"Kirche(n) im Dorf lassen" beim Ostermarsch in Köln

Schwerter zu Pflugscharen . . .

Fotos: UPA

16.3.22

"Eskalationsspirale durchbrechen - Atom- und Hochrüstung stoppen - Klima schützen!" Dies war das Motto des diesjährigen Ostermarsches. Und daher war der Zusammenhang zwischen dem Einsatz für Klimagerechtigkeit und Frieden auch Thema des Redebeitrags von KiDl bei der Auftaktveranstaltung zum Ostermarsch Rhein-Ruhr in Köln, der hier nachgehört werden kann (KiDl-Beitrag ab Minute 8).

Fassungslos machte uns das Plakat von Gegendemonstranten, auf dem sie u.a. "eine Kugel für Putin" forderten. Trotz unseres Hinweises, es handele sich dabei um den Aufruf zu einer Straftat, den wir zur Anzeige bringen wollten, schützte die Polizei das "Gegenplakat", unterband die Proteste dagegen - versuchte sogar, das von uns vor das Plakat gehaltene Kreuz wegzuschieben. Die Personalien der Kreuzträgerin wurden aufgenommen und  von einem "Angriff" auf Polizeibeamte (mit dem Kreuz!) gesprochen ...

 Einladung zum Gottesdienst an der Kante

"Wo alles tot zu sein scheint, sprießen wieder überall Anzeichen der Auferstehung hervor." (Papst Franziskus)

Ostermontag, 18.4.22, 15 Uhr in Lützerath, Eibenkapelle

 

"Wo alles tot zu sein scheint, sprießen wieder überall Anzeichen der Auferstehung hervor." (Papst Franziskus) Wir möchten angesichts von allen Dunkelheiten dieser Zeit die Auferstehung feiern: den Aufstand des Lebens gegen den Tod und die Zerstörung des Lebens.

Impressionen vom Oster-Gottesdienst (Fotos: UPA)

Hier geht es zur Predigt.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

"Und in der sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land ..." (Mk 15,33)

Karfreitag, 15.4.22, 15 Uhr in Lützerath, vor Eckardts Hof

 

Finsternis legt sich auf das Land, denn Jesus, der Mensch - und für die Christ*innen auf der Welt Gottes Sohn - stirbt einen qualvollen Tod am Kreuz. Das Licht schwindet aus der Seele von uns Menschen, wenn das Gute, die Gerechtigkeit stirbt – wenn uns die Hoffnung verlässt.
In unserem Gottesdienst wollen wir uns in Gemeinschaft dieser Leere stellen, sie aushalten - und gemeinsam das Licht der Hoffnung suchen.

Eindrücke vom Karfreitags-Gottesdienst (Fotos: UPA)

 

Hier die Predigt. zum Nachlesen und hier hier das Vido:

"Bonhoeffer-Kreuz" steht wieder!

Fotos: B. Schnell

10.4.22

Im Oktober hatten wir im Rahmen eines Gottesdienstes mit dem Titel "Dem Rad in die Speichen fallen" ein Kreuz im Tagebauvorfeld aufgestellt - zwischen Mahnwache und dem Bagger. Am 24. Februar wurde es von RWE-Maitarbeitern abgerissen. Am 20. März haben wir es wieder aufgestellt - es wurde erneut zerstört. Im Rahmen des Lützerather Frühlingsfestes haben wir es gestern wieder aufgerichtet . . . Schaun wir mal!

Kasperlspiel zum Frühlingsfest in Lützerath am 10. April 22

Gretel, Kasperl, Seppel und das schwarze Loch

Ein Kasperlspiel in 5 Akten

 

Der Lebensraum und das Klima im Dorf Lützerath werden von dem bösen Zauberer Markus und seiner Bestie, dem ERWElligator, zerstört. Markus lügt, was das Zeug hält und der Wachtmeister Dirk wird von König Armin und Prinz Hendryck, dem kleinen Münsterländer, daran gehindert, die Lügen aufzuklären und dem Dorf Lützerath zu helfen. Nur Gretel will das nicht hinnehmen, doch auch Kasperl und Seppel haben zunächst keine Lust, sich mit dem bösen Erwelligator anzulegen. Aber schließlich Gretel führt den Widerstand gegen das Untier und gegen die Lügen vom schwarzen Loch an. Am Ende werden König Armin und Prinz Hendryck abgesetzt und Königin Kathrin auf den Thron gesetzt. Ob es jetzt besser wird?

Wir wurden angefragt, ob wir - zum Frühlingsfest - auch mal was anders können als Andachten. Wir haben es jedenfalls mal probiert  . . .  aber seht selbst: Video

 

KiDl ruft auf: Beteiligt Euch an den Ostermärschen

Eskalationsspirale durchbrechen - Atom- und Hochrüstung stoppen - Klima schützen!

 

"Die Kirche(n) im Dorf lassen" wird beim diesjährigen Ostermarsch als Gruppe präsent sein - mit dem gewohnten gelben Kreuz und dem Transparent "Diese Wirtschaft tötet". Schließt Euch gerne an: Samstag, 16. 4. 2022, 11 h, Appellhofplatz, Köln

Oder beteiligt euch an einer der zahlreichen Aktionan an weiteren Orten, hier nur eine Auswahl:

Freitag, 15. April,
13:00, Gronau
14:00 bis 16 h, Jülich

Samstag, 16. Apil

10 h, Duisburg
11:00 bis 12:30, Düren

13:30 bis 18:00 Münster

14:00 Bonn

14:30 Düsseldorf
Sonntag, 17. April
10:00 bis 17:00 Essen
Montag, 18. April
13:00 bis 16:00 Dortmund
14:00 bis 16:00 Krefeld

 

 

Nähere Infos gibt es hier.

 


23. April:  Großdemo in Lützerath

Am Samstag den 23. April laden wir gemeinsam mit vielen weiteren Gruppen zur Großdemonstration nach Lützerath ein!

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat entschieden, dass der Lützerather Landwirt Eckardt Heukamp im Schnellverfahren enteignet werden kann. Dabei ist glasklar, dass es nicht dem Gemeinwohl dient, mitten in der Klimakrise Braunkohle zu verbrennen und dafür Dörfer abzureißen. Die Landesregierung muss eine neue Leitentscheidung erlassen, die alle bedrohten Dörfer erhält und Restkohlemengen festlegt, die mit der 1,5 Grad-Grenze vereinbar sind.

Mitten im Wahlkampf in NRW machen wir klar: Lützerath muss bleiben, der zerstörerische Kohleabbau muss ein Ende haben! Die Klimakatastrophe ist schon jetzt die Hölle für viele Menschen auf der Erde – und wenn weiter Braunkohle verbrannt wird, wird es noch viel schlimmer. Es ist eine Illusion, dass Kohleverbrennung irgendetwas mit „Versorgungssicherheit“ zu tun hat. Eine sichere Welt wird es nur mit 100% Erneuerbaren geben.

Deshalb zeigen wir am 23.4. gemeinsam: Lützerath bleibt! Wir werden das Dorf mit unseren Körpern schützen und den Tagebau aufhalten!

 

Nach dem Versagen der Justiz:

Anrufung einer höheren Gerechtigkeit

3.4.22

Wir haben heute ein großes Kreuz aus Stoff ins Tagebauvorfeld, an die Kante getragen - zwischen das bedrohte Lützerath und die Bagger von RWE.

In unserer Pressemitteilung dazu heißt es: "Von alters her glaubten Menschen, dass der Blick Gottes auf seine Schöpfung vom Himmel herkäme, dass die Perspektive Gottes eine geweitete Perspektive der Vögel sei, so wie sie auf das schwarze Loch des Todes im Garzweiler Tagebau blicken. Wir wollen das Kreuz – als ein sichtbar gewordenes Gebet und als ein Symbol des Widerstandes – mit einer Drohne überfliegen und es zu einem Hilferuf machen, der in die Welt hinaus geht."

 

Hier ein erstes kurzes, hier ein längeres Video der Aktion, hier eins vom ZDF. Die vollständige Pressemitteilung gibt es hier.

 

Im Anschluß an den Dorfspaziergang feierten wir Gottesdienst:  "Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber zum Verbrechen." Zur Predigt.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

"Wo Recht zu Unrecht wird..."

Sonntag, 3.4.22, 15 h in Lützerath

 

Das Urteil ist gesprochen: Lützerath darf abgebaggert, Eckhart vertrieben, das Camp geräumt werden. Unser aller Hoffen auf eine juristische, eine gewaltfreie Lösung wurde enttäuscht. Fassungslos stehen wir vor der Ignoranz der Richter, die immer noch nicht begriffen haben, was das Überschreiten der 1,5°-Grenze bedeutet.

"Wo Recht zu Unrecht wird,

wird Widerstand zur Pflicht,

Gehorsam aber zu Verbrechen."

Papst Leo XIII

Deshalb werden wir Lützerath verteidigen, mit unseren Körpern, mit Gebeten und Liedern, mit dem gelben Kreuz in unserer Mitte. Vor allem die Eibenkapelle werden wir vor dem Zugriff von RWE schützen.

In diesem Gottesdienst wollen wir Klage erheben - und anklagen. Uns gegenseitig trösten und stärken, für das was kommt.

Pressekonferenz in Lützerath zur Lage nach dem Urteil

29.3.22
Heute um 11 Uhr gab es in Lützerath eine Pressekonferenz zur aktuellen Lage (Video hier).

"Ich finde es unerträglich dass die Bälle zwischen Politik und Gerichten immer hin und her geschoben werden„ sagte Eckardt Heukamp nach dem OVG-Urteil.

Gesprochen haben:
Dirk Jansen, BUND
Jona Heidner, Ende Gelände
Eckardt Heukamp
Pauline Brünger, Fridays for Future
sowie Vertreterinnen von #LütziLebt

Grottiges Urteil aus Münster:

Freifahrschein für RWE?

Gottesdienst am kommenden Sonntag, 15 h in Lützerath

28.3.22

Klimaschutz spielte für das OVG Münster offenbar keine Rolle bei der Urteilsfindung: RWE darf Lützerath abbagger, und ab sofort mit Vorbereitungsarbeiten beginnen. Umwelt- und Klimagruppen üben scharfe Kritik und kündigen Protestaktionen an. Wir beteiligen uns mit einem Gottesdienst am Sonntag, 3.4., 15 h in Lützerath.

 

Hier die Pressemitteilung von "Alle Dörfer bleiben":

 

Lützerath: Scharfe Kritik an vorzeitiger Enteignung
Demonstration für bedrohtes Dorf am 23.4.

+ Pressekonferenz Dienstag 29. März 2022 um 11 Uhr in Lützerath +

Das Bündnis Alle Dörfer Bleiben übt scharfe Kritik am Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster, der die vorzeitige Enteignung Eckardt Heukamps für rechtmäßig erklärt. Der Kohlekonzern RWE darf demnach den Hof des letzten Landwirts in Lützerath abbaggern um den Braunkohletagebau Garzweiler II zu erweitern, selbst wenn es für die Versorgungssicherheit nicht nötig sei. Alle Dörfer Bleiben stellt klar, dass der Konflikt damit nicht befriedet sei: die Landesregierung müsse die Kohle unter Lützerath im Boden lassen, um die Erderhitzung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen. Zahlreiche Gruppen laden als Reaktion auf das Urteil ab jetzt jedes Wochenende zu Protestaktionen in Lützerath ein. Am 23. April soll es im Dorf eine Großdemonstration geben.

Der Kläger Eckardt Heukamp bleibt trotz der Entscheidung des Gerichts kämpferisch: „Ich werde doch jetzt nicht meine Kisten packen und gehen! Allen ist klar, dass der Kohleausstieg für den Klimaschutz vorgezogen wird und es deshalb eine neue Leitentscheidung braucht. Warum sollte ich gehen, wenn sich in ein paar Monaten herausstellt, dass mein Dorf bleiben kann? Ich erwarte von der Landesregierung um Ministerpräsident Wüst, dass sie ein Abrissmoratorium für Lützerath beschließt, bis es eine neue Leitentscheidung gibt.“

Das Gericht begründet den Beschluss unter anderem damit, dass es gar nicht darauf ankomme, ob die Stromversorgung des Landes tatsächlich in Gefahr gerate, wenn die Braunkohle aus dem Tagebau Garzweiler fehle. „Für eine Besitzeinweisung reicht es aus, dass die Versorgung des Energiemarktes mit Braunkohle gefährdet ist“, heißt es in der Presseerklärung des Gerichts. Weiterhin argumentiert das Gericht, dass es keine ausreichende klimapolitische Gesetzesgrundlage gibt, um der Klage der Bewohner*innen von Lützerath zu geben. Die Beschwerde enthalte „klimapolitische Forderungen, die im geltenden Recht keine Grundlage haben und an den Gesetzgeber zu richten wären.“

David Dresen von Alle Dörfer bleiben kommentiert die Entscheidung: „Das Urteil ist komplett aus der Zeit gefallen. Klimaschutz hat in der Begründung des Gerichts überhaupt keine Rolle gespielt. Das liegt vor allem daran, dass es keine klaren Vorgaben der Bundesregierung gibt, wie sie die 1,5-Grad-Grenze überhaupt einhalten will." so David Dresen von Alle Dörfer bleiben. "Der Ball liegt also wieder bei der Bundesregierung. Sie muss einen Plan mit konkreten Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaziele vorlegen. Dann fallen die Entscheidungen der Gerichte auch anders aus und Lützerath kann bleiben."

Alle Dörfer Bleiben fordert eine neue Leitentscheidung, die sicherstellt, dass RWE nur noch so viel Kohle verbrennen darf, wie mit der Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze vereinbar ist. Dann werde auch Lützerath erhalten. Zurzeit leben viele Klimaaktivist*innen auf dem Camp in Lützerath; sie haben dort Hütten und Baumhäuser errichtet und sind entschlossen, das Dorf vor dem Abriss zu schützen.

„Auch wenn das Gericht anders entschieden hat: Es ist glasklar, dass es nicht dem Gemeinwohl dient, mitten in der Klimakrise Braunkohle zu verbrennen und dafür Menschen zu enteignen. Wir kämpfen deshalb weiter für den Erhalt von Lützerath!“ so Alexandra Brüne von Alle Dörfer Bleiben.

Die vom Hambacher Forst bekannten Waldführer*innen Eva Töller und Michael Zobel laden am 3. April zu einem Dorfspaziergang nach Lützerath ein, am 10. April wird es eine Radtour durch die Dörfer und ein Frühlingsfest in Lützerath geben. Am 17. April ist ein Wochenende mit buntem Programm im Dorf geplant. Am 23. April rufen dann zahlreiche Gruppen der Klimabewegung zu einer Großdemonstration in Lützerath auf.

Das vollständige Urteil findet ihr hier:

Download
Urteil des OVG Münster zu Lützerath
p220328.pdf
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