Pressemittteilung von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ vom 5.2.2021

Erleichterung über das Entwidmungsmoratorium für die Heilig Kreuz-Kirche in Keyenberg von Bischof Helmut Dieser und Diözesanpriesterrat des Bistums Aachen

Mit Pressemitteilung vom 29.01.2021 hatten der Bischof und der Diözesanpriesterrat des Bistums Aachen mitgeteilt, dass die Entscheidung über den Kirchenentwidmungsantrag der Pfarrei Erkelenz jetzt nicht gefällt wird. Große Erleichterung äußerten VertreterInnen der christlichen Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ jetzt über dieses Moratorium: „Uns ist nach den furchtbaren Bildern der Zerstörung aus Lützerath ein Stein vom Herzen gefallen. Wir sind froh und dankbar, dass der Aachener Bischof und der Diözesanpriesterrat Ruhe in die Verwüstung im Keyenberger Land hineingetragen haben,“ so Negen Jansen von der Initiative.

„Mit seiner Stellungnahme hat der Bischof weise daran erinnert, dass die Zukunft der vom Tagebau bedrohten Dörfer angesichts der noch offenen Leitentscheidung, des voranschreitenden Klimawandels und der Veränderungen am Strommarkt keineswegs besiegelt ist.“ sagte Dr. Henry Risse, der die technische Entwicklung am Tagebau für die Initiative schon seit geraumer Zeit beobachtet.

Wichtig sind für die „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ auch die Hinweise Bischof Diesers zur Begründung des Aufschubs: Die Debatte um den Erhalt der Dörfer sei nach dem nun vorliegenden Gutachten grundsätzlich offen und wieder möglich. Der Bischof verwiese auf die aus den Pariser Klimazielen resultierende Notwendigkeit einer weiteren CO2-Reduktion und damit einer Verringerung des Braunkohletagebaus. So erinnere der Bischof doch die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen in unüberhörbarer Weise an drängende Fragen.

Insgesamt sind die Mitglieder der Initiative beruhigt darüber, dass durch das Moratorium des Aachener Bistums die Kluft zwischen kirchlichem und gesellschaftlichem Handeln einerseits und des Papstes Sendschreiben Laudato Sí andererseits erheblich verringert wurde. „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ erinnerte jedoch gleichzeitig wieder an die schwierige Situation der Menschen in den vom Tagebau bedrohten Dörfern (besonders in Lützerath) und an die schwierige Lage in der Pfarrei in Erkelenz, die nun einen Zustand von Zerissenheit überwinden muss.

Die christliche ökumenische Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ ruft regelmäßig zu "Gottesdiensten an der Kante“ des Tagebaus im Rheinland auf. Ihre Mitglieder setzen sich bewusst und aktiv mit religiösen Gesängen, Symbolen und Gebeten für die Bewahrung der Schöpfung angesichts einer als zukunftslos empfundenen Energiepolitik ein.