Neue Online-Petition gestartet:

Kohle statt Kirche? Keine Entwidmung der Kirchen im Rheinischen Revier

Die Inititative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ hat eine online-Petition gestartet. Wir fordern darin von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Bistum Aachen
• Ein Ende der faktischen Schließung im Schatten von Corona. Auch und gerade in den bedrohten Dörfern müssen wieder regelmäßige Gottesdienste gehalten werden.
• Eine verbindliche Zusage, dass die Kirchen nicht entwidmet werden – mindestens so lange Menschen in den Dörfern leben.

Die Kirche müsse auf der Seite der Menschen in den akut bedrohten Dörfern stehen. An die deutschen Bischöfe appellieren wir:

• Besinnen Sie sich auf Ihren christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung.
• Zeigen Sie Solidarität mit der weltweiten Bewegung für Klimagerechtigkeit.
• Stellen Sie Verkündigung und Seelsorge gerade in den bedrohten Dörfern sicher.
• Setzen Sie ein Signal der Hoffnung: auf ein Ende der Zerstörung, auf ein gutes Leben für alle in Fülle.

 

Petition als Gründungsakt

Eine Petition an die Bischöfe von Köln und Aachen war quasi der Gründungsakt von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“. Anlass war der zutiefst verstörende Abriss des Immerather Domes, dessen Bilder um die Welt gingen. Wir begannen die Petition auf dem Katholikentag 2018 in Münster und sammelten insgesamt – auf analoge Weise – ca. 6000 Unterschriften gegen den Verkauf der vom Hambacher bzw. Garzweiler Tagebau bedrohten Kirchen an RWE.

Die Bischöfe allerdings verweigerten die Annahme der Unterschriften, und obwohl sich die Kohlekommission Anfang 2019 für den Erhalt der Dörfer aussprach, wurden die Kirchen in Manheim und Morschenich im Frühsommer 2019 profaniert, die Kirchen in Keyenberg, Kuckum und Berverath im Herbst 2019 an RWE verkauft.

 

Kirchen sind keine Ware!

Warum jetzt also wieder eine Petition? Haben wir immer noch die Hoffnung, die institutionelle Kirche werde umdenken? Ja, diese Hoffnung haben wir – Besinnung und Umkehr ist jederzeit und jedem möglich. Die Entscheidung der Bischöfe war ein Fehler, und wir werden nicht aufhören, ihnen das – klar und laut und deutlich – immer wieder zu sagen:

„Wehe denen, die Ordnungen des Unheils anordnen, und den Schreibern, die Mühsal schreiben, um die Geringen von ihrem Rechtsanspruch zu verdrängen und den Elenden meines Volkes ihr Recht zu rauben.“ (Jes 10, 1)

Es geht aber auch darum, unseren eigenen Standpunkt zu den Verkäufen, der jetzt drohenden Profanierung und letztlich der Zerstörung dieser Kirchen zu klären. Wir sagen: Kirchen sind keine Ware! Wir akzeptieren das Eigentumsrecht von RWE an diesen Kirchen nicht. Sie „gehören“ nur den Menschen, die sich ihnen zugehörig fühlen, nicht einem Hauptverantwortlichen für weltweite Klimazerstörung.

Ebenso wenig akzeptieren wir die drohende Profanierung: Wir stehen an der Seite der Menschen in den Dörfern – genauso wie an der Seite der Menschen weltweit, die unter der Klimakatastrophe leiden. Der Kampf um die Kirchen ist noch nicht verloren – wir streiten weiter für diese Orte der Gemeinschaft, der Hoffnung und des Vertrauens, der Begegnung mit sich selbst, den Nächsten und Gott.