Andacht im Anschluss an den Dorfspaziergang

Gerechtigkeit statt Repression

Sonntag, 11.4.21, im Anschluss an den Dorfspaziergang ca. 15 Uhr in Lützerath

Thema dieser Andacht war das Hungertuch von Misereor, das wir an der Absperrung eines der zum Abriss anstehenden Häuser in Lützerath aufgespannt hatten. Es drückt zweierlei aus: Internationale Solidarität und die Anklage von Polizeigewalt, denn es zeigt auf künstlerische Weise den durch die Polizei gebrochenen Fuß eines chilenischen Aktivisten.
Was hat das mit uns zu tun? Die friedlichen Kämpfe für Gerechtigkeit - auch Klimagerechtigkeit - werden weltweit mit Repression beantwortet ...

Hier geht es zum Video! Weitere Informationen zum Hungertuch findet ihr hier.

Ostergottesdienste an der Kante, Karfreitag und Ostermontag, in Lützerath

"Emmaus liegt bei Lützerath" 2.0

Ostermontag, den 5.4.21, 15 h, Lützerath

 

Auch zu unserem zweiten Gottesdienstan den Osterfeiertagen waren - trotz Winterwetter! - zahlreiche Menschen gekommen. Unten einige Fotos (© UPA) und hier das Video.

 

Einladung

Das biblische Emmaus war ein kleinerer, ein wenig bekannter Ort. Trotzdem wählte Jesus den Weg zu diesem unscheinbaren Ort, um sich nach seinem Durchgang durch den Tod zu „offenbaren“. Wie kommt Jesu Botschaft im inzwischen von RWE zerstörten und „unscheinbar“ gemachten Lützerath auf uns zu? Der Frage wollen wir uns in unserem Ostergottesdienst stellen.

 

"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Karfreitagsgottesdienst mit Aufrichtung eines verhüllten Kreuzes

 

Freitag, 2.4.21, 15 h, Lützerath

 

Etwa 40 Menschen kamen am Karfreitag nach Lützerath, um dort, unmittelbar an den von RWE verwüsteten Abrissflächen, Gottesdienst zu feiern. Dabei wurde auf dieser Fläche ein Kreuz aufgerichtet - verhüllt mit dem diesjährigen Hungertuch von Misereor. Es zeigt - künstlerisch bearbeitet - das Röntgenbild eines durch Polizeigewalt gebrochenen Fußes eines Aktivisten für soziale Gerechtigkeit aus Chile, und paßt damit sehr genau an diesen Ort!

Hier geht es zum Video und hier findet ihr das beeinduckende Schlußgebet und die Einladung, unten Fotoimpressionen (© UPA).

 

Pressemitteilung vom 23. 3. 21

"Kirche(n) im Dorf lassen" wirft RWE unsensibles und ahistorisches Verhalten vor

Mit einer (englisch verfassten) Pressemitteilungen informiert "Die Kirche(n) im Dorf lassen" die internationale Presse über die Pläne von RWE, die in ihrer Judenfreundlichkeit einzigartige Keyenberger Kirche zu zerstören, während das Grab eines SS-Mannes auf Kosten und mit technischer Unterstützung von RWE umgebettet wird:

 

"Das deutsche Energieversorgungsunternehmen RWE plant die Vernichtung einer einzigartigen Kirche mit einer sehr alttestamentarischen und judenfreundlichen Innenausstattung. Zur selben Zeit wird die ehrenvolle Umbettung der sterblichen Überreste eines SS-Rottenführers und die Wiedererrichtung seines Grabsteins geplant."

 

Hier finden Sie die vollständige (englische) Pressemitteilung, und die deutsche Übersetzung.

Ökumenischer Gottesdienst des Diözsanrats des Bistum Aachen

"Du stellst meine Füße auf weiten Raum" (Ps 31,9) –           Die Kraft des Wandels

Sonntag, 21.3., 14.30 Uhr an der Kirche Heilig Kreuz, Keyenberg

©  UPA

Etwa 200 Menschen nahmen am Sonntag am ökumenischen Gottesdienst des Diözesanrats vor der Kirche in Keyenberg teil, geleitet von Superintendent Sannig und Regionalvikar Propst Markus Bruns. Hinein durften sie nicht - die Spaltung, unter der das Dorf leidet, hat nun auch das Bistum erreicht. Trotz all der versöhnlichen Worte - ein beklemmendes Erlebnis. Hier geht es zum Video, das leider die wunderschöne Musik aus urheberrechtlichen Gründen (sagt youtube) auslassen muß.

 

Einladung:

die Würde des Menschen:

der aufrechte Gang

auf Füßen die tragen

und brechen

und heilen

Blumen

hast Du ausgestreut

unbeirrt

mit Narben und auf Krücken

folgen wir

dieser goldenen Spur.

(Ricarda Moufang)

 

Der Gottesdienst greift thematisch die Fastenaktion von MISEREOR auf. Der zerbrochene Fuß steht für Zerstörung, für die Zerstörung der Schöpfung, der Lebensräume. Diese Szenarien finden wir in Keyenberg, im Rheinischen Revier, aber auch global an vielen Orten dieser Welt. Doch es gibt Hoffnung, Hoffnung auf Heilung und Wandel! Politischer Wandel ist möglich! Und wir stehen in der Verantwortung, darauf hinzuweisen und es selber zu leben.

Mit dem Gottesdienst wollen wir darauf hinweisen: „Eine andere Welt ist möglich. Diese Hoffnung möchte ich verbreiten.“ (Lilian Moreno Sanchez – Künstlerin des Hungertuchs 2021)

Beim Gottesdienst beachten wir die Corona-Regeln.

- Es werden Kontaktlisten ausgehändigt, bitte eintragen.

- Bitte eine FFP 2 Maske bzw. medizinische Maske tragen.

- Bitte haltet Abstand von mindestens 1,5 Metern gegenüber Menschen, die nicht aus eurem Hausstand sind.

- Bitte keine keine Fahrgemeinschaften bilden, sondern reist alleine oder nur mit Personen eures Hausstandes an.

Gottesdienst an der Kante – in Kooperation mit Maria 2.0:

 

Auf dem Weg zu Klima- und Gendergerechtigkeit

"Wo du hingehst, da will auch ich hingehen."

Solidarität als Antwort auf Formen struktureller Gewalt

 

am Sonntag, den 7. März, in Keyenberg an der Kirche, 14:30 h

alle Fotos: ©  UPA

 

Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit haben viel miteinander zu tun und sie stehen auch in christlicher Perspektive in einer engen Beziehung zueinander. Dies feierten etwa 150 Teilnehmer*innen in einem berührenden Gottesdienst am 7. 3. 2021 zwischen dem Weltgebetstag der Frauen (5.3.) und dem internationalen Frauentag (8.3.) am Tagebaurand in Erkelenz-Keyenberg. Die Bewegung „Maria 2.0“ und die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ hatten gemeinsam an den Ort der Zerstörung der Schöpfung eingeladen. In Lesungen und in entsprechenden Liedern (wegen COVID19 nur von einzelnen Sänger*innen gesungen) wurden biblische Frauengestalten lebendig und mit Hilfe der alttestamentarischen Erzählung von Rut vergegenwärtigten sich die Teilnehmer*innen die tiefreligiös verwurzelte Möglichkeit der Solidarität als einer Entgegnung gegen strukturelle Ungerechtigkeit gegen Frauen und gegen Gottes Schöpfung. In einer immer wieder von Beifall unterbrochenen Ansprache wies Maria Mesrian von Maria 2.0 auf die Parallelen hin: So wie die tief ungerechte sexualisierte Gewalt in der Kirche eine verletzende Wunde darstellt, so ist auch die tiefe Grube des Braunkohletagebaus Garzweiler II eine physische und politische Wunde einer intakten und menschen- und naturfreundlichen Erde. Aktivist*innen des Braunkohlewiderstandes aus Lützerath wehrten sich mit Statements während des Gottesdienstes gegen die rein biologische und trennende Zuschreibung von Geschlechtern. Bei eisigen Temperaturen zogen die Teilnehmerinnen von der vom Abriss bedrohten Keyenberger Kirche zum beständig näher rückenden Grubenrand.

Hier zum Video!
 

 

Einladung:

Zeitlich zwischen dem "Weltgebetstag der Frauen" und dem Internationalen Frauentag lädt "Die Kirche(n) im Dorf lassen" zu einem Gottesdienst ein, der den Zusammenhang von Frauenunterdrückung und Umweltzerstörung, von Klima- und Gendergerechtigkeit thematisiert: Beides sind Formen struktureller Gewalt, tief in gesellschaftlichen Institutionen verwurzelt, ob durch den ökonomischen Zwang zu maximalem Profit oder eine über Jahrtausende tradierte, systematische Vorrangstellung von Männern. Beides ist von Einzelnen kaum zu verändern, denn wir alle sind in diese Denk- und Handlungsmuster zutiefst verstrickt.

Wir werden den Gottesdienst an zwei Orten feiern, die exemplarisch für die beiden Formen struktureller Gewalt stehen: Wir beginnen an der Kirche in Keyenberg, die nicht nur Symbol der Gemeinschaft von Menschen und Gott ist, sondern – leider! – auch Symbol einer Institution, die Frauen seit Jahrhunderten systematisch ausgrenzt, herabsetzt, ausbeutet. Von dort gehen wir als Prozession zum Wendehammer an der L277, "an die Kante", an den Ort von Zerstörung der Schöpfung.

Das Alte Testament beschreibt im Buch Ruth eindrücklich die Unfreiheit von Frauen - und weist einen Weg über sie hinaus: durch die unbedingte Solidarität, die das bekannte Zitat ausdrückt. „Wo du hingehst, da will auch ich hingehen“ – dies wird meist als Ausdruck romantischer Liebe verstanden. Im biblischen Buch Ruth jedoch ist diese Liebe bezogen auf die Unterdrückten, bedeutet Solidarität, die Unterschiede nicht verneint, aber in der Perspektive auf ein gutes Leben für alle hin aufhebt.

Die Predigt hält Maria Mesrian von Maria 2.0.

 

Praktische Hinweise:

– Selbstverständlich sind auch Männer herzlich eingeladen!

– Der Fußweg ist ca. 500 m lang, also für alle gut zu bewältigen.

– Corona: bitte haltet Abstand von mindestens 1,5 Metern gegenüber Menschen, die nicht aus eurem Hausstand sind. Bitte bildet in der Zeit der Pandemie keine Fahrgemeinschaften, sondern reist alleine oder nur mit Personen eures Hausstandes an.

Einladung zum Gottesdienst an der Kante

Heilen statt spalten – Solidarität statt Ausgrenzung

Braune Kohle und COVID19 spalten, isolieren und zerstören – Jesus Christus heilt, ruft zusammen, ruft zum Aufbau

Sonntag, 14.02.2021, ca. 15 h (im Anschluss an den Dorfspaziergang), Mahnwache Lützerath

Nach bewegten Wochen im Eintreten für die Kirchen, die Dörfer und für Klimagerechtigkeit auf der ganzen Erde findet am 14.2. wieder ein Gottesdienst an der Kante ausgehend von der Mahnwache Lützerath statt. Wegen der Kälte wird er als Rundgang mit Stationen gestaltet.

Wir gedenken dabei dankend der vorläufigen Rettung der Kirche von Keyenberg und richten uns aus auf die kommenden Wochen der Auseinandersetzung um den NRW Leitentscheid. Erinnern wollen wir uns angesichts von Zerstörung und Ausgrenzung an Jesu integrierende und heilende Berührung gegenüber dem COVID19 seiner Zeit, der Lepra oder dem Aussatz. Wir erinnern daran, wie der Ausschluss von Menschen und die Exklusivität gesellschaftlichen Geschehens (handele es sich nun um profitorientierte Stromproduktion im 21. Jahrhundert oder um die Verstädterung Palästinas zur Zeit Jesu) vom „Menschensohn“ als Skandal gebrandmarkt wurde.

Das heißt nicht, dass wir die Gefahren der Pandemie geringschätzen oder ignorieren wollen. Bitte tragt Euch beim Besuch in die nur von KIDL verwahrten Kontaktlisten ein, tragt eine FFP 2 Maske, haltet Abstand von mindestens 1,5 Metern gegenüber Menschen, die nicht aus eurem Hausstand sind. Bitte bildet in der Zeit der Pandemie keine Fahrgemeinschaften, sondern reist alleine oder nur mit Personen eures Hausstandes an.

"Mit meiner Stimme schreie ich zum Herrn; mit meiner Stimme flehe ich zum Herrn."

Klage- und Trauer-Gottesdienst in Keyenberg, Sonntag, 24.1.21, 12 h, an der Kirche

Etwa 120 Menschen folgten der Einladung, Schmerz und Trauer über die Ereignisse der letzten Woche gemeinsam im Gottesdienst zu verarbeiten: die brutalen Abrisse in Lützerath, die Störung unseres Gottesdienste dort am Montag, den 18.1., und schließlich – als wäre das nicht genug gewesen! – der Nachricht von der geplanten Entwidmung der Keyenberger Kirche bereits am 21. März.

Im Anschluss trafen sich etwa 30 Menschen zu Andacht und Trauerumgang in Lützerath.

Hier erste Bildeindrücke (© Alexander Franz), weiter unten der Einladungstext. Ausschnitte gibt es hier auf Video, hier der Link zum gesamten Gottesdienstes und hier zu Andacht und Umgang.

 

Einladung

Die Bilder der Zerstörung in Lützerath stehen uns allen noch vor Augen. Wir sind erschüttert, fassunglos, traurig:

"Mit meiner Stimme schreie ich zum Herrn; mit meiner Stimme flehe ich zum Herrn;

ich schütte meine Klage vor ihm aus und nenne meine Not vor ihm.

Wenn mein Geist in Ängsten schwindet, kennst Du doch meinen Pfad."

(Psalm 142, 2-4)

In dieser Situation erreicht uns die Nachricht: Die Entwidmung der Keyenberger Kirche, d.h. ihre Übergabe an RWE, ist für den 21. März geplant - entgegen der mündlichen Zusage, sie "so spät wie möglich", also im Herbst durchzuführen. Bekannt gegeben wurde dies nicht etwa durch die Bistumsleitung, die sich der Öffentlichkeit gegenüber dafür verantwortet, sondern eher zufällig, durch ein Rundschreiben der Pfarrei Erkelenz. Auch hier stehen wir fassungslos – und empört.

Aus diesem Anlaß laden wir euch zu einem Gottesdienst ein, um Trost und Bestärkung in der Gemeinschaft und in Gott zu finden. Es wird viel Raum geben, in dem wir unserer Betroffenheit und Trauer Ausdruck geben können.

Gegen 14 Uhr bieten wir außerdem einen Trauer-Umgang in Lützerath an.

Corona: Bitte tragt FFP2/medizinische Masken, achtet sorgfältig auf Abstände und tragt euch wie gewohnt in die Listen ein. Gemeinsamer Gesang ist jetzt leider auch im Freien untersagt, es wird einen "Vorsänger" geben.

Entwidmung der Keyenberger Kirche am 21. 3. 21 geplant

Keyenberger Kirche – Zum Abriss freigegeben?

Fassungslos stehen wir vor der heute, am 21. Januar, bekannt gewordenen Planung, die Keyenberger Kirche schon am 21. März zu entwidmen, also die Nutzung an RWE zu übergeben. Dies wurde nicht etwa von einer dafür verantwortlichen Bistumsleitung mitgeteilt, die vor der Öffentlichkeit dafür gerade steht, sondern eher "zufällig", durch ein Schreiben der Pfarrei Erkelenz bekannt. Auch ein Skandal.

 

Mit dieser Entwidmung durch das Bistum Aachen wird Jesus Christus aus unserer Landschaft vertrieben, ein Kleinod der Kulturgeschichte zerstört. Auch bedeutet sie den symbolischen Startschuss für die Zerstörung Keyenbergs - das doch gerade erst eine "Verlängerung" erkämpft hatte.

 

Und theologisch? Wie rechtfertigt Bischof Dieser diese Entscheidung, die eklatant gegen die Enzyklika Laudato Sí von Papst Franziskus verstößt?

 

Diese Entwidmung schränkt weiter die Möglichkeit ein, die deutschen Verpflich-

tungen aus dem Pariser Klimaabkommen zu erfüllen. Sie entspricht den Erwartungen der NRW-Landesregierung und der Konzernführung der RWE AG. Die Entwidmung entspricht einer zukunftslosen, nicht nachhaltigen Klimapolitik. Die Entwidmung entspricht nicht den Orientierungen des Papstes, sie entspricht nicht der Botschaft des menschenfreundlichen Gottes.

Einladung zum Gottesdienst in Lützerath

"Du hast mich aus dem Frieden hinausgestoßen; ich habe vergessen, was Glück ist." Kla, 3,17

Montag, 18.1.21, 13 Uhr in Lützerath

 

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. RWE plant, am Montag mit dem "Rückbau", der Zerstörung der Häuser in Lützerath zu beginnen.
Das Leben, das über Hunderte von Jahren diesen Ort erfüllt hat, soll nun Zerstörung und Verwüstung weichen. Wir sind traurig, entsetzt, fühlen uns ohnmächtig. Dennoch werden wir dort sein, weil wir nicht aufgeben, nicht resignieren, sondern uns der Zerstörung weiter in den Weg stellen. Gemeinsam wollen wir unserer Hoffnung Ausdruck geben, dass selbst aus Trümmern neues Leben möglich ist: "Brecht in Jubel aus und frohlockt, all ihr Trümmer Jerusalems, den Gott tröstet sein Volk, erlöst Jerusalem!" Jes 52,9
Wie immer: Seid vorsichtig, haltet Abstand, tragt Masken, tragt euch in die Listen ein!

Die Kirche(n) im Dorf lassen erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei Aachen

Polizei stürmt in Gottesdienst

Montag, 18.1.21

Mit ca. 80 Menschen feierten wir gestern in Lützerath unseren Gottesdienst (s.u.), während RWE  Gebäude in dem noch bewohnten Dorf abreißen ließ. Die Arbeiten wurden begleitet durch ein Großaufgebot von Werkschutz und einer Einsatzhundertschaft der Polizei. Am Morgen hatten Aktivist*innen bereits mit Sitzblockaden, einem Tripod und dem Versuch von Besetzungen gegen die Zerstörung protestiert.

Als sich eine Gruppe überwiegend junger KlimaaktivistInnen, die von uns ausdrücklich eingeladen waren,  diesem Gottesdienst mit einem Transparent anschlossen, drangen PolizistInnen von zwei Seiten in die Gottesdienstgemeinde ein. Conni Senne. die - kurz nach ihrer Predigt - den Aktivis*innen entgegen ging, fand sich von Polizisten umringt, wurde gestoßen und wiederholt auf den Rücken geschlagen. Anderen TeilnehmerInnen erging es ähnlich, sie konnten sich nur mit Mühe auf den Beinen halten. Die Gottesdienstgemeinde wurde schließlich durch eine doppelte Polizeikette getrennt.

Wir forderten mehrfach erfolglos eine Erklärung des Einsatzleiters für diese Maßnahme und den Abzug der Polizeikette. Erst nach einer knappen halben Stunde konnte der Gottesdienst fortgesetzt werden.

Noch am selben Tag haben wir diese Pressemitteilung verschickt.

Hier geht es zu einem Video der Predigt, hier könnt ihr sie nachlesen und hier der Videolink zum gesamten Gottestdienstt!

 

Die Abrisse in Lützerath gehen unterdes weiter. Für Dienstag, den 19.1. hat ADB ab 7 Uhr eine Mahnwache angemeldet. Unterstützt den Kampf gegen die Vernichtung der Dörfer! Kommt nach Lützerath!

Trendwende? Wichtiger Schritt im Kampf um den Erhalt der Dörfer:

Bistum stoppt Entwidmung der Keyenberger Kirche!

Der WDR berichtet: "Die katholische Kirche in Erkelenz-Keyenberg wird vorerst nicht entwidmet. Das hat nach WDR-Informationen der Priesterrat des Bistums Aachen beschlossen. Das Gotteshaus soll für den Braunkohletagebau Garzweiler II abgerissen werden.

Das Bistum und Bischof Dieser wollen demnach erst einmal die neue Leitentscheidung der Landesregierung für Garzweiler II abwarten." Halleluja!

"Dieses Loch verschluckt sogar unsere Schreie."

Zwei schon ältere Frauen berichten aus Lützerath in einem eindrücklichen Artikel auf "Verheizte Heimat": "Danke an die beiden Verfasserinnen, dass sie uns an ihren Erlebnissen aus Lützerath, an ihrer so unterschiedlichen und letztlich gleichermaßen schmerzerfüllten Sichtweise und an ihrer Verletzlichkeit teilhaben lassen. Auch Sprache kann Gewalt sein – und nachhaltiger schmerzen als ein Fußtritt!"

Gemeinsames Gebet anläßlich des dritten Jahrestag der Zerstörung

Der Immerather Dom: „Landmarke im Herzen“

Samstag, 9. 1. 2021, 15 Uhr in Immerath

alle Fotos: © Hubert Perschke

Gut 40 Menschen kamen gestern zu dem sehr ruhigen Gottesdienst auf dem Boden des zerstörten Immerather Domes. Verlesen wurde die Predigt, die bereits vor drei Jahren, am Vorabend des Abrisses gehalten wurde, auch der damals gelesene Psalm. Gerade dieses Anschließen an die Proteste von damals, aber auch die Ohnmacht und Trauer von damals, war sehr bewegend.

Betroffen machten auch die Bauarbeiten von RWE, die am Westrand des Friedhofs begonnen haben (s. die obigen Fotos). Hier das Video!

 

Einladung

Am 9. Januar 2021 jährt sich zum dritten Mal der Tag des „Rückbaus“ des Immerather Doms durch eine von der RWE Power AG beauftragte Firma. Der Immerather Dom war eine Landmarke im Osten von Erkelenz. Die Vernichtung dieser Landmarke ging auch Menschen ohne explizit kirchlichen Bezug sehr zu Herzen. In den Herzen vieler Menschen aber steht der Dom noch – und er wird auch dort stehen bleiben. Die Initiative „Kirche(n) im Dorf lassen“ gedenkt am kommenden Samstag, dem 9. Januar 2021 um 15:00 h mit einem kurzen gemeinsamen Gebet am Ort des zur Erinnerung wieder und wieder errichteten Kreuzes auf den Fundamenten der gefallenen Kirche dieser „Landmarke im Herzen“. Damit soll auch ein Zeichen gegen die neuerlich in Gang gekommene Zerstörung des benachbarten Dorfes Lützerath gesetzt werden.
Das Gebet findet unter freiem Himmel statt. Die AHA-Regeln sind einzuhalten und die Nachverfolgbarkeit von (möglichen) Infektionsketten wird mit dem bewährten Sicherheitskonzept von KIDL gewährleistet.

Musik gibt es auch: Gerd Schinkel, der immer wieder wunderbare Lieder zum Immerather Dom geschrieben hat, wird ebenfalls vor Ort sein!

Petition „Kohle statt Kirchen?“ beendet

8. Januar 2021

Unsere Petition "Kohle statt Kirchen?" haben wir jetzt mit knapp 2800 Unterschriften geschlossen. Nochmal ein Dankeschön an alle Unterzeichner*innen! Wir bemühen uns derzeit um einen zeitnahen Termin bei Bischof Dieser, um die Unterschriften persönlich zu übergeben - immerhin 92 Seiten!
Inzwischen sind unsere Forderungen weit "überholt" worden: So fordern kirchliche Kreise, wie z.B. Menschen vom Diözesanrat Aachen oder dem Katholikenrat Düren jetzt den Rückkauf der Kirchen! Darüber freuen wir uns sehr! Und glauben, daß unsere Petition – und Eure Unterschriften! – ein wenig dazu beigetragen haben, die Bedrohung von Kirchen und Dörfern durch den Tagebau stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir werden Euch natürlich über den weiteren Fortgang  informieren.

20 * C + M + B * 21: Gott segne dieses Haus

Sternsingen in Lützerath, Mittwoch, 6. 1. 21, 13 Uhr

C Perschke
C Perschke

Mit rund 40 Menschen haben wir am Mittwoch in Lützerath Häuser gesegnet, die zum Abriss freigegebenen und auch noch bewohnte! Ganz traditionell mit Stern und Kreide zogen wir am Dreikönigstag durch das Dorf, mit einer wunderbaren Bläsergruppe (Danke!) und den vielen aus der Kindheit vertrauten Sternsinger-Liedern.

Dass wir auch anderes Liedut kennen, zeigte sich nach Abschluss der Segnung, als wir zwei Menschen, die seit den frühen Morgenstunden ein Dach besetzt hielten, unsere Hochachtung musikalisch zukommen ließen!

Hier geht es zu einer Fotostrecke, zum Text der Predigt und der Einladung. Und dies ist der Link zum Video.

RWE  beginnt mit Abrissen in Lützerath

Heute, am 4. Januar 2021, hat RWE mit den Vorbereitungen für Abrisse im noch bewohnten Dorf Lützerath begonnen. Wir rufen alle auf, gegen dieses menschenverachtende Vorgehen zu protestieren. Kommt nach Lützerath, stellt euch der Zerstörung entgegen!

Hier geht es zu unserer aktuellen Pressemitteilung.