gemeinsam von der MaWa hinüber) und - wenn ihr habt - ein Taizé-Liederheft.

Wir freuen uns auf Euch!

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

„Dein Wille geschehe“

 Samstag, 23.10.21, 15 Uhr, Lützerath

 

„Dein Wille geschehe“ - diese Textzeile des „Vater unser“ klingt in einer Zeit von Individualismus und Selbstbestimmung schon fast provokant. Denn Jahrhunderte lang wurde diese Zeile benutzt, um bei den Menschen ein eher passives Hinnehmen, ja Resignation angesichts der bestehenden Verhältnisse, angesichts von Unglück und Elend zu fördern. Doch was ist der "Wille Gottes"? Und wessen Wille zählt tatsächlich in dieser Welt, wird umgesetzt, geschieht?

Diesen Fragen möchten wir in unserem Gottesdienst nachgehen, möchten uns darüber austauschen, was „Dein Wille geschehe“ für uns bedeuten kann.

 

Nach dem Gottesdienst gibt es ein KiDl-Plenum, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Vorankündigung: Samstag, 30.10.21, 15 h in Lützerath

Gorlebener Gebet an der Kante

Menschen der Initiative "Gorlebener Gebet", die seit über 30 Jahren Gottesdienste am geplanten Atom-Endlager im Gorlebener Wald feiert, besuchen Lützerath! Und werden am Samstag, den 30.10, am Vorabend des Reformationstags, dort einen Gottesdienst gestalten, zu dem wir alle herzlich einladen.

Mittwochs, 14 bis 16 h

Asambleas an der Kante

Theologisch-politische Gesprächsrunde an der Eibenkapelle

In den nächsten Wochen lädt "Die Kirche(n) im Dorf lassen" immer mittwochs von 14 bis 16 Uhr zu theologisch-politischen Gesprächsrunden ein. Themen können u.a.sein:

Postkoloniale Theologie - was ist das?

Das Abenteuer Kidl: Warum eine christliche/religiöse Klimabewegung?

Traditionen des Widerstands: Die Armutsbewegung des Mittelalters als Antwort auf frühkapitalistische Wirtschaftsformen

Traditionen des Widerstands: Religiöse Frühsozialisten in Frankreich

Das Bekenntnis von Accra (2004): Verurteilung des Neoliberalismus als häretisch Diese Wirtschaft tötet: Kapitalismuskritik bei Papst FranziskusUnd wenn ihr ein ganz anderes Thema mitbringt: Wir freuen uns!

All dies wird nicht dozierend-theoretisch, sondern in gemeinsamem Gespräch bearbeitet, entspannt bei Kaffee und (selbst mitgebrachtem) Kuchen. Und falls das Wetter mal nicht mitspielt, ziehen wir um an die Mahnwache.

Dem Rad in die Speichen gefallen

9.10.21

 

In einer Prozession brachten gestern Menschen ein schützendes und mahnendes Kreuz zwischen den Bagger und die Mahnwache Lützerath. Zumindest symbolisch wurde so dem Rad in die Speichen gegriffen.

 

Das Kreuz stand auch heute noch, während des Dorfspaziergangs. Es gab kleine Ausflüge ans Kreuz, es wurde gesungen, Lichter und Blumen wurden aufgestellt.

 

Hier das Video des Gottesdienstes.

 

Hier das Video des Gottesdienstes.

Fotos: UPA

Ein ganz besonderes Video:

Erster Oktoberdorfspaziergang Lützerath 2021

Einige Menschen von der Mahnwache Lützerath und andere VerteidigerInnen des kleinen rheinischen Dorfes haben kurzfristig am 3. Oktober 2021 den ersten Dorfspaziergang im Oktober durchgeführt. Dies haben wir in einem Video dokumentiert: Wir legen die detailreichen und betroffen machenden Erläuterungen der #Heimatplanetenverteidiger*innen allen ans Herz, die sich auf den Weg nach Lützerath machen, um die Zukunft von Mutter Erde zu sichern und sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Ein Aktivist, der den ganzen Kreuzweg für die Schöpfung durch alle Widrigkeiten mitgelaufen ist, erläutert die Geschichte der #Eibenkapelle und des Wackersdorf-Gorleben-Garzweiler-Kreuzes. Die #Eibenkapelle, ein etwa 40 m² großes Stück Land am Eingang des Ortes, überwölbt von einem natürlichen Dach aus Eiben, wird in den kommenden Wochen der Bezugspunkt des Protestes von KIDL sein. So wie sie aus dem Nichts der Vergessenheit wieder auftauchte, fällt es schwer, ihren Fund, ihre Freilegung, ihre Akzeptierung von Menschen so unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Weltanschauungen als etwas Zufälliges aufzufassen. Wie sich die Eiben in der Eibenkapelle über den alten Standort des verschwundenen Wegekreuzes beugen, so beugt sich hier das Metaphysische über die im Braunkohlentagebau geschundene Schöpfung. So wie in der Mitte des ummauerten Fünfecks ein frischer Spross den Weg durch die Fundamente gesucht hat, so keimt in der Eibenkapelle "Hoffnung wider alle Hoffnung" für eine lebenswerte Zukunft zukünftiger Generationen.

Eckarts Grundstück ab 1. November akut bedroht:

Aachen lehnt Eilanträge gegen vorzeitige Besitzeinweisung ab!

Verwaltungsgerichts Aachen hat die Eilanträge von Eckart Heukamp und seinen Mietern abgelehnt. Damit bestätigt es die von RWE beantragte sogenannte "vorzeitige Besitzeinweisung": Das ist eine Verfügung, die RWE ab dem 1. November den Zugriff auf Eckarts Grundstücke gibt, obwohl das Enteignungsverfahren juristisch noch nicht abgeschlossen ist.  Gegen diese Entscheidung kann Beschwerde eingelegt werden - was auch geplant ist.

Was bedeutet das für uns? Bleibt wachsam, haltet euch bereit, ab dem 1. November kann es in Lützerath ums Ganze gehen!

Einladung zum Gottesdienst an der Kante (mit Kreuzaufstellung)

Dem Rad in die Speichen fallen

Samstag, 9.10.21, 15 Uhr, Lützerath (Wendehammer)

„Es reicht nicht, die Opfer unter dem Rad zu verbinden. Man muss dem Rad selbst in die Speichen fallen.“ Dies sind Worte Dietrich Bonhoeffers aus dem Jahr 1933. Die Nationalsozialisten hatten den Arierparagraphen erlassen, mit dem sie jüdische Menschen politisch und gesellschaftlich entrechteten. Die große Mehrheit in Deutschland schwieg. Auch die evangelische Kirche vollzog diesen Schritt und schloss getaufte jüdische Menschen aus. Sie stellte so die rassistisch begründete Trennung über die mit der Taufe begründete Gemeinschaft. Viele Jahre lang beschäftigte sich Bonhoeffer mit der Frage, welche Formen des Widerstands vertretbar, mit christlicher Überzeugung vereinbar sind.

Im Angesicht des sich immer weiter ins Land fressenden Baggers wollen wir in diesem Gottesdienst den Worten Bonhoeffers nachspüren. Und wir werden nach Parallelen suchen zu unserer aktuellen Situation, uns von dem Menschen Bonhoeffer in unserem Widerstand inspirieren lassen.

Aktion Platznehmen von Alle Dörfer bleiben!

Entspannter Nachmittag in Lützerath

1.10.2021

Entgegen vieler Befürchtungen verlief der erste Tag der Rodungssaison entspannt. Erfolgreich wurden zwei Bagger und ein Absetzer besetzt, eine Lieferung von Bauzäunen nach Lützerath wurde verhindert. Viele Leute hatten viel Spaß, so kann es gerne weitergehen!

 

Gottesdienst vor und Verhandlung im Amtsgericht Erkelenz

Freispruch zweiter Klasse?

30.9.21

Trotz des ungewöhnlichen Ortes und des ungewöhnlichen Zeitpunkts: Etwa 20 Menschen kamen zum Gottesdienst "Lass Gerechtigkeit regnen, um die wegen angeblichem Hausfriedensbruchs angeklagteAktivistin von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" zu unterstützen. Leider durften die allermeisten nicht mit in den Gerichtssaal, blieben aber - oft singend! - bis zum Ende vor Ort.

(Hier geht es zu Predigt und Video.)

 

Freispruch zweiter Klasse?

Am 3. November 2020 wurden von RWE auf 3 km alle Alleebäume an der L277 zwischen Keyenberg und Lützerath gefällt. Dieses "Massaker an den Bäumen" begleitete "Die Kirche(n) im Dorf lassen mit Prozession und Andacht auf der abgerissene Straße. Dies betrachtete RWE als Hausfriedensbruch.

Dem konnte sich das Amtsgericht Erkelenz jedoch nicht anschließen. In einem ersten Verfahren gegen Cornelia Senne beantragte die Staatsanwaltschaft (!) nach mehrstündiger Verhandlung und zahlreichen ziemlich widersprüchlichen Zeugenaussagen die Einstellung des Verfahren - ohne AUflagen, die Kosten trägt die Staatskasse.

"Ich stimme der Einstellung zu - aber nur schweren Herzens. Ich hoffe, in einem der Folgeverfahren wird die Sachlage eindeutig geklärt werden und die beiden Mitangeklagten klar freigesprochen."

Es ging letztlich um die Frage, ob die L277 am 3. November 2020 tatsächlich komplett umfriedet war. "Noch am 30. Oktober haben wir in Immerath Gottesdienst mit 150 Menschen gefeiert. Ich selbst habe telefonisch vom Ordnungsamt Erkelenz damals die Auskunft erhalten, der Zugang nach Immerath sei Fußgänger*innen und Radler*innen zulässig. Es gab auch keinerlei Hindernisse, der Zugang war frei," so Negen Jansen von der Initiative. Und von Immerath aus war das Gelände zwischen Tagebaukante und L277 über der Weg entlang des "alten" Grubenwalls ganz unschwierig zu erreichen.

Alle Häuser bleiben!

 

Kaum ist die Wahl vorbei, will RWE in Lützerath wieder Fakten schaffen: Seit einigen Tagen

trifft RWE massiv Vorbereitungen zum Abriss von Häusern, verbunden meit entsprechenden Rodungen. Die Aktivistis in Lützerath bereiten sich derzeit auf Abrissarbeiten ab dem 1.10. vor.

Kommt nach Lützerath, beteiligt euch an den Protesten!

Menschen von "Die Kirche(n) im Dorf lassen" werden am Freitag in Lützerath sein (ab ca. 10 h, Treffpunkt an der Eibenkapelle). Auch in den nächsten Tagen und Wochen werden wir regelmäßig vor Ort sein, informiert euch über unseren Twitter oder - am aktuellsten - über Lützi lebt.

Fest stehen bereits zwei Termine:

Gottesdienst am 9.10.21, 15 h, Lützerath; anschließend (ca. 17 h) Plenum, danach Liederabend!

Gottesdienst am 23.10.21, 15 h, Lützerath


Ach ja: Und Donnerstag 10:30 h Gottesdienst vor dem Amtsgericht Erkelenz...

 

Freitag, 1. Oktober 2021, ab 11 Uhr

"Platz nehmen" an der Eibenkapelle

27.9.21

Auch "Die Kirche(n) im Dorf lassen" beteiligt sich an der Aktion "Platz nehmen" von "Alle Dörfer bleiben" am Freitag, den 1. Oktober - also pünktlich zum Beginn der Rodungssaison. Es verdichten sich die Anzeichen, daß RWE bereits früh mit Rodungen und Abrissen beginnen wird. Deshalb laden wir alle ein, sich uns an der Eibenkapelle anzuschließen - bringt (wenn möglich gelbe!) Sitzgelegenheiten und ein Picknick mit!

KiDl-Gottesdienst in der Kirche von Kuckum!

alle Fotos: H. Perscke
27.9.21
Unsere Prozession am Sonntag von der verschlossenen Kirche in Keyenberg zur geöffneten in Kuckum war sehr beeindruckend. Überhaupt war es das erste Mal, dass einer unserer Gottesdienste In einer Kirche stattfinden konnte. Besonderes Highlight war die Beteiligung der Zapatistas! Ein Video vom Keyenberger Teil des Gottesdienstes gibt es hier.

Überraschungsbesuch in Lützerath

Greta in Lützerath: "Ein Ort voller Traurigkeit"

25.9.21

 

Prominente Unterstützung erhielt der in diesem Herbst anstehende Kampf um Lützerath: Greta Thunberg besuchte Lützerath und stellte sich so an die Seite der Menschen, die den Ort gegen die drohende Zerstörung durch RWE verteigen: An die Seite von Bauer Eckart Heukamp, dem im November die Räumung droht, der Menschen von "Alle Dörfer bleiben" und der Aktivist*innen vor Ort, die die Verteidigung mit Hochdruck vorbereiten: Schon am kommenden Mittwoch, zum Beginn der Rodungssaison, startet die Aktionswoche "Alle Bäume bleiben". Gretas Rede gibt es u.a. hier.

 

Ein Überblick über die geplanten Aktionen rund um die Verteidigung Lützeraths:

29.09.- 06.10. Anti-Rodungs-Skillshare „Alle Bäume bleiben“
01.10. Beginn der Rodungssaison mit „Platznehmen“Aktion von Alle Dörfer bleiben (11-13 h)
10.10. Dorfspaziergang
29.10.-05.11. Anti-Abriss-Skillshare und Unräumbar-Festival mit Protestcamp
01.11. voraussichtlicher Räumungsbeginn

Immer Aktuelles auf Lützi lebt!

 

Auch "Die Kirche(n) im Dorf lassen" wird sich mit kurzfristig angesetzten Gottesdiensten an den Protesten beteiligen: Haltet euch bereit, schaut auf unseren Twitter-Account. Den Auftakt machen wir schon am Donnerstag vor dem Amtsgericht Erkelenz (10:30 h, Einladung s.u.)!

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

Lass Gerechtigkeit regnen!

Donnerstag, 30. 9. 21, 10:30 h, vor dem Amtsgericht Erkelenz

 

Diesmal liegt die Kante in Erkelenz, am Amtsgericht: Dort findet der erste Prozeß wegen angeblichen "Hausfriedensbruchs" im Zusammenhang mit unserer Prozession auf die L277 am Tag der Rodung der Alleebäume statt. Es sind drei (der insgesamt 24) Teilnehmenden angeklagt, den Anfang macht Conni Senne von "Die Kirche(n) im Dorf lassen". 

Vor dem Gerichtstermin (12 h) feiern wir gemeinsam Gottesdienst: Wir werden darin die immer wieder versuchte Kriminalisierung - auch der christlichen - Klimagerechtigkeitsbewegung beklagen, uns aber vor allem in Gemeinschaft und Solidarität für die Verhandlung stärken.

Wir zählen auf eure Solidarität!

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

Klage und Trauer um die Kirchen in Keyenberg und Kuckum

Sonntag, 26.9. 21, 15 Uhr an der Kirche in Keyenberg, mit Prozession zur Kirche in Kuckum

 

Und Gott sprach: „Ich habe dein Gebet und dein Bitten, das du vor mich gebracht hast, gehört. Ich habe dieses Haus, das du gebaut hast, geheiligt, um dort meinen Namen für immer niederzulegen. Meine Augen und mein Herz werden alle Zeit dort sein." (1 Kön 9,3)

Gott hat Wohnung in seinem Haus, dem Tempel, inmitten seines Volkes. Und noch immer sind Kirchen besondere, geheiligte Ort, in denen Menschen zusammenkommen, um so mehr, wenn um sie herum alles zusammenbricht. Und (nur) in der Gemeinschaft der Menschen ist Gott anwesend.

Den Menschen in Kuckum und Keyenberg wird dieser Ort jetzt genommen. Die Amtskirche selbst verbannt Gott aus seinem Haus, indem sie die Kirchen zunächst verschlossen hat und jetzt entwidmen will. Sie macht sich damit zum Erfüllungsgehilfen von RWE. Anstatt ein deutliches Zeichen gegen die weitere Zerstörung der Schöpfung - des Klimas - zu setzen, geben sie die Kirchen und Dörfer an der Tagebaukante zum Abriss frei.

In unserem Gottesdienst wollen wir der Orte - Kirchen und Dörfer - gedenken, uns gegenseitig zu stärken und zu ermutigen in unserem Widerstand gegen die Zerstörung - alle Kirchen und Dörfer bleiben! Wir wollen gemeinsam klagen und Zeugnis ablegen und diese Stimme soll nicht mehr verstummen.

Bischof Dieser beschließt Entwidmung der Kirchen in Keyenberg und Kuckum

"Die Kirche(n) im Dorf lassen" protestiert gegen Entscheidung in einer Pressemitteilung

 

14. 9. 21

Die in dieser Woche bekannt gegebene Entscheidung des Aachener Bischofs Dieser, die Kirchen in Keyenberg und Kuckum trotz vielfacher Einsprüche zu entwidmen, kommentiert "Die Kirche(n) im Dorf lassen" in einer Pressemitteilung: Sie sei bedrückend, und enttäuschend, nicht nur für die Menschen in den bedrohten Dörfern, ein darüber mit RWE geschlossener Vertrag nach aktueller Rechtsprechung und kirchlicher Lehre (Laudato si) sittenwidrig. Die ganze Erklärung findet ihr hier.

Zwei Gottesdienste an der Kante

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Samstag, 11.9. um 16 Uhr in Lützerath an der Eibenkapelle

 

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ – dies ist das Fazit des Philosophen T.W. Adorno in seinem Werk Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Für ihn ist es unmöglich, unter kapitalistischen und faschistischen Verhältnissen ein ethisch und moralisch richtiges Leben zu führen. Es ist das neoliberale Wirtschaftssystem, in das alle, Menschen und Institutionen – mehr oder weniger – verstrickt sind, das ein gelungenes Leben, jenseits von Profit- und Herrschaftsinteressen, unmöglich macht.

Dagegen zeichnen viele Texte der christlichen Tradition, was ein gelungenes Leben ausmacht: Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen, gegenüber der gesamten Schöpfung. Und in ihrer Umsetzung klingen sie heute noch – oder gerade heute – revolutionär: „Er hat Mächtige von Thronen gestürzt und und Erniedrigte erhöht. Er hat Hungrige mit Gütern gefüllt und Reiche leer fortgeschickt.“

Wenn wir gemeinschaftlich die Möglichkeit auf Veränderbarkeit zulassen, im Denken, im Fühlen, wenn wir sie in konkretem Handeln leben, gegen alle Widerstände – dann ist es Umkehr.

Hier das Video des Gottesdienstes.

 

Anlässlich des „Tag des Denkmals“ wird es einen zweiten Gottesdienst geben, der durch die Ereignisse noch zwingender geworden ist:

Die Zerstörung des Tempels – der Verrat an den Menschen und Gott

Sonntag, 12.9. um 10.30 Uhr an der Heilig-Kreuz-Kirche in Keyenberg

 

Ohne Not wurden die Glocken aus der Heilig-Kreuz-Kirche entnommen – geraubt auf Betreiben der Pfarrei Christ-König in Erkelenz und mit Zustimmung der Denkmalschutz-Behörden! Das Entsetzen der Menschen vor Ort und weit darüber hinaus über diesen Frevel ist groß, ebenso die Angst und das Gefühl der Ohnmacht. All dem wollen wir Raum geben: „Gott, höre mein Gebet, merke auf mein Flehen! Erhöre mich in deiner Treue, in deiner Gerechtigkeit.“

 

Da das Infektionsgeschehen leider wieder zunimmt, achtet bitte bei der Teilnahme auf Abstand, verwendet FFP2- oder medizinische Masken, und richtet Euch nach der Coronaschutzverordnung des Landes.

Bewegender Gottesdienst an der Eibenkapelle

Arbeitergeschwister zu Besuch in Lützerath

Am 3. September 2021 hat "Die Kirche(n) im Dorf lassen" Besuch bekommen von einer kleinen Delegation des Internationalen Treffens der Arbeitergeschwister. Die Arbeitergeschwister stehen in der Tradition der französischen Arbeiterpriester, die sich für eine Kirche an der Seite der ArbeiterInnen einsetzen und deshalb selbst als Priester zu Arbeitern wurden, um deren Perspektive kennenzulernen und sich gemeinsam mit ihnen zu organisieren. Heute sind es nicht nur Priester, sondern auch Ordensleute und Laien, die auf diese Weise in prekären Berufen beschäftigt sind, um aus der Perspektive prekär Arbeitender Menschen, die Welt und ihr ChristIn sein zu verstehen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen.
Unsere Gäste kamen gleich mitten in die konfliktiven Auseinandersetzungen hinein, die die momentane Situation in Keyenberg ausmachen: Sie kamen just in dem Moment in Keyenberg vor der Kirche an, als die Kirchenglocken abtransportiert wurden. So haben sie ganz unmittelbar den Schmerz, die Verzweiflung und Wut vieler Menschen die mit der Kirche verbunden sind, erlebt. Wir haben dies zum Anlass genommen über die Situation in Keyenberg zu erzählen und sind bei unseren Gästen auf viel Sympathie mit unserem Engagement und unseren Aktivitäten gestoßen wie auch auf Entsetzen und Unverständnis über die Haltung der Verantwortlichen in Kirchengemeinde und Bistum. Gemeinsam sind wir nach Lützerath gefahren, habe unseren Besuch durch das Dorf und die Mahnwache geführt, wo unsere Gäste sich sehr beeindruckt zeigten, von den vielen Zeichen eines kreativen und mutigen Protests, die hier zu sehen sind. Gemeinsam haben wir einen bewegenden Gottesdienst in der Eibenkapelle gefeiert, der unsre Verbundenheit im Einsatz für eine gerechte Welt und ein Ende der Klimakatastrophe zum Ausdruck brachte und uns bestärkt hat an verschiedenen Orten und auf unterschiedliche Weise die gemeinsame Hoffnung auf Veränderung weiterzutragen.

Hier zum Video des Treffens in Keyenberg, kurz nach Entnahme der Glocken, hier der Gottesdienst an der Eibenkapelle, und hier zur Predigt.

Presserklärung der Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“

Protest gegen Glockenklau

4. September 2021

 

In einer Presseerklärung haben wir heute gegen den Abtransport der historischen Glocken von Heilig-Kreuz Keyenberg und die entsprechende Erklärung der Pressestelle des Bistums Aachen protestiert:

"Die Initiative DIE KIRCHEN IM DORF LASSEN fordert vor diesem Hintergrund die Verantwortlichen auf, die drei Glocken wieder an ihren eigentlichen Ort zurückzubringen. Sie warnt eindringlich vor dem sonst für die Kirche und für den Bischof entstehenden Schaden."

"Besonders enttäuschend ist auch, dass man zunächst durch die Polizei mitteilen ließ, die Glocken kämen „zur Überarbeitung“. Diese Lügen sind angesichts der Bedrängnis der in Keyenberg verbleibenden verunsicherten EinwohnerInnen und Gemeindemitglieder „schäbig“ und eines Seelsorgers ausgesprochen unwürdig"

Hier der vollständige Text.

Offener Brief an Bischof Dr. Dieser und Generalvikar Dr. Frick

Keine Entwidmung der Kirchen in Keyenberg, Kuckum und Berverath!

31. 8. 21

In einem offenen Brief fordert "Die Kirche(n) im Dorf lassen" vom Bistum ein "deutliches Zeichen der Hoffnung und Zuversicht" und bietet das Gespräch an.

Den vollständigen Text findet ihr hier.

15. August 2021

Dorfspaziergang und Lebenslaute

Im Rahmen des Kulturprogramms „Kultur ohne Kohle – eine rheinische Landpartie!", das noch bis zum 22. August 2021 auf großen und kleinen Bühnen, Wiesen und Straßen, in Höfen und Wäldern der Dörfer in der Rheinischen Braunkohle-Region stattfindet, gab es am 15. August einen Dorfspaziergang mit anschließendem Konzert des Aktionsorchesters Lebenslaute.

Weitere Info auf der Webseite von Alle Dörfer Bleiben!

Ein Video der Rede der Klimaaktivistin Luisa Neubauer findet sich hier.

Auch die WDR Lokalzeit hat die Aktion in einem sehr kurzen Bericht erwähnt (ab Minute 14:26)

13. August 2021

Aachener Friedenskreuz an der Abbruchkante

Pax christi-Mitglieder waren sich einig: "Das Aachener Friedenskreuz muss dabei sein, wenn die Pilgerinnen und Pilger empfangen werden."

Während der Begrüßungszeremonie wurde immer wieder bekräftigt, dass für die Vernichtung dieses letzten Landstriches keine Notwendigkeit besteht, dass vielmehr die klimaschädigende Energiegewinnung aus Braunkohle so schnell wie möglich eingestellt werden muss.

Der gesamte Artikel von pax christi Aachen findet sich auf der Webseite von pax christi und auch hier.

Die Ansprache von Pfarrer Manfred Esmajor kann hier nachgelesen werden.

1. August 2021

26. Etappe des Kreuzwegs für die Schöpfung: Von Glehn über Keyenberg nach Lützerath

Triumphale Ankunft

Alle Bilder: Kreuzweg-Gorleben-Garzweiler.de

 

Der Kreuzweg für die Schöpfung ist in Lützerath angekommen. Mehr Info und viele Bilder dieser Etappe der denkwürdigen Pilgerreise finden sich hier.

 

Es gibt auch ein Video!


Ältere Meldungen finden Sie hier!